Die Feuerprobe 2

Ideenreichtum

„McGillycuddy an Captain Thorndyke“.
„Was gibt es Lieutenant Commander“.
„Der metaphasische Schild ist bei Warpgeschwindigkeit unbrauchbar. Er schützt uns nicht vollkommen. Es tritt schon ab Warp eins eine zu große Phasenvarianz auf. Ich selbst habe es auch zuerst nicht gemerkt, aber Fähnrich Stringer und Fähnrich Coburn haben mich daraufgebracht. Die Phasenvarianz können wir zwar nicht beseitigen, aber vielleicht ist es uns möglich, sie so weit abzusenken, dass wir wenigstens mit Warp 0,9, also nicht ganz mit Warpgeschwindigkeit, die Sonne durchfliegen können.“
„In Ordnung, Mac, aber wir haben da noch ein Problem. Wenn meine Berechnungen richtig sind, nähern sich die Asteroiden dem Planeten schneller, als wir erwartet haben. Was wir jetzt brauchen, wäre ein kleines Wunder oder etwas Ähnliches. Lieutenant Commander McGillycuddy, Ihnen stehen alle Einrichtungen des Schiffes zur Verfügung“, erwiderte Thorndyke mit hastiger Stimme.
Das mochte wohl daran liegen, das der Captain sich mittlerweile auf dem Weg von seinem Quartier zur Brücke befand.
„Captain, wenn ich etwas vorschlagen darf, lassen sie uns den Rest des Weges auch mit Warp 9,5 fliegen, dann können wir die Zeit zum Treffpunkt der beiden anderen Schiffe etwas verkürzen“, äußerte Fähnrich Coburn mit ihrer weiblich ruhigen Stimme.
„Danke, Fähnrich!“,
tönte die Stimme des Captains über die Audio-Anlage.
Die Alpha-Schicht, die jetzt wieder ihren Dienst aufnahm, setzte sich auf der Brücke wie folgt zusammen Lieutenant Gonzales, eine junge sehr ehrgeizige Frau. Sie vertrat den ersten Offizier, Counselor Stuart saß auf ihrem Platz links neben dem Stuhl des Captain‚s, Lieutenant Parker war als Steuermann und Lieutenant Makepeace wieder an der Kommunikationsstation eingeteilt, Fähnrich Svenson besetzte die Conn. Lieutenant Downy arbeitete an der wissenschaftlichen Station, die sich in hinteren Teil der Brücke befand.
Thorndyke, der mittlerweile auf der Brücke angekommen war, erteilte den Befehl.
„Steuermann, gehen Sie auf Warp 9,5 und legen Sie noch ein paar Briketts extra von mir drauf.“
Auf dem Holodeck war Team des Maschinenraumsvoll bei der Arbeit.
„Lieutenant Commander McGillycuddy?“
„Ja, was gibt es, Fähnrich Stringer.“
„Ich hätte da so eine Idee, ob sie allerdings funktioniert, weiß ich selbst noch nicht“.
Dem Fähnrich glühte innerlich schon wieder der Kopf, da er unsicher war die richtigen Worte zu finden.
„Immer raus damit Fähnrich, ich bin auch für die kleinste Idee, die uns Erfolg verspricht, dankbar“, verdeutlichte McGillycuddy.
„Also, wir haben doch dieses neue Shuttle an Bord, diesen LAUNCHER, der ist doch auch mit dem metaphasischen Schild ausgerüstet oder?“
„Ja, das ist richtig, Fähnrich, aber was wollen Sie mit dem LAUNCHER bezwecken?“
„Man könnte doch mit dem LAUNCHER von der einen Seite in die Korona der Sonne fliegen und mit der ATLANTIS von der anderen Seite. Damit meine ich das Shuttle fliegt auf der 11 Uhrseite in die Korona ein und die ATLANTIS auf der 13 Uhrseite. Um sich die Stelle des Einfliegens der beiden Raumschiffe besser vorstellen zukönnen, betrachten sie die Sonne als eine Uhr mit einem Zifferblatt. Man könnte doch eine gezielte Sonneneruption erzeugen, um eine größere Katastrophe zu verhindern.“
„Fähnrich, wissen Sie überhaupt, was Sie da sagen“?
„Ja, Lieutenant Commander McGillycuddy, ich bin mir schon über die Gefährlichkeit dieser Aktion im Klaren. In unserer Abschlussarbeit in Solardynamik haben wir ein ganz ähnliches Thema behandelt. Fähnrich Coburn und ich haben den Abschluss mit Bestnoten absolviert.“
„Und um welches Thema ging es, wenn ich fragen darf, Fähnrich?“
„Das hier genauer zu erklären, würde viel zu lange dauern. Ich werde es bei passender Gelegenheit nachholen. Ich kann nur soviel sagen, das wir eine erfolgversprechende Rettungsmission erarbeiten sollten.“
„So, so und Sie beide haben diese Mission also erfolgreich beendet.“
„Das könnte man so sagen“.
„Ja, Fähnrich Coburn, was gibt es denn“?
„Wenn wir in die Korona der Sonne fliegen, dann müssen unsere Berechnungen aber so genau wie möglich durchgeführt werden, sonst verglühen oder explodieren wir noch selbst, denn wir sind hier nicht auf der Akademie, sondern im wirklichen Leben“.
„McGillycuddy an Captain Thorndyke“,
ertönte dessen Stimme über die Audio-Anlage.
„Sprechen Sie, Lieutenant Commander.“
„Wir hätten da eine Idee, aber sie ist nicht ganz ungefährlich für Schiff und Besatzung.“
„Schießen Sie los, nein warten Sie. Ich komme zu Holodeck drei, dort können Sie mir alles erklären, Mac.“ „Lieutenant Gonzales, Sie werden mitkommen und Nummer eins kommen sie bitte auf die Brücke und übernehmen sie das Kommando über die ATLANTIS“, sagte der Captain.
Thorndyke und Gonzales verließen die Brücke, um auf schnellstem Wege zum Holodeck zu gelangen. Als sie dort ankamen, betätigte er das Computerfeld des Holodecks und die freundlich-weibliche Computerstimme sagte: „Das Programm läuft, Sie können eintreten Captain“.
Auf einem dreidimensionalen Bild sah man jetzt die Sonne, den Planeten AMBROSIUS V, die U.S.S. ATLANTIS, den LAUNCHER , die U.S.S. VENTURE, die U.S.S. MARADITH und einige der heranfliegenden Asteroiden. Alle Beteiligten der eventuell bevorstehenden Katastrophe waren auf der Bühne erschienen.
McGillycuddy, der an der Bedienerkonsole stand, sah den Captain zuerst und ging auf ihn zu um ihn zu begrüßen. Mit der linken Hand deute er auf die Holosimmulation, als er Thorndyke den Aufbau erklärte. Lieutenant Gonzales sah dem ganzen Geschehen mit aufmerksamer Mine zu.
„Captain, wir zeigen Ihnen jetzt, wie wir uns die Aktion gedacht haben. Der LAUNCHER wird vorher ausgesetzt und fliegt von der linken Seite der Sonne ein. Wir fliegen mit der ATLANTIS mit vollem Impuls etwas um die Sonne herum, um dann von der anderen Seite in die Korona einzutreten, die in Flugrichtung der Asteroiden liegt. Auf die Positionen der beiden anderen Schiffe möchte ich erst später eingehen. Die ATLANTIS und der LAUNCHER haben beide die gleiche Aufgabe, nur mit dem Unterschied, das die ATLANTIS mehr Energie zur Verfügung hat. Die beiden Raumschiffe werden dann eine bzw. mehrere Sonneneruptionen erzeugen. Dieses schaffen wir durch hochenergetische Partikelstrahlungen, die wir durch die Phaserbanken, direkt in die Sonne abfeuern werden. Die daraus erzeugten superflüssigen Gaseruptionen müssten dann die meisten Asteroiden beim Vorbeiflug an der Sonne vernichten. Die dabei nicht zerstörten Asteroiden werden dann zwar auf dem Planeten niedergehen, aber das Risiko müssen wir miteinplanen. Die Atmosphäre des Planeten dürfte leider auch nicht groß genug sein, dass sie die wenigen restlichen Asteroiden verglühen lässt. Falls es zu weiteren Sonneneruptionen kommt, werden wir auf dem Planeten mit einer erhöhten Anzahl von Sonnenwinden rechnen müssen. Daher sollten wir die Bevölkerung evakuieren. Sollte die ganze Sache nur halb so schlimm werden, können wir die Menschen nachher wir zurück transportieren. Anschließend fliegen beide Raumfahrzeuge aus dem südlichen Teil der Sonne heraus. Die ATLANTIS wird den LAUNCHER unterwegs wieder aufnehmen und sich dann mit den anderen beiden Schiffen, an einem sicheren Ort zu treffen“.
Captain Thorndyke blickte etwas verwirrt in die Runde der Ingenieure.
„Aber warum müssen wir dann überhaupt in Aktion treten. Ist es denn sicher das wir durch unser Vorhaben eine Chance haben, die Asteroiden zu vernichten?
Der junge Fähnrich Frederic Stringer, der mit seinen roten Haaren einen etwas naseweisen Eindruck machte, antwortete etwas impulsiver als er eigentlich wollte.
„Captain, die logische Folgerung liegt auf der Hand. Greifen wir nicht ein, wird die Situation auch nicht besser. Ich denke mir mal, die Leute auf dem Planten bauen auf unseren Einsatz. Wie würden sie sich fühlen, wären sie an dessen Stelle? Einige Asteroiden kann die Atmosphäre in sich verglühen lassen, aber zu viele von ihnen können der Atmosphäre auch schaden. Sie würde verunreinigt, ähnlich wie bei den Auswirkungen einer atomaren Katastrophe. Und wenn die Atmosphäre nicht mehr existent ist, können die Gesteinsbrocken, egal von welcher Größe, ungehindert auf die Planetenoberfläche stürzen.“
Lieutenant Gonzales nickte dem Captain zu und verdeutlichte ihm hiermit, das Fähnrich Stringer mit seiner Behauptung vollkommen Recht hatte. Der Captain lehnte sich in der Zwischenzeit ruhig gegen die Konsole, die das Holobild projizierte und strich mit den Fingernägeln der rechten Hand über den linken Ärmel seiner Jacke. Er befand, dass sie heute wieder einen hervorragen Glanz hatte.
„Das haben Sie sehr gut erkannt, Fähnrich Stringer,“ erwiderte Thorndyke süffisant.
„Dann wussten sie die Antwort also schon vorher“, stellte der junge Fähnrich fest.
Ein feines Lächeln umspielte den Mund des Captains.
„Genau, Fähnrich. Aber das muss Sie nicht beunruhigen, noch nicht, denn sie haben mit ihrer Theorie Recht, was die Holosimmulation angeht. Bleibt nur noch zu wünschen, dass es in der Realität genauso aussehen wird“, bemerkte Thorndyke.
Die Besprechung wurde durch die Übertragung einer Nachricht unterbrochen.
„Commander Novak an Captain Thorndyke. Kommen Sie bitte sofort auf die Brücke. Wir sind am Zieltreffpunkt“.
Der Captain tippte auf seinen Kommunikator. „Habe verstanden, Commander, bin schon unterwegs“.
Es dauerte nicht lange, da waren der Captain und Lieutenant Gonzales mit dem Turbolift am Zielpunkt BRÜCKE angekommen. Die Beiden traten aus dem Lift heraus auf die Brücke und Lieutenant Gonzales ging wieder zur wissenschaftlichen Station, wo sie noch einige Daten zu bearbeiten hatte. Der Captain gab dem Kommunikationsoffizier gleich den Befehl:
„Lieutenant Makepeace aktivieren Sie die Grußfrequenzen ich muss sofort mit den beiden Captain‚s sprechen“, wies Thorndyke den Lieutenant an, während er die Brücke mit schnellen Schritten durchschritt und sich auf seinem Platz niederließ.
„Ja, in Ordnung Captain, Verbindung steht“.
Auf dem Hauptschirm war ein geteiltes Bild zu sehen, welches die Brücken der beiden anderen Schiffe zeigte.
„Hier spricht Captain William-Peter Thorndyke von der U.S.S. ATLANTIS. Captain Applegate, Captain Brannigan, kommen Sie bitte sofort an Bord meines Schiffes. Wir haben viel zu bereden. Auch wenn die Zeit sehr knapp bemessen ist, müssen wir die bevorstehende Rettungsaktion des Planeten AMBROSIUS V kurz erläutern. So wie die Dinge stehen, wird es auch voraussichtlich eine Zusammenlegung zwischen den Besatzungen geben. Alles weitere besprechen wir aber hier an Bord, Thorndyke Ende“. Beide Sternenflottenkapitäne bestätigten Thorndyke‚s Einladung und begaben sich in die Transporterräume hrer Schiffe.
Der Hauptschirm wechselte wieder auf die Darstellung des weiten Alls, der die ATLANTIS umgab. Im gleichen Augenblick war es wieder an der Zeit, dass die Delta-Schicht ihren Dienst aufnahm. Die Gamma-Schicht hatte etwas mehr Freizeit vom Captain angeordnet bekommen, da er fast die gesamte
Mannschaft zur Rettung der Bewohner auf dem Planeten brauchte.
Captain Thorndyke tippte mit seinem rechten Zeigefinger auf seinen Kommunikator und sagte mit sehr betonender Stimme:
„Alle Brückenoffiziere treffen sich in zehn Minuten im Beobachtungsraum. Ich will keine Zeit verlieren, was die bevorstehende Mission angeht. Fähnrich Coburn und Fähnrich Stringer kommen sie bitte auch sofort in den Beobachtungsraum. Lieutenant Commander Stuart bereiten Sie bitte alles vor“. Der Captain verließ die Brücke und ging in seinen Raum.


