Vor einiger Zeit durchflog ein Raumschiff der Klingonen einen Sektor, der am äußersten Zipfel ihres Gebiet lag. Hierbei entdeckten zwei Wissenschaftler, das einer der Planeten in seiner Umlaufbahn verdächtig nah an einem Asteroidenfeld vorbei kam. Die einstweiligen Berechnungen ergaben, das dem Planeten, trotz der großen Nähe an das Asteroidenfeld, keine nennenswerten Schäden drohten. Mit dieser Beurteilung wurde diese kurze Entdeckung zwar an die Sternenflotte weitergegeben, aber keinerlei weitere Beachtung geschenkt. Monate später beim abendlichen Beobachten des Sternenhimmels, entdeckten zwei jugendliche Hobbyastronomen eine hohe Anzahl von Sternschnuppen. Dies war eigentlich kein außerordentlicher Grund zur Beunruhigung, denn in den sommerlichen Monaten von Juli bis September kam der Planet AMBROSIUS V einem Asteroidenfeld immer sehr nahe. Doch in diesem Jahr hatte es den Anschein, als würden entweder die Gesteinsbrocken von dem Planeten oder der Planet von den Gesteinsbrocken angezogen. Auf jeden Fall waren die sonst so normalen Sternschnuppen größer und heller als in den Jahren zuvor. Die zwei Jugendlichen erzählten von ihrer Beobachtung noch in der gleichen Nacht ihren Eltern. Diese kamen zu dem Entschluss, dem Stadtrat am nächsten Morgen von diesem Ereignis zu berichten. Kurze Zeit später berief der Stadtrat eine Sitzung ein und man kam schon nach kurzer Besprechung zu dem Entschluss, einen Notruf an die Sternenflotte abzusetzen. Da die Bewohner von AMBROSIUS V nur über eine Funkanlage verfügten, konnten sie selbst keinen außerplanetarischen Rettungsversuch starten. Sie waren somit auf die Hilfe von außerhalb ihres Planeten angewiesen. Das Hauptquartier erhielt diese Nachricht zwar innerhalb kürzester Zeit, doch war der Planet dem Asteroiden-Gürtel erst bis auf eine Entfernung von einigen Millionen Kilometern nahe gekommen. Tagtäglich flogen kleine Gesteinsbrocken über den Planeten hinweg. Manche schlugen sogar auf den Planeten auf, aber dennoch hinterließen sie keine bemerkenswerten Schäden. Währendessen entschied man im Sternenflotten-Hauptquartier darüber, wie den Bewohnern des Planeten geholfen werden konnte. Man kam zu der Überzeugung, ein Raumschiff der Galaxy-Klasse und eins der Nebula-Klasse, zu dessen Rettung, zu entsenden. Admiral Henry vom Planungsstab, Admiral Kodiak, Admiral Smirnow und Admiral McAllister, der Leiter des neuen ATLANTIS Projekts, der zufälligerweise bei dieser Entscheidung gegenwärtig war, gab die Empfehlung, das neueste Schiff der Sternenflotte, die U.S.S. ATLANTIS, ausgerüstet mit einem, zwar experimentellen, metaphasischen Schild, dieser Mission zu zuteilen. Der Rat konnte McAllister nicht ganz folgen, warum gerade die ATLANTIS eingesetzt werden sollte. Admiral McAllister machte darauf aufmerksam, das wenn die Asteroiden auf den Planeten stürzen, genauso gut in die Sonne des Systems stürzen könnten. Die Folgen daraus dürften wohl allen Anwesenden bekannt sein. Deshalb sollte die ATLANTIS dabei sein. Der Rat konnte sich noch immer keinen Reim darauf machen, worauf McAllister eigentlich hinaus wollte. Seinem Gedankengang zu folgen, war für die restlichen Anwesenden nicht ganz so einfach, hatten sie doch nur wenig Ahnung von seinem Fachwissen. McAllister konnte dem Gerede nicht weiter zu hören und ergriff die Maßnahme, seine Idee nun etwas kräftiger in den Raum zu werfen. „Meine Herren es ist doch ganz einfach. Wenn die Asteroiden auf den Planeten stürzen, ist es doch möglich, das weiterfliegende Gesteinsbrocken in die naheliegende Sonne zu stürzen vermögen. Die daraus entstehenden Folgen dürften doch wohl einem Jeden bekannt sein oder etwa nicht. Ich will es ihnen mal im Groben erklären. Wenn ein Asteroide, der groß genug ist, in die Sonne hinein stürzt, wird es womöglich zu einer oder mehrerer großer Sonneneruptionen kommen. Mit zunehmender Sicherheit werden sich dadurch mehr und mehr aufbauende Sonnenwinde ausbreiten. Der Planet könnte davon mehr oder vielleicht auch weniger betroffen sein. Die Auswirkungen wären verheerende Stürme auf der Oberfläche. Die Bevölkerung ist gegen so etwas bestimmt nicht ausgerüstet. Sie müssten zusehen, wie ihr Hab und Gut vernichtet würde. Wollen sie, die oberen Befehlshaber der Sternenflotte wirklich dabei zusehen, wie ein neuzeitliches Volk zu Grunde geht. Das wollen sie wirklich in Kauf nehmen, obwohl eines unserer Raumschiffe dagegen angehen könnte und somit eine erfolgsversprechende Rettungsaktion durchführen könnte. Also meine Meinung zu dieser Mission kennen sie.