Überlegung

Der Captain begab sich kurz in seinen Bereitschaftsraum, um zu überlegen, inwiefern der neue Offizier an der Aktion beteiligt werden sollte. Er kam zu der Erkenntnis, dass der Quälgeist im Herzen der Mission aktiv werden sollte, und zwar an Bord des LAUNCHER-SHUTTLES an Wissenschaftsstation eins. Zwar hatte der Captain dort nicht immer ein Auge auf ihn, aber gleichzeitig ging Lieutenant Ffolkes ihm und der Brückencrew nicht länger auf den Geist. Zusammen mit der Shuttle-Crew würde er im Kern der Operation kaum die Zeit haben irgendwelche negativen Äußerungen loszulassen oder sich anderweitig unbeliebt zu machen. Nachdenklich saß der Captain an seinen kleinem Schreibtisch und überlegte ob er Lieutenant Ffolkes vielleicht doch besser an Bord der ATLANTIS lassen sollte. Kurzum beorderte Thorndyke den Lieutenant zu sich in den Bereitschaftsraum.
Lieutenant Ffolkes, der zur Zeit in einem der riesigen Frachträume, um es genauer zu sagen in Frachtraum eins, die Beobachtungssonde zusammenbaute, erhielt die Nachricht des Captain‚s nicht wie sonst üblich über die Audio-Anlage, sondern direkt über seinen Kommunikator.
„Sternzeit 43920,9 Computer-Logbuch der U.S.S. ATLANTIS. Wir sind am Zieltreffpunkt und werden in wenigen Minuten den Captain der U.S.S. VENTURE und den Captain der U.S.S. MARADITH an Bord meines Schiffes beamen. Außerdem darf ich mir den Kopf darüber zerbrechen wo ich Lieutenant Ffolkes am Besten einsetzen werde.
Thorndyke an Lieutenant Ffolkes, kommen Sie bitte sofort in meinen Bereitschaftsraum und nehmen Sie den dafür eingerichteten Turbolift.“
„Lieutenant Ffolkes hier, habe verstanden. Ich bin auf dem Weg.“
Die Stimme des Neuen klang diesmal mit dem nötigen Respekt, den der Captain als Voraussetzung erwünschte.
Während der Captain in seinem Raum war, hatte der 1. Offizier, Commander Novak das Kommando an Lieutenant Gonzales abgegeben. Lieutenant Downy, ein gutgewachsener kräftiger junger Mann mit dunkelblonden Haaren und blauen Augen, der zur Zeit an der wissenschaftlichen Station arbeitete, übernahm die zu bearbeitenden Daten von Lieutenant Gonzales. Der Chief im Transporter-Raum tippte auf die Schaltafel an der er gerade arbeitete, um die Brücke zu informieren.
„Transporter-Chief an Brücke“, tönte es über die Audio-Anlage.
„Commander Novak hier, was gibt es?“
„Die beiden Captains sind bereit, an Bord zu kommen“, erwiderte der Transporter-Chief.
„Habe verstanden. Ich komme gleich zu ihnen, um Captain Applegate und Captain Brannigan zu empfangen, Novak Ende.“
Der Commander wandte sich an den Sicherheitsoffizier. „Lieutenant Commander Stuart, bitte informieren sie bitte den Captain, dass ich den Besuch in Transporterraum zwei empfangen werde. Sagen sie ihm außerdem, dass ich die Gäste gleich in den Beobachtungsraum begleiten werde“.
„Ja, Commander, habe verstanden ich werde den Captain sofort informieren“. Sie tippte auf die vor ihr liegende Schalttafel: „ Stuart an Captain Thorndyke“.
„Was gibt es, Counselor?“
„Commander Novak ist auf dem Weg, um unseren Besuch abzuholen und ihn dann gleich in den Beobachtungsraum zu begleiten.“
„In Ordnung Counselor, ich komme auch gleich“, sagte der Captain.
„Lieutenant Commander Makepeace, sie bleiben an ihrer Station und sie Lieutenant Dempsey werden mit Lieutenant Downy weiter die Computerdaten auswerten, die ihnen Lieutenant Gonzales gegeben hat. Lieutenant Gonzales sie übernehmen auch weiterhin das Kommando über die ATLANTIS.
Inzwischen war Lieutenant Ffolkes beim Captain im Bereitschaftsraum eingetroffen.
„Lieutenant Ffolkes, wie sie sicher wissen, sind sie nur hier, weil es der besondere Wunsch eines ganz bestimmten Herrn war. Also beherzigen sie diese Empfehlung und benehmen sie sich bitte auch dementsprechend. Wenn das nicht der Fall sein sollte und sie weiterhin die Arbeiten meiner Crew und die der anderen Schiffe behindern sollten, werde ich mich gezwungen sehen, sie unter Arrest zu stellen. Und sollte das nicht ausreichen, werden sie als Erster in unseren neuen Hochsicherheitsanlagen zu Gast sein. Darüber hinaus möchte ich ihnen noch mitteilen, dass sie an Bord des LAUNCHER-SHUTTLES ihre Arbeit als Wissenschaftsoffizier aufnehmen werden. Ich kann Ihnen dazu nur gratulieren, denn sie sind einer der Ersten, die mit dem LAUNCHER, mit aktiviertem Schild, direkt ins Aktionsgebiet, das heißt in die Korona der Sonne fliegen werden. Natürlich bekommen sie noch Gesellschaft von zwei meiner besten Shuttle-Piloten und drei Solarwissenschaftlern. Also, jetzt lassen sie uns keine Zeit verschwenden und in den Beobachtungsraum gehen. Wir werden dort sicher schon erwartet“.
„Captain, ich danke ihnen dafür, dass ich einer der Ersten bin, die auf dem LAUNCHER ihren Dienst verrichten dürfen“, antwortete Lieutenant Ffolkes mit dem nötigen Respekt, der ihm wohl vorher gefehlt hatte.
Ffolkes hatte dem allerdings noch etwas hinzuzufügen:
„Captain, bei allem nötigen Respekt, aber dürfte ich wohl erst die Beobachtungssonde zusammen bauen. Sie soll uns wichtige Daten über die Verschmelzung der Asteroiden liefern und dann später den weiteren Verlauf dieser Mission aufzeichnen“.
„Lieutenant Ffolkes ich glaube im Moment ist es wichtiger die bevorstehende Mission zu besprechen und zu erläutern. Was den Zusammenbau der Sonde angeht, stelle ich ihnen nach dieser Besprechung drei oder vier geeignete Personen zur Verfügung, die ihnen helfen werden. Aber nun lassen sie uns erst in den Beobachtungsraum gehen, ich möchte die anderen nicht warten lassen“.
Lieutenant Commander Rogers, dessen Hobby, das Kino des späten zwanzigsten Jahrhunderts war, hatte sich mit Lieutenant Commander Sato zu einem interessanten Film auf Holodeck drei verabredet. Doch noch bevor die Beiden das Programm aktivieren konnten, tönte der Befehl des Captains über die Kommunikatohren der beiden Offiziere. Sofort machten sie sich auf den Weg nach Deck zwei.
„So ein Mist, habe ich doch glatt vergessen das es schon wieder so spät ist. Ich sollte mir wohl am besten so ein altmodisches Ding namens Uhr anschaffen, wie sie die Menschen damals auf der Erde getragen haben. Vielleicht noch mit Wecker oder gleich mit Zeitansage, murmelte Rogers vor sich so hin.
Sato kam ihm entgegen und fügte hinzu: „Ich kann ihnen ja ein zu ihrem Geburtstag schenken, was halten sie von dieser Idee?“
Gar nicht so schlecht, aber so lange werde ich nicht warten können, da ich vorigen Monat erst meinen Geburtstag gefeiert habe
, erwiderte Rogers.
„Na gut, ich werde wohl schon einen Anlass finden damit sie dieses Ding an ihren Arm bekommen. Ich bin gespannt was der Captain dazu sagen wird, sagte Sato mit einem äußerst schelmischen Lächeln.
Ja ja, machen sie nur ihre Witze. Das Blöde an der ganzen Sache ist nur, sie haben damit auch noch Recht, musste Rogers zu seinem Elend auch noch zugeben.
Als die beiden Lieutenants den Turbolift betraten kam noch ein Fähnrich zu ihnen. Mit einem Augenzwinkern war das Gespräch zwischen den beiden Offizieren beendet ohne das der Fähnrich etwas bemerkt hatte.
„Fähnrich Adelaide ist ihr Name, richtig?“
Lieutenant Commander Sato fragte sie, weil er auf der U.S.S. Fearless eine junge Frau mit dem gleichen Namen kennengelernt hatte. Allerdings konnte er sich nur noch wage an sie erinnern. Das einzige was ihm half seine Erinnerung zu bestätigen, war eine kleine Narbe auf dem linken Nasenflügel, der sich trotz modernster Technik nicht entfernen ließ. Die junge Frau traute ihren Augen nicht. Es waren zwar nur zwei Jahre vergangen als die beiden jungen Leute sich kennenlernten, aber ihnen Beiden kam es vor wie eine Ewigkeit. Nur kurz konnten die Beiden ein Gespräch anfangen. Sie verabredeten sich für ein Gespräch und ein Essen in der Bar 007. Fähnrich Adelaide musste auf Deck fünf allerdings schon wieder aussteigen, da sie in der Sternenkartographie noch einige Daten zu bearbeiten hatte. Mit einem Lächeln auf den Wangen und einem kleinen Wink verließ sie den Lift und ging den Flur entlang, bevor sie an der nächsten Ecke nach links verschwand. Rogers sah Sato von der Seite an und dachte sich nur seinen Teil. Sato konnte sich zwar die Gesichtszüge seines Gegenübers nicht so richtig erklären, aber er wollte in diesem Augenblick auch kein weiteres Gespräch anfangen, da sie zwischenzeitlich auf Deck zwei angekommen waren.


Besprechung

Nach und nach fanden sich die Führungsoffiziere im Beobachtungsraum ein. Auch Captain Thorndyke und Lieutenant Ffolkes waren mittlerweile eingetroffen. Es fehlten nur noch Commander Novak und die beiden Captains der anderen Raumschiffe.
Commander Novak, der durch eine Krankenschwester unterwegs aufgehalten wurde, betrat erst zehn Minuten später Transporterraum zwei, der sich auf Deck acht befand.
„Chief, entschuldigen sie die Verspätung, aber ich wurde aufgehalten. Beamen sie jetzt Captain Applegate und Captain Brannigan an Bord. ENERGIE“.
„Aye, Sir“.
Als die beiden Captains auf der Transporterplattform materialisierten und anschließend die drei Stufen hinunter traten, begrüßte sie Commander Novak und bat sie gleichzeitig, ihm in den Beobachtungsraum zu folgen.
Beim Durchschreiten der Tür des Transporterraums in den Korridor und weiter durch den Gang bis zum Turbolift bemerkten beide Captains, was ihr Kollege Captain William-Peter Thorndyke doch für ein eindrucksvolles Schiff hatte.
„Ein schönes Schiff hat da ihr Captain. Die ATLANTIS hätte mich auch noch gereizt. Aber wie das Schicksal es so will, war sie schon einem anderen versprochen. Aber ich bin keineswegs auf ihren Captain neidisch, denn ein Raumschiff der Galaxy-Klasse hat auch so seine Vorteile“, gab Captain Applegate zum Besten.
„Das brauchen sie auch nicht“,
entgegnete Commander Novak, der die Augenbrauen hochzog und dies mit kühler und dennoch betonender Stimme sagte.
Als die Drei, nach dem Zischen der Türen, in die Liftkabine eintraten und diese sich in Gang setzte, ertönte über die Audio-Anlage die Stimme des Captains.
„Commander Novak, wo bleiben sie denn so lange?“
„Captain, ich wurde unterwegs aufgehalten, bin aber gleich mit den beiden Captains bei ihnen.“
Der Commander hatte das letzte Wort noch nicht ausgesprochen, da stoppte auch schon der Lift in dem kleinen Gang zum Beobachtungsraum. Die drei Offiziere traten in den kurzen Gang ein und gingen sogleich in den Beobachtungsraum, der sich auf Deck zwei befand.
Im Beobachtungsraum stand auf der gegenüberliegenden Seite der Aussichtsfenster eine große dreieckige Glasvitrine. Sie enthielt eine Reihe interessanter Dinge, die sich irgendwie mit dem Raumschiff ATLANTIS identifizierten oder auf eine andere Art und Weise verbanden. So sah man also im obersten Bereich der Glasvitrine das Space Shuttle ATLANTIS, das aus dem späten Zwanzigsten Jahrhundert stammte und zur damaligen Zeit mit einem Außentank und zwei Booster-Treibstoff-Raketen, die beidseitig an dem äußeren Tank befestigt waren, angetrieben wurde, um in den Weltraum vorzudringen. Im unteren Bereich sah man ein altes Schriftstück über die Stadt ATLANTIS und mehrere Gesteinsstücke, die nach Auskunft eines alten und bekannten Archäologen aus der Stadt ATLANTIS stammten.
Thorndyke begrüßte ersteinmal die beiden Captains und bot ihnen gleich an, sich zu setzen.
„Captain Applegate und Captain Brannigan. Schön das wir uns endlich einmal persönlich begegnen. Wenn auch die Umstände nicht gerade besonders erfreulich sind. Willkommen an Bord der ATLANTIS. Dies ist mein Führungsstab, den ich Ihnen gleich vorstellen möchte. Last but not least möchte ich Ihnen noch einen Wissenschaftsoffizier vorstellen, der auf besonderen Wunsch von Admiral Lindström hier ist. Commander Novak haben sie ja bereits schon kennengelernt. Lieutenant Commander Stuart ist mein Counselor und Sicherheitschef, Lieutenant Commander McGillycuddy ist der Chef der Technik, Doctor Dent betreut, wie sollte es anders sein, die Krankenstation, Lieutenant Commander Rogers ist mein 2.Offizier und gleichzeitig Wissenschaftsoffizier. Dies ist der Wissenschaftsoffizier, der besonderen Empfehlung Lieutenant Ffolkes. Er ist mir von Admiral Lindström empfohlen worden. Und diese beiden jungen Vertreter sind, wenn es klappt, die Problemlöser. Übrigens die junge Dame ist Fähnrich Coburn und der junge Herr ist Fähnrich Stringer. Die beiden Fähnrichs werden uns mit Hilfe von Lieutenant Commander McGillycuddy die erarbeitete Lösung für die bevorstehende Rettungsoperation, wir nennen sie Plan A, zeigen und erklären. Falls dieser Plan fehl schlägt haben wir noch Plan B. So, meine Dame und meine Herren, sie haben jetzt das Wort“. Bei seinem letzten Satz zeigte er auf die drei Personen, die das Ingenieursteam bildeten.
„Lieutenant Commander McGillycuddy, schalten sie bitte den Wandschirm ein“, bat der Captain seinen Ingenieur.
„Ab hier machen sie weiter, Fähnrich Stringer. Ich werde Ihnen auch helfen“, entgegnete McGillycuddy.
Auf dem Wandschirm sah man zuerst die Insignia der Föderation, bevor der Bericht des Technikerteams abfuhr.
„Sie sehen hier auf dem Wanddisplay den Planeten AMBROSIUS V die Sonne und die ATLANTIS. Wenn wir jetzt der Zeit den normalen Lauf lassen, werden sie sehen, dass eine gewaltige Menge von Asteroiden die Sonne völlig zerstört, noch bevor der Planet die Sonne umkreist hat. Es kommt zur Supernova“, sagte Stringer.
„Und genau das wollen wir vermeiden“, fügte Fähnrich Coburn hinzu.
„Aber wie wollen sie den Asteroiden, die direkt auf die Sonne zu fliegen denn vernichten, Fähnrich?“
„Captain Applegate ist Ihr Name“, erwiderte Fähnrich Coburn. Der angesprochene Captain nickte ihr zu. Die junge Frau fuhr fort. „Gedacht hatten wir uns das Folgendermaßen. Wir fliegen mit der ATLANTIS an einen bestimmten Punkt außerhalb der Sonne und setzen dort den LAUNCHER ab, zum Beispiel auf der von hieraus gesehenen linken Seite und fliegen dann mit der ATLANTIS auf die rechte Seite. Beide Schiffe fliegen dann zur gleichen Zeit mit aktiviertem metaphasischen Schild in die Korona der Sonne ein. An einem gewissen Punkt werden beide Schiffe stoppen und dann mit einem Winkel von 65° einen hochenergetischen Partikelstrahl auf die Oberfläche der Sonne abfeuern. Allerdings sollten wir darauf achten, das dieser Strahl mit einer ganz geringen Intensität abgefeuert wird. Denn ist die Stärke zu hoch, werden die Eruptionen mit schneller Wirkung austreten und das wollen wir ja nicht bezwecken. Sondern die Eruptionen in der Sonne sollen sich ja langsam entwickeln und erst dann zum Ausbruch kommen, wenn beide Raumfahrzeuge längst aus der Sonne ausgeflogen sind“.
„Sagen sie mal Fähnrich Coburn, das haben sie doch sicher auf der Akademie gelernt“, fügte Captain Brannigan mit seiner rauchigen Stimme hinzu.
„Ja, ganz recht, Captain Brannigan. Und zusammen mit meinem Kollegen Fähnrich Stringer sind wir in Solardynamik mit Bestnoten ausgezeichnet worden. Wir wissen, dass die Realität etwas anders aussieht, aber dies ist unsere beste Chance den neuen Schild gleich auszuprobieren und neben einer Evakuierung, die sowieso eine ganze Menge Zeit in Anspruch nimmt, die einzige Möglichkeit die Menschen auf dem Planeten zu retten, wobei die ganzen anderen Auswirkungen, noch nicht in Betracht gezogen worden sind“, erwiderte der weibliche Fähnrich mit kräftiger betonender Stimme.
„Mit diesem Problem müssen wir uns später beschäftigen, aber wir dürfen es nicht außer Acht lassen, die Bevölkerung des Planeten hat Vorrang. Denn die Asteroiden werden, wenn die Berechnungen des Hauptquartiers richtig sind, von der Sonne angezogen. Damit dies zu keiner Bedrohung wird kommen wir ins Spiel. Nur müssen wir etwas schneller sein als die Asteroiden. Denn wenn der Planet bei seiner Umkreisung in der Richtung liegt woher auch die Asteroiden kommen, könnte es schon zur Katastrophe kommen. Die Asteroiden treffen auf den Planeten und wir können nichts dagegen tun. Und ob wir nun innerhalb kürzester Zeit eine Lösung dafür finden, das die Bevölkerung nicht wieder mit so was konfrontiert wird, dürfte das nächste Problem sein“, äußerte Fähnrich Stringer.
„Nach einer Evakuierung des Planeten, könnte dieser zerstört werden. Uns bliebe dann wohl hoffentlich soviel Zeit um die Bevölkerung umzusiedeln bzw. auch die Nachbarplaneten zu warnen. Nachdem der Planet zerstört ist, würden bestimmt noch einige Asteroiden unterwegs sein. Diese treffen dann direkt in die Sonne, wobei ich denke auch mal, das einige Bruchstücke des Planeten mit in die Sonne hineingezogen würden. Die Sonne könnte unter der erheblichen Beschussmenge explodieren und es kommt zur
Supernova. Die Druckwelle und die Strahlungsverseuchung betreffen nicht nur den Planeten AMBROSIUS VI, sondern auch deren 2 Monde und den kleinen Nachbarplaneten, obwohl dieser eigentlich weit genug entfernt wäre. Auch die Schwerkräfte in diesem System könnten völlig verändert werden, so dass die Raumschiffe, die durch diesen Sektor fliegen, eine Kurskorrektur vornehmen müssten. Die gesamte Gravitation in diesem System würde nicht mehr stimmen. Die Auswirkungen könnten bis in das übernächste System zu spüren sein, wenn sie auch nur sehr gering sind“.
Mit diesem Satz stoppte Fähnrich Coburn abrupt, denn die Erklärung wurde durch eine Nachricht gestört.
„Captain Thorndyke, ich habe da eine Nachricht für sie von Admiral Henry“, tönte es über die Audio-Anlage.
„Thorndyke hier, Lieutenant Makepeace stellen sie mir die Nachricht bitte in meinen Raum, ich spreche mit dem Admiral von dort aus, Captain Ende“. Er wandte sich an die Anwesenden. „Meine Damen, meine Herren, ich hoffe es dauert nicht lange, wenn doch führen sie Commander Novak, die Besprechung weiter. Bitte entschuldigen sie mich“. Der Commander nickte dem Captain zu. Als Thorndyke den Beobachtungsraum verlassen hatte, kamen alle Anwesenden zu dem Entschluss mit der Besprechung nicht weiter zu machen und auf Captain Thorndyke zu warten.
Dafür begann allerdings Captain Applegate ein Gespräch mit dem ersten Offizier.
Der Captain verließ den Beobachtungsraum und eilte über die Brücke in seinen Bereitschaftsraum. Sogleich aktivierte er gleich einen der Desktops.
„Commander, ich als Bajoraner kann irgendwie nicht verstehen das sie immer zwei Pläne für eine Rettungsmission brauchen. Als wir machen das etwas anders. Wir retten immer gleich die Menschen“, protzte Captain Applegate.
Im gleichen Atemzug antwortete auch schon Commander Novak.
„Captain Applegate, die Terraner und in diesem Falle auch die gesamte Besatzung der Atalntis stehen unter dem Kommando von Captain Thorndyke. Und wenn er der Meinung ist zwei Pläne zu brauchen, dann denke ich mir sollten sie ihn machen lassen“.
„Keine Gefahr Commander ich meine ja nur“.
Alle sahen Applegate mit sehr merkwürdiger Miene an. Denn keiner der Anwesenden hätte mit so etwas gerechnet. Außer vielleicht Captain Brannigan der seinen Kollegen ja schon von früher her kannte und mit solchen Zwischenbemerkungen gut vertraut war. Keiner der anwesenden Besatzungsmitglieder sagte auch nur ein Wort. Nur jede Menge Blicke kreisten durch den Raum.
„Autorisation Thorndyke Zwei Sieben Alpha-Tango, sprechen, sie Admiral“.
„William-Peter, die Situation auf dem Planeten droht aus den Fugen zu geraten. Die Nachrichtenstation sandte mir vor einiger Zeit noch eine persönliche Nachricht, kurze Zeit später kam nichts mehr. Auch meine Tochter, die auf dem Planeten lebt, meldet sich nicht mehr. Hören sie Captain, mir liegt wirklich sehr viel daran, dass s