“ McAllister ging erbost auf die Seite in dem Besprechungsraum mit den vielen Fenstern, von wo man einen herrlichen Blick auf die Golden Gate Bridge und den angrenzenden Pazifik hatte. Er konnte nicht verstehen, warum man so lange über eine Rettungsaktion nachdenken und beratschlagen musste. Die anderen Admiräle berieten nur kurze Zeit, um dann endlich der Idee von Admiral McAllister doch nach zu kommen. Der Missionsauftrag wurde mit sofortiger Wirkung der U.S.S. ATLANTIS zugeteilt, jedoch der Prioritäts-Ruf an den Captain des Raumschiffes sollte erst einige Stunden später geschehen. McAllister der am heutigen Tage auch zur Schiffstaufe der ATLANTIS geladen war, begab sich nach dieser Besprechung umgehend zu einem der Transporterräume im Hauptquartier, um sich auf dann auf die ATLANTIS beamen zu lassen. Als er und noch drei weitere hochrangige Persönlichkeiten in Transporterraum zwei materialisierten, war Captain Thorndyke bereits anwesend. Er begrüßte seine Gäste und gab einem Offizier der Sicherheit den Auftrag, die Gäste in die Bar 007, zu geleiten. Später wollte Thorndyke noch etwas eingehender mit McAllister unterhalten doch die Feierlichkeit hatte in diesem Moment Vorrang. Auch McAllister ließ nichts über den bevorstehenden Missionsauftrag der ATLANTIS verlauten. Er ging mit den Anderen staunend durch das Schiff bis in die Bar. “ “ “
Ruhe vor dem Sturm
Die geladenen Gäste befanden sich, bis auf die, die noch fehlten, in der Bar. Fast der gesamte Stab an Offizieren der Sicherheit war angewiesen worden, alle der geladenen Gäste in die Bar zu begleiten. Keiner sollte das Schiff unbeaufsichtigt durchlaufen. Vor der offiziellen Schiffstaufe ging Captain William-Peter Thorndyke noch einmal durch das neue Schiff, bevor er und ein Teil seines Stabes an der offiziellen Schiffstaufe beiwohnten. Viele der Einrichtungen und Schalttafeln waren ihm bekannt aus der U.S.S. RHONIN NX-2010, das Schiff auf dem er zuvor gedient hatte. So konnten aus dem unmittelbaren Vorläufer der U.S.S. ATLANTIS, viele Ideen und Konzepte übernommen werden. Und doch waren auch viele neue Einrichtungen dazu gekommen. Bei diesem Schiff war die größte Neuerung der Einbau eines metaphasischen Schildes. Seine Kontrolleinrichtungen, die sich auf Deck 14 im Maschinenraum befanden, wirkten auf Thorndyke wie eine neue unvorstellbar große Macht. Und dennoch sollte diese Neuerung nicht als Machtvorteil ausgenutzt werden, sondern vielmehr bei der Rettung oder Erforschung zum Einsatz kommen. Viele Völker und nicht nur die der Föderation würden dies wahrscheinlich nicht so sehen und den Schild für ihre Vorteile nutzen. Obwohl die ATLANTIS noch nicht offiziell übergeben worden war, waren viele Offiziere schon an Bord und verrichteten ihre Arbeit. Im Hauptshuttlehangar wurden noch die letzten Shuttles eingeparkt und die Krankenstation bekam noch wichtiges Material. Überall waren die Arbeiten noch im vollen Gange und man hätte glauben können, das die ATLANTIS erst in ein paar Tagen losfliegen würde. Von außen gesehen hing das Raumschiff noch ganz leblos in dem krallenartigen Dock. Je zwei Greifarme umschlungen eine Warpgondel. Der Zentralbau mit der Kuppelsektion, indem sich die Kommandozentrale der Station befand, überdeckte einen großen Teil der Diskus-Sektion des Raumschiffes. Fünf dieser gewaltig großen Greifarme umschlossen den Rest der Untertassensektion.