e nicht nur die Bevölkerung retten, sondern auch die Ursache für die bevorstehende Katastrophe herausfinden. Außerdem habe ich noch einen persönlichen Gefallen, den sie mir bitte erfüllen könnten. Bitte bringen sie, meine Tochter nach der Rettungsmission sofort auf die Erde. Der Transport hat höchste Priorität, aber leider kann ich die ATLANTIS nicht von allen anderen Aufgaben entbinden“.
„Admiral, ich werde alles Notwendige tun, um eine Katastrophe zu vermeiden. Was ihre Tochter angeht, auch sie werde ich ihnen hoffentlich unversehrt zurück bringen, was die weiteren Aufgaben angeht, die mich, meine Besatzung und das Schiff angehen, so werde ich die Dringlichsten erledigen, die anderen werde ich nur etwas aufschieben, Thorndyke Ende“.
Der Admiral schien mehr als nur bedrückt zu sein, als er Captain Thorndyke diese Nachricht übermittelte. Auf dem Bildschirm machte er zwar einen ruhigen und gepflegten Eindruck, aber schon an seiner Stimme konnte man merken, dass ihm diese Angelegenheit sehr nahe ging.
Der Captain machte sich sofort auf, um wieder in den Beobachtungsraum zu kommen. Als er dort war, erklärte Commander Novak, das sie mit der Besprechung nicht weiter gemacht, sondern auf ihn wartet hatten.
„Meine Damen und Herren, ich habe gerade mit Admiral Henry gesprochen und er teilte mir mit, dass die Situation auf dem Planeten zu eskalieren droht. Deshalb sollten wir die Besprechung so schnell wie möglich zum Ende führen und uns an die Arbeit machen. Fähnrich, sie werden bestimmt nichts dagegen haben, wenn ich den Rest der Vorgehensweise den beiden Captains erklären werde. Wo waren wir eigentlich stehen geblieben? Ja, Lieutenant Commander McGillycuddy. Der Chefingenieure wollte dem Captain gerade auf die Sprünge helfen, als dieser sich wieder erinnerte, wo die Besprechung endete. „Aah, ich weiß jetzt wo. Wir waren bis zum Beschuss auf die Sonnenoberfläche gekommen. Dort werden sich dann superflüssige Gaseruptionen bilden und, so hoffen wir, im gleichen Winkel austreten. Die Gaseruptionen werden den Asteroidenschwarm zum größten Teil vernichten. Wenn wir größtes Glück haben werden vielleicht auch alle Gesteinsbrocken vernichtet. Führungsstab weggetreten. Counselor erweisen sie mir und den beiden Captains die Ehre und bleiben noch einen Augenblick“.
Bis auf Captain Applegate und Captain Brannigan blieben vom Führungsstab nur Captain Thorndyke und Counselor Stuart im Beobachtungsraum. McGillycuddy und sein Team gingen zurück in den Maschinenraum, Lieutenant Ffolkes machte sich wieder an die Arbeit den Zusammenbau der Sonde zu vollenden und der Rest vom Führungsstab machte sich auf zur Brücke. Die restlichen Mitglieder der Besprechung gingen sofort wieder auf bzw. an ihre Stationen, um mit ihrer Arbeit weiter zu machen. Es wurde nun beraten, wer und wie viele von den Solarwissenschaftlern auf die ATLANTIS kommen würden. Man kam zu der Erkenntnis, dass ca. 50 Wissenschaftler auf die ATLANTIS versetzt werden sollten. Captain Brannigan erinnerte Captain Thorndyke nicht nur an Plan B, er wollte auch noch ein anderes Anliegen geklärt wissen.
„Captain, was ich sie vorhin schon fragen wollte. Warum salutiert man nicht vor ihnen, wenn sie einen Raum betreten. Macht das hier Keiner an Bord? Also auf meinem Schiff und ich denke bei Captain Applegate wird es genauso gehandhabt. Der ranghöchste Offizier nach dem Captain salutiert, wenn dieser zugegen ist. Aber auch dann, wenn der Captain einen Raum betritt und auch wenn er ihn wieder verlässt“. Ach ja und nicht zu vergessen, wie sieht der überhaupt aus Ihr Plan B“?
Thorndyke antwortete darauf:
„Captain, Plan B wollte ich eigentlich so aufbauen, wie Plan A nur mit dem Unterschied, dass die Bevölkerung auf schnellstem Wege an Bord unserer Raumschiffe gebracht wird. Außerdem sollte man auch das Viehzeug mit an Bord beamen, die Frachträume sind groß genug und die Holodecks kann man entsprechend programmieren. Und wenn der Platz nicht ausreichen sollte, werden wir zusätzlich noch unsere gesamten Shuttles besetzen und rausschicken, um somit noch mehr Platz auf den Raumschiffen zu schaffen. Was die Salutierung angeht, in meinem Computer-Logbuch habe ich einem Vermerk dazu gemacht. Meine ehrliche und persönliche Meinung dazu. Ich habe es schon immer gehasst, das meine Offiziere vor mir strammstehen müssen. Eine etwas gelockerte Form des Kommandos wird weitaus mehr bringen, als das ständige Salutieren. Meine Offiziere haben kein Problem damit Haltung anzunehmen. Alles andere halte ich über übertriebene Gehorsamspflichten. Schließlich sind wir hier in einer Gemeinschaft und nicht in der Armee. Ist ja fast so schlimm, als würde wegen einem ein roter Teppich ausgerollt. Also wenn es bei ihnen an Bord so dienlich ist, bitte schön das ist ihre Sache, aber auf meinem Schiff habe ich das Sagen. Und nun lassen sie uns keine weitere Zeit verschwenden. Wir werden davon wahrscheinlich ohnehin zu wenig haben.
„Captain Thorndyke, wenn es Ihnen von Vorteil sein wird, schlage ich vor, die noch nicht in Betrieb genommene Sensorenphalanx der U.S.S. MARADITH als zusätzlichen Aufnahmeplatz für die Bevölkerung einzurichten.“
„Captain Brannigan, das ist eine sehr gute Idee.“
„Ja, Counselor was gibt es?“
„Captain, wir müssen jetzt aber die Suppe schnell zum Kochen bringen, sonst bringen uns die Asteroiden noch zum Kochen“.
„Ja, ja, Counselor, ich habe die Bevölkerung nicht vergessen“.
Der Captain gab dem Counselor Recht und legte den beiden anderen Captains nah die Zusammenlegung der Besatzungen sofort durchzuführen. Als diese Maßnahme abgeschlossen war, machten sich alle drei Raumschiffe auf den Weg, um die bevorstehende Katastrophe zu verhindern.
Die Sternenflottenschiffe setzten sich sofort in Bewegung und beschleunigten wenig später auf maximale Warpgeschwindigkeit, dabei erleuchteten die Warptriebwerke in einem weißblauen Farbton. Anschließend verschwanden die drei Schiffe mit einem hellen Lichtblitz in der Ferne.

Währenddessen versuchten die Menschen auf dem Planeten der Regierung klarzumachen, das sie schon viel früher auf dieses Problem hätten reagieren müssen. Viele der Bewohner hatten sich zusammen geschlossen, um einen Aufstand gegen die Regierung zu verwirklichen. Doch schon bald wurde den Meisten klar, dass sie mit diesem Verhalten gar nichts erreichen konnten, denn ihre Welt war nicht so reich ausgestattet, dass sie aktiv an der Raumfahrt teilnehmen konnten, das hieß die Bevölkerung von AMBROSIUS hatte keine eigenen Raumschiffe oder andere Pendelfahrzeuge. Doch einige wenige Personen versuchten sich mittlerweile an der Unwissenheit der Anderen zu bereichern. Sie erzählten, dass zwar genug Raumschiffe der Föderation im Anmarsch wären, aber das die Plätze auf den Raumschiffen nur mit diversen Zahlungsmitteln vergeben würden. Wer also kein Geld oder was Ähnliches hatte, müsste auf dem Planeten bleiben, um dort auf sein Ende zu warten.
Die Regierung war momentan total überlastet, sowie sämtliche Kommunikationskanäle und auch alle anderen Kommunikationseinrichtungen. Daher hatte auch Admiral Henry keinen Kontakt zu seiner Tochter und der Regierung herstellen können.
Auf der U.S.S. MARADITH, einem Raumschiff der Nebula-Klasse, wurde währenddessen die Sensorenphalanx in ein notdürftiges Aufnahmelager verwandelt. Lampen, Tische, Stühle und Betten wurden hier eingerichtet und man bekam den Eindruck, dass hier ein kleines Aufnahmelazarett entstand. Auf den beiden anderen Raumschiffen wurden in dieser Zeit die größten und aufnahmefähigsten Shuttles auf den bevorstehenden Einsatz vorbereitet. Von der ATLANTIS wurden 7 Shuttles ausgewählt. Lediglich das Shuttlepod sollte an Bord bleiben, da dieses nur eine Aufnahmekapazität, im äußersten Notfall von fünf Personen, hatte. Die
U.S.S. VENTURE NCC-71854 hatte dagegen ein viel größeres Potential an Aufnahmefähigkeit, ganz ähnlich wie die U.S.S. MARADITH NCC-75340. Die Solarwissenschaftler, die man von beiden Raumschiffen ausgewählt hatte, wurden nach und nach an Bord der ATLANTIS gebeamt. In Transportraum zwei wurden sie gleich von Counselor Stuart, im Namen des Captains, empfangen. Ein Team der Sicherheit, welches aus mehreren Personen stammte, begleitete die Wissenschaftler, aufgeteilt in mehrere Gruppen, nach Deck zehn, dem Wissenschaftsdeck. Hier fanden, die vorübergehenden neuen Crew-Mitglieder, nicht nur ihre Stationen zum arbeiten. Das Deck war so aufgeteilt worden, das auch hier die Quartiere der arbeitenden Personen war. Für diesen Teil der Operation konnte ein wenig Zeit gespart werden, da die Wissenschaftler nicht noch durch das ganze, für sie fremde Schiff, irren mussten.
Die einzige Hauptstadt auf dem Planeten umfasste eine Bevölkerungszahl von ca. 50.000 Personen. Dabei wurden allerdings nicht die vielen kleinen angrenzenden Häuser, außerhalb der Hauptstadt, in Betracht gezogen. Der Fehler hierfür sollte erst viel später auftauchen. Nach den allgemeinen Hochrechnungen waren die Raumschiffe so ausgelegt, das man etwa 42.000 Personen an auf drei Schiffe verteilen konnte. Somit war eine Differenz von ca. 8.000 Menschen noch nicht bewältigt. Ganz zu schweigen von den angrenzenden Häusern, die auch noch mal mit etwa 200 Personen zu Buche schlagen sollten. Zwar wurde auch noch nicht die Aufnahmekapazität der Shuttles bedacht, aber zusätzlich noch mal ca. 8.200 Menschen unterzubringen, sollte sich nicht als einziges Problem entpuppen. Hatte man doch auch das Viehzeug, welches auf dem Planeten lebt, vergessen. Ob die Shuttles dieser Aufgabe wirklich gewachsen waren, einen großen Teil der Bevölkerung aufzunehmen? Beim Durchdenken und in Betrachtziehen der Möglichkeiten hatte man nicht nur die Sensorenphalanx vergessen, sondern auch die Holodecks, die vielen Freizeitanlagen und die Bereiche, die sonst in einem Raumschiff nicht genutzt wurden. Bei dieser vielfältigen Unterbringung rechnete man per Computer aus, das die Unterbringung zu ermöglichen sei.


AMBROSIUS V

Nach einer Flugzeit von nur 45 Minuten erreichten die drei Raumschiffe den Planeten AMBROSIUS V. Alle drei Schiffe der Flotte verlangsamten sofort auf Impulsgeschwindigkeit und die langgezogenen Warpsterne nahmen wieder ihr ganz normales Aussehen an. Im selben Augenblick bat Captain Thorndyke den Kommunikationsoffizier eine Konferenzschaltung auf den Hauptschirm zu schalten. Dort erschien dann zuerst die Außenansicht der beiden Raumschiffe und nach kurzer Zeit die beiden Captains. Thorndyke erklärte den beiden Sternenflottenoffizieren, das sie wie besprochen vorgehen wollten. Allerdings hatte Thorndyke ihnen eine kleine Änderung mitzuteilen. Sollte der Plan mit dem Einflug in
die Korona und der Beschießung der Sonne fehlschlagen, müsste die Bevölkerung sofort evakuiert werden. Das hieß die ATLANTIS flog wie vereinbart an den äußeren Rand der Sonne, um ihre Aktion planmäßig durchzuführen. Sollte sich nach kurzer Zeit kein erfolgversprechender Vorteil zeigen, würde man mit der ATLANTIS sofort in eine Umlaufbahn um den Planeten einfliegen und sich mit der zu diesem Zeitpunkt schon laufenden Evakuierung zu beteiligen.
In Frachtraum vier bastelte Lieutenant Ffolkes an seiner Beobachtungssonde herum, aber irgendwie kam er nicht weiter und griff auf das freundliche Entgegenkommen des Captains zurück. Dabei tippte er auf seinen Kommunikator und meldete sich bei Thorndyke.
„Captain, ich komme hier unten nicht weiter und würde gern ein oder zwei von ihren Solarwissenschaftlern zu Rate ziehen“.
„Thorndyke hier, Lieutenant ich schicke ihnen so gleich zwei Offiziere. Aber beeilen sie sich bitte denn wir werden in Kürze an den vereinbarten Koordinaten, an Rande der Sonne, eintreffen. Und so wie ich sie verstanden habe, müssen sie die Beobachtungssonde ja auch noch in den LAUNCHER beamen“.
„Captain, wir werden hier gleich fertig sein, ich brauche ja nur noch ein oder zwei Drähte verlöten und zwei Schalttafeln einbauen, aber ohne die Hilfe von einem zweiten paar Hände, schaffe ich es allein nicht. Ffolkes Ende“.