Indienststellung
In der Geschichte der Sternenflotten-Raumschiffe, gab es schon immer einige herausragende und eindrucksvolle Schiffe. Nun sollte wieder so ein Schiff geboren werden, und zwar in der San-Francisco-Flottenwerft im Orbit der Erde. Das Raumdock der Föderation war heute in den Mittelpunkt des Interesses um die Sternenflotte gerückt. Zahlreiche Shuttleflüge zur nahen Erdbasis waren in den letzten Tagen erfolgt und hatten Technikerteams, Journalisten, und Würdenträger in den Orbit gebracht, damit sie an diesem denkwürdigen Ereignis teilhaben konnten. Hunderte Wissenschaftler, Ingenieure und Montageteams hatten ein Meisterwerk vollbracht. Elegant erstreckte sich der Rumpf der neuen Fox-Klasse in dem krallenartigen Raumstationsgebilde der Endfertigung, die sich als letzte Einrichtung der Raumdocks mit den Innenausbauten und der Bestückung des neuen Schiffes befasst hatte. Ganze dreieinhalb Monate lang waren unablässig Lastentransporter gelandet und gestartet und hatten ihre kostbare Fracht im Bauch des Schiffes an die vielen eifrigen Hände übergeben, die alles an seinen angestammtem Platz bringen sollten. Alle hofften dieses neue, speziell für Forschung und Rettung ausgestattete Schiff würde es weit bringen. Schließlich war es gute Sternenflottentradition, dass das erste Schiff einer Klasse stets ein ganz besonderes Karma hatte und nicht selten kamen dabei Schiffe hervor, die einen ganz besonderen Platz in den Geschichtsbüchern der Sternenflotte einnahmen. Dieses Schiff der Fox-Klasse besaß noch nie dagewesene Funktionen, bei denen es erst noch zu erforschen galt, inwieweit sie einsatzfähig waren und auch wie man im umfassenden Sinn damit umging. Das neue experimentelle Raumschiff mit dem stolzen Namen U.S.S. ATLANTIS, Registrierung NCC-2004, sollte in den Weltraum vorstechen, um sich selbst zu erforschen und im Sinne der Sternenflotte seinen Dienst zu verrichten. Am heutigen Tage, an dem die offizielle Schiffstaufe stattfand, befand sich eine illustre Gesellschaft aus vielen hochrangigen Persönlichkeiten der VEREINTEN FÖDERATION DER PLANETEN an Bord, um dem Schiff und seiner Besatzung viel Erfolg auf den bevorstehenden Reisen zu wünschen.
Übergabe der U.S.S. ATLANTIS
Ein Raumschiff der Fox-Klasse flog direkt auf die U.S.S. ATLANTIS zu. Als sich die Schiffe sehr nahe waren, drehte die U.S.S. FORESTER NCC-2010 nach steuerbord ab. Man schaltete auf dem Schwesterschiff der ATLANTIS, den Traktorstrahl am Heck des Schiffes kurz vorher aus. Die dabei im Handgepäck beförderte Flasche Dom Perignon flog anschließend treffsicher auf die rechte Seite des Sekundärrumpfes der ATLANTIS. In Höhe des seitlichen Schriftzuges zerplatzte die Flasche ordnungsgemäß. Mit diesem Akt war die ATLANTIS nun offiziell getauft. Admiral McAllister, der Leiter des ATLANTIS-PROJEKTS hielt, in der Bar 007, eine kurze aber eindrucksvolle Rede. Nach deren Beendigung übergab er feierlich das Kommando über die U.S.S. ATLANTIS mit all ihren technischen Geräten und Einrichtungen an Captain William-Peter Thorndyke. Außerdem wünschte er dem Captain und seiner Besatzung, auch im Namen der Sternenflotte dem Projekt mit all seinen Aufgaben und Missionen, nochmals viel Glück. Nach dieser offiziellen Übergabe hielt Captain Thorndyke seine Antrittsrede. Er bedankte sich beim Admiral für das Vertrauen, das er und die Sternenflotte in sie setzten. Er dankte auch den Männern und Frauen, die hinter den Kulissen gearbeitet hatten. Die es letztendlich ermöglichten einen ebenbürtigen und würdigen Nachfolger für die U.S.S. RHONIN, Registrierung NT-2010, fertigzustellen. Der Prototyp der Fox-Klasse, die U.S.S. RHONIN, deren Vorzeigeschiff die U.S.S. ATLANTIS ist, wurde auf fast gleicher Basis wie die U.S.S. RHONIN gebaut. Ein wesentlicher und sichtbarer Unterschied lag darin, das die Warpantriebsgondeln bei der U.S.S. RHONIN unterhalb der Untertassensektion lagen. Auch bedankte sich Thorndyke bei der Crew der RHONIN, die es ermöglichte, das Thorndyke vor drei Jahren den Rang des Captains versetzt wurde. Einen Teil dieser altbewährten Crew hatte Thorndyke auf seinen ganz besonderen Wunsch auf die ATLANTIS versetzen lassen. Er war der Meinung das er ihnen diesen Gefallen schuldig war. Nach dieser Rede wurde das Buffet eröffnet und die vielen geladenen Gäste konnten nun endlich von den schmackhaften Köstlichkeiten aus vieler Herrenländer probieren. In Begleitung eines Sicherheitsoffiziers durfte man anschließend, nachdem man sich an der Festtafel etwas gestärkt hatte, das neue Raumschiff besichtigen.
Menschliches Chaos auf der Brücke
Die in freundlichen Pastellfarben gehaltene Hauptbrücke am Kopf des Untertassenmoduls war zu diesem Zeitpunkt schrecklich überfüllt: Reporter und Neugierige, die die geschulten und bestens informierten Crew-Mitglieder mit ihren Fragen durchlöcherten. Mehrere Admiräle wollten wissen, wie der neue Schild funktioniert. Einige Captains, dessen Schiffe zur Zeit in Reparatur in den Docks oder Werften lagen, gaben ihre Abenteuer und Geschichten zum besten. Personal der Flottenwerft fragten nach jeder Kleinigkeit im Schiff, nach der Stückzahl der Shuttles, Anzahl der Torpedos und Phaserbänke - ein Ameisenhaufen. Captain William-Peter Thorndyke passte das gar nicht. Er saß in seinem breiten, mintgrünen Kommandosessel in der Mitte der Brücke und stützte seinen Kopf in die rechte Hand, während er versuchte mit einem kleinen Gedicht aus seiner Grundschulzeit, das er in guter Erinnerung behalten hatte und nun in Gedanken immer wieder aufsagte, sich selbst zu beruhigen. Geduldig, aber leicht abwesend bearbeitete er einige Daten auf dem kleinen Display, das in die rechte Armlehne eingelassen war. Die Geräuschkulisse war regelrecht nervtötend. Der Captain stellte sich gerade vor, dass einer der Reporter auf einmal beginnen könnte, ihm Fragen zu stellen über dies oder das und anschließenderweise sich die ganze Menschenmenge mit betriebsbereiten Aufzeichnungsgeräten vor ihm aufbauen würde. Thorndyke, ein normalerweise sehr seriöser und ruhiger Taktiker, war unter diesen chaotischen Umständen leicht entnervt. Seine Züge waren hastig, seine Stimme zitterte fast und er hatte das Gefühl, in seinem Kopf hämmerte jemand gegen die Innenwand seines Schädels.