Eine Ente

Nicht nur einer der Solarwissenschaftler hatte eine andere Berechnung über die Asteroiden bekommen. Das ganze Wissenschaftsdeck hatte nunmehr eine andere Ausgangssituation für die bevorstehenden Stunden. Sofort informierte man die Brücke. Thorndyke, der sich nebenan aufhielt, bekam die Mitteilung direkt in seinen Raum gelegt. Obwohl auf der Brücke ein reges Treiben an Gesprächen stattfand, konnte man das Fluchen vom Captain nicht überhören. Man verstand zwar nicht jedes Wort, doch konnte man mithören, das die Berechnungen, die aus dem Hauptquartier stammten, wohl alles andere als richtig und genau waren. Thorndyke, ein sonst ruhiger Mensch, den normalerweise so schnell nichts aus der Ruhe bringt, war in diesem kurzen Moment zu einem regelrecht tosendem Vulkan geworden. Nicht nur das er bei jedem zweiten Wort fluchte, auch die Padd‚s, die auf seinem Tisch verteilt lagen, flogen eins nach dem anderen vom Tisch. Commander Novak, der zu diesem Zeitpunkt nicht auf der Brücke war, wurde sofort benachrichtigt. Auch Counselor Stuart wurde in Kenntnis gesetzt und darum gebeten, ein oder zwei Personen von der Sicherheit mitzubringen. Im gleichen Atemzug als sich Stuart vergewissern wollte, was eigentlich los sei, stieß Novak zu ihr. Beide schüttelten den Kopf und sahen sich fragend an.
„Weißt du was der Captain hat. Mich haben sie von Holodeck drei gerufen. Irgendwas würde mich dem Captain nicht stimmen,“ erklärte Novak.
„Ja und mich haben sie aus einer Besprechung geholt, weil irgendwas nicht in Ordnung sei. Auch bekam ich mitgeteilt, das die Wissenschaftler von Deck zehn etwas rausgefunden haben. Nur was und in welchem Zusammenhang das alles mit unserem Captain steht, das weiß ich allerdings auch nicht. Ich weiß jedenfalls nur soviel, das der Captain sich nur von zwei Dingen derartig wohl aus der ruhe bringen lässt“, erwiderte Stuart.
„Und die wären,“ wollte Novak wissen.
Im gleichen Augenblick zog er mal wieder seine Augenbrauen bis zum Anschlag hoch und sah Stuart erstaunt fragend von der Seite an. Diese Geste sah für einen Unwissenden aus, als wolle Novak sagen. Sie wissen etwas, was ich nicht weiß. Es lässt sich alles logisch erklären, wobei man dieses ja nicht immer auf die Menschen zurückführen kann.
Stuart erklärte ihm was er wissen wollte. „Ich denke mir mal, der Captain würde wahrscheinlich genauso handeln wie ich jetzt. Also er lässt sich nur vom sinnlosen Tod seiner Mutter und von ungenauen und nahezu falschen Angaben oder Berechnungen total aus der Fassung bringen. Und ich denke mir mal, das Letzteres der Grund für seinen Gefühlsausbruch ist. Hoffentlich liegen die Padd‚s noch auf seinem Tisch. Denn wenn die erst mal geflogen sind, dann gute Nacht“.
„Was haben denn die Padd‚s damit zu tun“?
Novak wollte eigentlich noch etwas mehr zu diesen zwei Punkten sagen, doch im gleichen Augenblick erreichten sie ihr Ziel. Der Turbolift auf der linken Seite hatte auf Deck eins angehalten und die Türen öffneten sich. Alle Blicke waren auf die beiden Offiziere gerichtet, die man zu Hilfe geholt hatte. Stuart und Novak sahen sich nur fragend an und traten aus dem Lift heraus. Während sie zwei drei Schritte gemacht hatten und grade die zwei Stufen hinabgingen in den vorderen Bereich der Brücke, hielt der rechte Lift an und drei Personen von der Sicherheit betraten die Brücke. Noch immer war Thorndyke am fluchen. Stuart winkte die Drei aus ihrem Team zu sich herüber. Langsam schritten sie zu den Türen, hinter denen sich ein noch immer gefühlsausbrechender Captain befand. Auf der Brücke war es nun mucksmäuschenstill geworden. Die Fünf gingen bis vor die Tür des Bereitschaftsraums und als sich diese, mit dem gewohnt leisen Zischen, öffnete, war es auch hier mit einem mal absolut still. Stuart, direkt dahinter Commander Novak und ihm folgend die drei von der Sicherheit, schauten vorsichtig um die Ecke. Thorndyke, der im gleichen Augenblick total überrascht war, schaute ebenfalls etwas sonderbar um die Ecke. Stuart wies ihre drei Offiziere an, sich vom Ort des Geschehens zu entfernen. Novak und Stuart traten weiter in den kleinen Raum und die Türen verschlossen sich hinter ihnen. Thorndyke wollte in erster Linie wissen, warum sie so fragend um die Ecke geschaut hatten. Der Counselor und Nummer eins dachten da wohl an die gleiche Frage.
Commander Novak konnte dieser Stille nicht mehr länger den Vortritt lassen.
„Captain, warum diese Gefühlsentladung. Was ist passiert? Können wir helfen“.
„Nummer eins, wir haben nun schon wenig Zeit und da ist es doch bestimmt nicht zuviel verlangt, das man auch die richtigen Berechungen bekommt, oder was meinen sie dazu“?
Novak stand völlig auf dem Schlauch. Er konnte zu dieser Darlegung im Augenblick überhaupt nichts sagen. Das hatte wohl damit zu tun, das er und auch Counselor Stuart nicht wussten, warum Thorndyke so derartig aus der Haut gefahren war. Stuart hinterfragte vorsichtig die Beweggründe des Ausbruchs, um doch noch zu erfahren, was denn eigentlich los ist.
„Captain, ich will nicht lange um den heißen Brei herum reden, aber könnten sie uns vielleicht mitteilen, warum wir hier sind“.
„Tja Counselor, wenn sie mich so fragen, da gibt es ja wohl nur eine Antwort drauf. Die Wissenschaftler von Deck zehn haben herausgefunden, das die Berechnungen und Angaben zum Planeten ungenau und fehlerhaft sind. Das Hauptquartier hat uns vollkommen falsche Informationen vermittelt. Das womit wir es hier zutun haben ist kein Asteroidenfeld was sich durch die Sonnenanziehungskraft nähert, sondern ein sich alle dreizehn Jahre wiederholendes Schauspiel der Natur. Ich könnte diese hochdeplazierten Herren in unserem Hotel Garni am liebsten in den Arsch treten. Die ganze Vorbereitung ist zum Teufel und die armen Höllenhunde auf dem Planeten warten schon verzweifelt auf unsere Hilfe. Ich könnte die Decke hochgehen, ich könnte alles Mögliche tun, nur um diesen hirnlosen Sesselwärmern den Marsch zu blasen“.

Thorndyke wurde von einem Satz, von Commander Novak unterbrochen der es wirklich in sich hatte. „Captain, wenn es ihnen nützlich und dienlich ist, dann könnte ich ja ein paar dieser Herren festhalten oder sollen wir sie anschließend hier auf die ATLANTIS zu diesem Konzert einladen“.
„Nummer eins, manchmal frage ich mich wirklich wo bleibt ihre Logik. Ich will weder das sie die Herren festhalten, noch werde ich hier an Bord der ATLANTIS ein Konzert veranstalten, geschweige ich würde es tun, dann würde ich bestimmt nicht diese Erstklässler dazu einladen. Und kommen sie mir jetzt nicht wieder mit einer Bemerkung zu dieser Bemerkung. Counselor wir haben ein Problem, von den zu erwartenden Folgen will ich noch gar nicht sprechen. Wir müssen uns jetzt ganz schnell was einfallen lassen, sonst kommt es wirklich noch zu einer Katastrophe, an dessen Auswirkungen ich nicht einmal im Traum denken möchte. Noch eine Besprechung würde uns zuviel Zeit kosten. Wir werden jetzt und hier handeln. Nummer eins, eine Konferenzschaltung auf den Hauptschirm, ich komme sofort. Counselor kommen sie mit, ich brauche sie“.
Mit diesem Satz wandten sich die Offiziere auf und gingen zur Brücke. Die Konferenzschaltung stand und Thorndyke erklärte den beiden anderen Captains die Sachlage.
„Meine Herren, durch ein fehlerhafte und falsche Einschätzung seitens des Hauptquartiers sind wir nun gezwungen innerhalb kürzester Zeit zur Tat zu schreiten. Ich würde vorschlagen, wir lassen alle drei Raumschiffe in unterschiedlicher Höhe um den Planeten kreisen. Sollten sie auf den Beschuss der Asteroiden aufmerksam werden, vergrößern sie sofort den Abstand zum Planeten. Wir beamen eine gewisse Anzahl von Besatzungsmitgliedern auf den Planeten und klären ganz kurz ab, wie wir vorgehen wollen. Sollten sie von dem Asteroidenbeschuss schon auf
em Planeten überrascht werden, beamen wir soweit es geht die Bevölkerung trotzdem weiter an Bord. Diejenigen die wir nicht hochbeamen können, werden in die Obhut einiger unserer Leute geschickt. Ich habe den Planeten vor einigen Minuten scannen lassen und festgestellt, das es in der unbewohnten Region mehrere Höhlen gibt, die Schutz bieten. In diese Höhlen werden wir die restlichen Personen bringen. Ich wünsche ihnen viel Glück meine Herren. Thorndyke Ende“.
Nach dem nun auch die Besatzung der ATLANTIS informiert worden war, rüstete sich die halbe Sicherheitsabteilung mit Phasern und einem Überlebenskoffer aus. Die andere Hälfte der Abteilung musste an Bord bleiben, da man noch Personal brauchte, die die Bewohner des Planeten nach dem Beamen in die für sie vorgesehenen Räume bringen und auch beaufsichtigen musste.
Captain Thorndyke, Commander Novak, Counselor Stuart und Lieutenant Commander Rogers begaben sich zu Transporterraum eins. Auch sie bekamen jeder einen Phaser und einen Überlebenskoffer. Als die vier Offiziere sich im Transporterraum trafen, sprach Thorndyk
noch ein paar Worte zu ihnen. Während die Vier die Transportplattform betraten, stellten sich noch acht Mitglieder der Sicherheit dazu.
„Das auf was wir uns da jetzt einlassen, ich kann ihnen nicht sagen wie es ausgehen wird, aber ich hoffe sie später alle wieder gesund und munter an Bord der ATLANTIS wiederzusehen. Chief haben sie die Daten, d
s sie uns direkt in das Hauptgebäude beamen können“.


Auf dem Planeten

Der Chief nickte, gab die Koordinaten ein und fuhr anschließend mit der rechten Hand den Sequenzauslöser hoch. Die zwölf Personen auf der Plattform dematerialisierten um kurze Zeit später im Hauptgebäude der kleinen Regierung von Ambrosius wieder zu materialisieren. Das Regierungsoberhaupt stürzte gleich auf Thorndyke und sein Gefolge zu. Mit schussbereiten Phasern hielt man die zehn bis fünfzehn Personen auf Distanz. Thorndyke machte ihnen kurz klar worum es ging und wie sie vorgehen wollten. Nach kurzer Beratung öffnete man die großen Türen im Eingangsbereich des Hauptgebäudes. Thorndyke, der von der ATLANTIS noch einige Lautsprecher auf den Planeten beamen ließ, hielt mit dem Regierungsoberhaupt eine kurze Ansprache. In dieser wurde bekannt gegeben, das alle Bewohner des Planeten sich den Mitgliedern von den Raumschiffen zu fügen und zu gehorchen hätten. Sollte dies nicht der Fall sein, würde sie für ihre Konsequenzen selbst haften müssen. Auch wurde kurz mitgeteilt, das die meisten der Bewohner an Bord der Rauschiffe gebeamt würde. Alle anderen die es nicht schaffen würden, sollten dem Personal der Raumschiffe zu den nahegelegenen Höhlen folgen. Für eine Erklärung sei jetzt leider nicht die Zeit. Wenn der Asteroidenschauer vorbei sei, würde man der Bevölkerung genauer erklären woran sie sei. Jeweils zwei Personen aus den Sicherheitsteams erklärten den Bewohnern kurz, wo sie sich hinzustellen hatten, um anschließend an Bord eines Raumschiffes zu kommen. Das Beamen verlief relativ reibungslos. Stuart und Thorndyke wollten sich gerade in Richtung der angrenzenden Siedlungen aufmachen, als plötzlich die Tochter des Admirals vor ihnen stand. Sie erzählte dem Counselor sofort wer sie war und Thorndyke staunte nicht schlechte als er erfuhr, wer diese junge und attraktive Dame war. Was er allerdings nicht so recht verstehen konnte, das sie nur einen Hauch an Hautfarbe ihres Vater mit auf den Weg bekommen hatte. Der Admiral war ein Schwarzer, wenn man es mal so ausdrücken möchte und seine Frau eine Weiße. Allerdings war ihre Tochter auch weiß, wenn gleich ihre Haut eine sehr hohe Zahl in dunklen Pigmenten aufwies. Dies sollte allerdings keine Verzögerung in den Ablauf zur Rettung der Bewohner bringen. Thorndyke schien ein wenig verwirrt, wenngleich nur für eine kleine Weile. Thorndyke bedeutete ihr sich zu den anderen Personengruppen zu begeben, um dann auf eines der Raumschiffe gebeamt zu werden. Sie allerdings hatte kein Interesse sich von dem Planeten wegbringen zulassen. Sie hatte vielmehr die Absicht hier unten zu helfen. Kurzum nahmen Stuart und Thorndyke die Tochter des Admirals mit.
Gruppen von jeweils 24 Personen konnten mit den Personentransportern auf die ATLANTIS gebeamt werden. Die Frachttransporter konnten jeweils mit 15 Personen ausgelastet werden. Die U.S.S. MARADITH NCC-75340 und die U.S.S. VENTURE NCC-71854 hatten beide, im Gegensatz zur ATLANTIS, eine weitaus größere Kapazität und konnten somit, eine größere Anzahl von Personen an Bord beamen. Es sollte auch nicht lange dauern, da fielen auch schon die ersten größeren Gesteinsbrocken auf den Planeten. Derzeitig hatten die Flugkörper zwar nur die Größe eines Tennisballs, aber man war sich sicher, das es nicht mehr lange dauern würde, bis die Gesteinsbrocken größer würden. Die Bruchstücke, die gegenwärtig auf den Planeten trafen und explodierten hatten eine Heftigkeit, die mit einer alten aus dem zwanzigsten Jahrhundert stammenden Granate zu vergleichen war. Sie rissen in Häuser und Boden große Löcher. Der Platz vor dem Regierungsgebäude glich inzwischen einem Schutthaufen, der von löchern und Trümmern der umliegenden Häusern übersät war. Die meisten Menschen der Bevölkerung bekamen Panik und liefen wild durcheinander. Captain Brannigan der sich auch auf den Planeten hatte beamen lassen, sprach mit seiner rauchigen unüberhörbaren Stimme durch die Lautsprecher und warnte die Haufen wildgewordener Hühner, denn so sah es auf den ersten Augenblick aus, sich sofort wieder zu beruhigen und den Anordnungen der Besatzungen zu folgen. Das Transportieren der Bevölkerung durch die Transporter kam gut voran. Ob der Einsatz der Shuttles zu einem schnelleren Transport verhelfen würde, wurde durch die herabfallenden Gesteinsbrocken sofort außer Frage gestellt. Der Beschuss durch die herannahenden Asteroiden wurde nun stärker. Auch die Größe der herunter stürzenden Himmelskör
er veränderte sich rapide. Waren es vor knapp zwei Stunden noch tennisball große Steine. Jetzt waren sie auf die Größe eines Fußballs herangewachsen. Der Schauer war auch impulsiver geworden und jetzt nur noch unter äußerster Lebensgefahr zu durchschreiten. Das Regierungsgebäude wurde von einem dieser Feuerbälle getroffen und postwendend in Schutt und Asche gelegt. Thorndyke, Stuart und zwölf Mitglieder der Sicherheit waren mittlerweile bei den angrenzenden Siedlungen angekommen. Sie waren zwar ein ganzes Stück von der Hauptstadt entfernt, aber der Einschlag war nicht zu überhören, auch konnte man aus der Entfernung genau sehen wo der Rauch aufstieg. Die hier wohnende Bevölkerung wurde unverzüglich auf die bevorstehenden Rettungsmaßnahme in Kenntnis gesetzt. Das Personal der Transporterräume auf den Raumschiffen wartete lediglich nur noch auf die Koordinatenfreigabe zum beamen. Da die Intensität der Aufschläge immer heftiger wurde, wollte Thorndyke es nicht riskieren die Leute hochzubeamen. Der feurige Regen wurde nun immer heftiger und hatte wohl fast seinen Höhepunkt erreicht. Die Brocken die jetzt die Planetenoberfläche trafen, explodierten und hinterließen gewaltig große Löcher. Man musste gut aufpassen das man nicht von den herumfliegenden Splittern getroffen oder gar erschlagen wurde. Stuart scannte mit ihrem Tricorder nach den Höhlen, die Thorndyke von der ATLANTIS aus, erspäht hatte. In einer Entfernung von gut zwei Kilometern hatte sie einige Höhlen und Felsvorsprünge ausmachen können. Nun hieß es diese Höhlen so schnell wie möglich zu erreichen. Man musste dann in diesen Höhlen oder unter einigen Felsvorsprüngen Schutz suchen. Commander Novak tippte auf seinen Kommunikator: „Novak an Lieutenant Commander Stuart, ist der Captain bei ihnen? Ich bekomme im Moment keine Verbindung zu ihm“.
„Ja Commander, er steht hier gleich neben mir. Wollen sie selber mit ihm sprechen oder kann ich ihm etwas ausrichten“.
„Counselor, sagen sie ihm nur das wir bis auf ca. 50 Bewohner alle an Bord der Raumschiffe gebeamt haben. Die noch hier Anwesenden wollen ihre Häuser und Hütten nicht verlassen, das sind noch so ca. 25 Personen. Ich kann sie leider nicht zwingen mitzukommen. Sollte hier der Letzte hochgebeamt worden sein melde ich mich noch mal, Novak Ende“.
Der Counselor erzählte dem Captain was Commander Novak zu berichten hatte. Thorndyke nickte nur kurz mit dem Kopf.
Stuart, die nach diesem Gespräch noch ein paar Decken von der ATLANTIS ordern wollte, merkte wie mitten im Gespräch die Verbindung zu ihrem Raumschiff abriss. Stuart informierte Lieutenant Commander Rogers der jetzt mit Commander Novak bereit zum Beamen war. Stuart die normalerweise alle Offiziere mit Rang und Namen anredete, sprach jetzt Rogers mit seinem Vornamen an. Im gleichen Augenblick drehte sich Thorndyke um. Er hatte erst gedacht der Counselor würde ihn mit Vornamen anreden. Genauso überrascht war er das sie den zu kontaktierenden Offizier so anredete. Das mochte wohl daran liegen, das die Zeit nun sehr knapp wurde und man schon mal auf die Förmlichkeiten verzichtete.
„William, die Verbindung zur ATLANTIS ist vor wenigen Sekunden abgebrochen. Wenn sie fertig sind, lassen sie sich mit Commander Novak an Bord der MARADTIH oder der VENTURE beamen. Der Captain, einige vom Sicherheitspersonal, die Tochter des Admirals, etwa 200 Menschen und ich werden hier unten auf dem Planeten bleiben. Sollte es zur Sicherheit dienen, befehligen sie die Raumschiffe aus ihrer jetzigen Umlaufbahn. Sobald dieser Feuerregen vorbei ist melden wir uns oder sie sich. Wir müssen uns jetzt beeilen, die niedergehenden Feuerbälle werden....
Dann brach der Kontakt ganz ab. Die große Gruppe von Menschen lief mit sehr schnellen Schritten immer weiter in das Landesinnere.
„Captain, wir haben jeglichen Funkkontakt zu den anderen Außenteams verloren. Auch bekomme ich keine Verbindung mehr zu den Raumschiffen. Lassen sie uns schnellstmöglichst in diese Höhlen gehen, die Leute werden immer unruhiger und die Gesteinsbrocken immer größer. Ist es denn noch weit“?
„Nein Counselor, wir haben es gleich geschafft. Die erste Höhle ist gleich da vorn. Die anderen Höhlen sind miteinander verbunden, sodass wir nicht weiter hier draußen nach einem weiterem Unterschlupf suchen müssen. Los kommen sie, beeilen sie sich“.