Verspätungen und andere Probleme
Die ATLANTIS, die zu diesem Zeitpunkt immer noch leblos an der krallenartigen Erdstation BRODUISK hing, hatte im Inneren wesentlich mehr Leben und Aufregung zu bieten, als es irgendwo anders sein konnte. Das Sicherheitspersonal versuchte mit allen Mitteln die Neugierigen im Zaum zu halten, während im Maschinenraum jede Menge technische Schwierigkeiten zu lösen waren. Das Team von Spitzeningenieuren musste sich mit Problemen wie Unregelmäßigkeiten im neuen Warpkern und dem Versagen der Nahrungsreplikatoren herumärgern. Frachtdeck zwei und die Levington-Hochauflösungs-Holodecks waren ganz ohne Energie. Der medizinische Stab, der bis letzten Donnerstag nur aus zwei Personen bestanden hatte, wurde gerade mit einer Verspätung von 3,5 Stunden in die verschiedenen Einrichtungen eingewiesen. In diesem ausgewachsenen Chaos geschah auf der Brücke plötzlich das, was niemand erahnt hatte. Die Sicherheitschefin des Schiffes, Lieutenant Commander Miranda Atalanta Stuart, meldete einen Priorität-1-Ruf vom Flottenkommando. Captain Thorndyke ließ die Nachricht direkt in seinen Bereitschaftsraum legen. Der nicht besonders große Raum mit direkter Verbindung zur Brücke und einem separaten Turboliftzugang war in verschiedenen hellen violetten Tönen gehalten. In der Mitte, stand ein Schreibtisch mit zwei Desktops und einigen verstreuten Workpadds. Die kleine, einladende Sitzgruppe zur Linken der Tür und der offene Schaukasten mit verschiedenen Artefakten sowie Gegenständen aus dem späten einundzwanzigsten Jahrhundert, die Thorndyke sehr viel bedeuteten, hüllten den Raum in eine sehr angenehme Atmosphäre. In Anwesenheit seines ersten Offiziers Commander Novak, ein hochgewachsener, schwarzhaariger Vulkanier, ging der Captain in seinen Bereitschaftsraum. Hier konnten die Beiden die Nachricht in Ruhe empfangen und anhören.
Missionsauftrag
Der kleine Bildschirm zeigte die Gestalt eines Mannes in einer roten Uniform eines Admirals. „Admiral Thomas Henry hier. W.P“, wie er den Captain der ATLANTIS nannte. „Schön sie wieder zu sehen. Leider habe ich schlechte Nachrichten. Lassen sie mich gleich zur Sache kommen. Der Planet AMBROSIUS V im TRONON SEKTOR steht kurz vor einer Katastrophe. Nach unseren Informationen hat sich die der Planet einem Asteroiden-Feld sehr stark genähert. Wir wissen nicht warum und deshalb ist die Lage sehr viel ernster. Entweder ist es die Sonne oder gar der Planet selber, der das Asteroiden-Feld anzieht. Die genauen Daten überspielen wir gerade in ihren Computer. AMBROSIUS V ist solange außer Gefahr, bis das größere Gesteinsbrocken auf die Planetenoberfläche oder in die Sonne fallen. Aber sollten große Stücke der Asteroiden in die Sonne stürzen, könnte es zu einer Supernova oder einer gewaltigen Sonneneruption kommen. Die U.S.S. VENTURE und die U.S.S. MARADITH sind schon auf dem Weg dort hin. Man hat die beiden Schiffe von ihren derzeitigen Aufgaben entbunden, um ihnen bei einer bevorstehenden Rettungsaktion zu helfen. Die VENTURE hat die besten Solarwissenschaftler der Föderation an Bord und die MARADITH verfügt solarerweiterte Schutzschilde, damit kann das Raumschiff zwar ziemlich nah an der Sonne operieren, falls es dazu kommen sollte, aber in die Korona der sonne kann man mit der MARADITH nicht einfliegen. Und die VENTURE ist dafür nicht ausgerüstet auf Dauer in unmittelbarer Nähe der Sonne zu operieren. Das Flottenkommando hat daher kurzfristig entschieden, die U.S.S. ATLANTIS und ihren neuen metaphasischen Schild auf die erste Probe zu stellen. Sie und Ihre Besatzung, W.P., werden in zwei Stunden mit Maximum-Warp nach AMBROSIUS V fliegen und versuchen, mit den anderen beiden Schiffen die Katastrophe zu verhindern. Es tut mir leid, dass ich die Feierlichkeiten auf Ihrem Schiff so plötzlich beenden muss, aber das ist die einzige logische Lösung.“
Der Admiral war sehr nervös, als er mit leicht zerzausten Haaren und schief sitzender Uniform den Auftrag übermittelte. Seine Tochter war erst vor kurzer Zeit auf den Planeten umgesiedelt. Captain Thorndyke runzelte d e Stirn und blies kaum merkbar durch die Lippen. Sicher war er gar nicht so unglücklich, alle Besucher von Bord weisen zu müssen. Bevor er kommentarlos zustimmte, wies er Admiral Henry noch darauf hin, dass noch nicht alles an Bord einwandfrei sei, aber er alles daran setzen würde, in zwei Stunden das Raumdock zu verlassen. Der Captain kannte Admiral Henry schon einige Jahre. Er war ein ruhiger, Mensch im gesetzteren Alter, der es verstand, auf rein diplomatische Weise seine Überzeugungen und Ziele durchzusetzen. Die Beiden hatten sich bei einem Kongress kennengelernt, bei dem der Admiral dem damaligen Commander Thorndyke einen Krug klingonischen Blutwein über seine Galauniform kippte. Jetzt überschlugen sich die Ereignisse. Thorndyke und Commander Novak betraten hastig die Brücke. Der Captain informierte seine Besatzung über Ships-inter-comm, vorerst nur von einer Alarm-Gelb-Situation. Über die Audio-Anlage, die Bar war hiervon ausgeschlossen, bat er gleichzeitig alle Besucher und Reporter, das Schiff so schnell wie möglich zu verlassen, mit folgenden Worten. „Hier spricht Captain William-Peter Thorndyke. Ich bitte alle Personen, die nicht zur Besatzung gehören, das Schiff auf schnellstem Wege zu verlassen“.