Der Captain stand inzwischen auf der linken Seite des Höhleneingangs und ein Mitglied der Sicherheit auf der rechten Seite. Der Counselor war schon weiter in die Höhle hinein gegangen. Ein Lieutenant von der Sicherheit trieb die Leute an, damit sie schnellstmöglichst in den schützenden Unterschlupf kamen. Bis das der Letzte endlich drinnen war, verging noch eine Weile, da die Menschen nach dieser Wanderung sehr außer Atem gekommen waren.An Bord der Raumschiffe wurden derweil die Menschen aus der Bevölkerung medizinisch versorgt und in die, für die zur Rettung vorbereiteten Räume untergebracht. Verluste waren hier Gott sei Dank keine zu beklagen. Die letzte Gruppe, von ca. 20 der Zufluchtsuchenden wurden von herumfliegenden Klumpen eines abgestürzten Asteroiden getroffen. Auch Miss Fraser, die Tochter des Admirals gehörte zu dieser Gruppe. Sie hatte es vorgezogen ganz hinten zum Schluss mit den Siedlern zu gehen. Denn sie war eine der Wenigen, die den Weg zu diesen Höhlen kannte. Der Captain und zwei von der Sicherheit eilten zur Hilfe. Für zwei alte Männer, eine junge Frau und zwei Kinder kamen sie doch zu spät. Die Brandverletzungen waren so groß das man ihnen nicht mehr helfen konnte. Thorndyke bekam schon einen Schrecken als er die tote junge Frau auf dem Boden liegen sah. Doch die junge Miss Fraser hatte Glück und kam unbeschadet mit dem Schrecken davon. Sie tippte dem Captain von hinten auf den Rücken und sagte ihm, sie sei die Letzte aus dieser Gruppe. Der Captain war sichtlich erleichtert, als Miss Fraser ihn berührte. Der Rest von der Gruppe, die jetzt nur noch aus fünfzehn Personen bestand musste sofort in die schützende Höhle laufen, auch wenn man die toten Menschen da draußen einfach liegen lassen musste.
„Sollten wir nach diesem heißem Kugelhagel die Zeit finden die Toten zu bestatten, dann werden wir dies natürlich tun, aber jetzt gilt es an die Lebenden zu denken. Was nützt es wenn, sie die toten Menschen schützen und an sich selber nicht denken. Den Toten können sie nicht mehr helfen, auch wenn das jetzt sehr hart klingt. Denken sie an sich und die Hinterbliebenen. Thorndyke legte einen sehr harten und strengen Ton an den Tag. Er war sich im Klaren darüber, wenn er jetzt nicht durchgreift und Disziplin von den Menschen verlangt, dann gerät die ganze Sache noch aus dem Lot.
Endlich waren alle Personen in Sicherheit. Der Feuerhagel wurde immer heftiger und die Decken und Wände bebten bei den Aufschlägen. Wie lange mussten sie nun hier ausharren. In dem Überlebenskoffer waren zwar einige Rationen an Essbaren Sachen und etwas zu Trinken war auch darin, aber dies reichte lediglich nur für eine längere Zeit für ein oder zwei Personen. Eine ganze Heerschar von fast 200 Personen konnte man nicht mit den vierzehn Überlebenskoffern nicht mal für einen Tag satt bekommen. Auch wenn einige Personen es vielleicht schafften, einen oder zwei Tage ohne feste Nahrung auszukommen, war das Problem nicht gelöst. Man wusste ja noch gar nicht wie lange man in den Höhlen verbleiben musste.
Ein gewaltiger Knall, ein kurz danach einsetzendes Beben ließ alle Anwesenden in den Höhlen aufschrecken. Dies musste ein besonders großer Asteroide gewesen sein. Von den Decken kamen kleine Gesteinsbrocken runter und von einem auf den anderen Augenblick war der Eingang der schützenden Höhle durch mehrere große Felsgesteine versperrt. Sich mit den Phasern durch zu schießen hätte kaum sinn gemacht, da man nicht wusste, ob die Deckenbeschaffenheit stabil genug war. Jetzt hatte man nicht nur das Problem zu Warten bis das der Asteroidenhagel vorbei war, jetzt musste man auch noch nach einem zweiten Ausgang suchen. Ganz zu schweigen, das man in der Höhle wohl kaum etwas an Nahrungen finden konnte. Die Probleme häuften sich und in der riesigen Gruppe machte sich Unruhe breit. Thorndyke bat Stuart und Miss Fraser bei den Bewohnern zu bleiben. Er wollte mit einigen von der Sicherheit und ein oder zwei erfahrenen Bewohner nach einem Ausgang suchen. Die Höhlen waren zwar miteinander verbunden, doch suchte man nach einem separaten Ausgang vergeblich. Die Tricorder zeigten nur diesen einen Ein- und Ausgang an, der ja nun leider verschüttet worden war. Es sollte eine ganze Weile dauern, bis der Captain und seine Begleiter wieder bei den Anderen war. Stuart und Fraser hatten mittlerweile alle Hände voll zu tun, um die Leute im Zaum zu halten. Hier und da machte sich schon wieder einige Männer und Frauen gegenseitig verrückt. Panik würde ausbrechen, wenn nicht bald etwas passieren würde oder der Captain bald zurück kommt.
Trotz mehrerer Versuche mit dem Außenteam Kontakt aufzunehmen erreichte man nichts. Der Asteroidenschauer hatte nun seinen Höhepunkt erreicht. Rechtzeitig hatte man die Raumschiffe aus der Gefahrenzone geflogen. Captain Applegate und Brannigan hielten ständigen Funkkontakt zur ATLANTIS aber sie konnten nichts Neues erfahren. Immer wieder nur die selbe Nachricht das der Kontakt um 15.30 Uhr Ortszeit abgerissen war. Seit diesem Zeitpunkt hatten sie keinerlei Nachricht von ihrem Außenteam bekommen. Man beschloss den Feuerhagel abzuwarten und dann nach dem Außenteam zu suchen. Des weiteren kam man zu der Übereinstimmung den Funkkontakt zwischen den Raumschiffen erst mal ruhen zu lassen. Auch der Funkkontakt zum Außenteam wurde fürs Erste eingestellt.
Nicht nur an Bord der ATLANTIS, sondern auch der beiden anderen Raumschiffe, wurden derweil die Menschen von dem Planeten mit Essen und Getränken versorgt. Lieutenant Ffolkes konnte es noch immer nicht fassen, das das Hauptquartier so nachlässig mit wichtigen Daten umging. Das musste er natürlich auch unbedingt in seinen Bericht schreiben. Auch wenn er zu einem Beobachter und Berichterstatter für das Hauptquartier abstellt worden war, so dachte er sich, nicht nur Positives und Negatives von Bord der ATLANTIS zu schreiben, sondern auch die negativen Sachen die, die von außerhalb kamen. Des weiteren dachte er sich so, das nun auch seine wissenschaftliche Beobachtungssonde vielleicht nicht zum Einsatz kommen würde. Er machte sich sofort auf den Weg von Frachtraum eins Richtung Brücke. Als er aus dem Frachtraum heraus trat, bemerkte er das an jeder der Schiebetüren zwei Leute der Sicherheit standen.
„Habe ich was verpasst? Ich glaube mein Besuch auf der Brücke wird mehr als notwendig sein. Da haben sich doch Dinge verändert, von denen ich gar nichts weiß. Mal sehen was der captain dazu sagt“.
In seinen Gedanken ganz vertieft ging Ffolkes durch das Schiff. Als er den einen oder anderen von sicherheitspersonal nach dessen Auftritt fragte, bekam er nur ein Schulterzucken als Antwort. Endlich kam Ffolkes an seinem Ziel, der Brücke, an. Doch statt dem Captain saß Commander Novak auf dem mintgrünen Stuhl des Captains. Gerade als Novak an Lieutenant Commander Rogers das Kommando übergeben wollte, fuhr ihm Ffolkes ins Wort.
„Sagen sie Commander Novak, wo ist der Captain und warum ist die ATLANTIS in so einer hohen Umlaufbahn und warum ...
In diesem Augenblick wurde das Gespräch von einem eingehenden Funkspruch gestört. Man konnte nur bruchstückhaft verstehen was da gesprochen wurde.
„Fähnrich Sullivan unterdrücken sie das Rauschen und verstärken sie das Com-Signal ich glaube wir bekommen grade ein sehr schwachen Funkspruch vom Captain. Captain Thorndyke hören sie mich. Können sie etwas lauter sprechen, wir können sie kaum verstehen“.
„Nummer eins, hier aus diesen Höhlen gibt es leider keinen Ausweg. Und die Gesteinsbrocken die hier den einzigen Ein- und Ausgang versperren, sind für unser Phaserfeuer zu massiv. Ich muss sie daher bitten, sobald der Schauer vorüber ist, mit der ATLANTIS in eine niedrigere Umlaufbahn einzuschwenken und einen oder auch mehrere gebündelte und gezielte Phaserschüsse auf diesen Eingang abzugeben. Setzen sie sich mit den anderen beiden Captains in Verbindung und arbeiten sie einen Plan aus. Sobald sie fertig sind kontaktieren sie mich oder Lieutenant Commander Stuart. Wir werden dann hier mit den Menschen tiefer in die Höhlen gehen, um nichts von den weggesprengten Gesteinsbrocken abzubekommen. Ich glaube sie wissen was ich meine. Thorndyke Ende.“
„Habe verstanden Captain, wir werden uns so schnell wie möglich ans Werk machen“.
Der Commander wandte sich um zu sagte zu Lieutenant Ffolkes. „Nun jetzt wissen sie wo der Captain ist. Als sein Stellvertreter bin ich in erster Linie um das Wohl der Besatzung und dem Zustand des Schiffes verpflichtet. Da sind solche Mittelungen über den Verbleib des Captains oder dem Außenteam nicht gleich immer dem Führungsstab mitzuteilen, wenngleich sie sowieso nicht dazu gehören. Und jetzt würde ich sagen, sehen sie zu das die Beobachtungssonde fertig wird, damit wir sie, sobald der Captain wieder an Bord ist, entweder dann aussetzen können oder besprechen wann und wo wir sie absetzen. Wenn die letzten Asteroiden den Planeten streifen oder auch auf ihn hinab gestürzt sind, werden wir mit der Rettung des Außenteams beginnen“.
„Ja ja Commander, ich habe sie schon verstanden. Ich melde mich so wie ich fertig bin“.
Mit eingeschnappter Mine drehte sich Lieutenant Ffolkes um und verließ die Brücke. Nun war ihm auch klar geworden warum auf dem ganzen Schiff soviel Personal von der Sicherheit unterwegs war. Er wunderte sich nur warum der Captain ihn nicht auch mit auf die Planetenoberfläche mitgenommen hatte.


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