Der Weg nach unten
Mit den Worten: „Nummer Eins, sie haben die Brücke“ verließ der Captain seinen Stuhl und machte sich auf den Weg, die hochrangigeren Gäste persönlich mit einigen entschuldigenden Worten zu verabschieden. Auf dem kurzen Weg zwischen der Brücke und der Bar, überlegte Thorndyke was er wohl den Gästen als Entschuldigung mitteilen würde. Er kam zu dem Entschluss ihnen die Dringlichkeit eines Notrufes darzulegen und mehr nicht. Auf Deck sieben angekommen, schaffte er es kaum in die Bar vorzudringen. Immer wieder wurde er von neugierigen Reportern gefragt, was denn eigentlich los sei. Der Captain verstand es sich mit wenigen Worten aus der Affäre zu ziehen und ging weiter Richtung Bar 007. Die große, sandfarbene Doppeltür der Bar öffnete sich und Thorndyke trat ein. Ein junger Fähnrich, der zur Zeit der Einweihung auch in der Bar war, rief mit lauter und gutverständlicher Stimme: „Der Captain betritt die Bar“. Im gleichen Augenblick zuckten alle Anwesenden zusammen und sahen zu den großen Türen, die sich in diesem Moment hinter dem Captain schlossen. Thorndyke war selber ganz erstaunt und traute seinen Ohren nicht. Hiermit hatte er nun überhaupt nicht gerechnet. Er ging sofort zu diesem Fähnrich und machte ihm unmissverständlich klar, das er auf solche Förmlichkeiten das nächste Mal doch bitte verzichten sollte. Thorndyke dachte, wenn nun alle Neulinge auf diesem Schiff, mit diesem alten Brauch noch arbeiten, müsse er wohl eine besondere Durchsage machen, damit so eine Überraschung wohl nicht mehr dabei heraus kommt. Na ja, ich werde dies wohl tun, wenn alle, die nicht auf dieses Schiff gehören, endlich von Bord meines Schiffes sind. Noch bevor er zum vorderen Teil, zu den Aussichtsfenstern schreiten konnte, hing ihm schon wieder ein Reporter an der Pelle, um ihn mit nervenden Fragen zu stören. Doch Thorndyke war auch diesesmal einen Schritt schneller und ergriff das Wort, um sein Lage den Gästen gleich begreiflich zu machen. „Meine Damen und Herren, wir haben soeben einen dringenden Notruf von der Sternenflotte erhalten. Ich darf sie nun höflichst bitten, das Schiff auf schnellstem Wege zu verlassen und den Anordnungen und Hinweisen meiner Crew sofort folgeleisten“. Die Admiräle, die Diplomaten und die Captains sowie die Reporter, die in der Bar 007 die herrlichen Köstlichkeiten des Büfetts genossen, waren leicht enttäuscht über das schnelle Ende der Festivität. Kaum das Thorndyke das letzte Wort ausgesprochen hatte, stürmten die Gäste des Schiffes zu den Ausgängen. Innerhalb kürzester Zeit war in den Transporterräumen die Hölle los und die Andockschleusen wurden gleichermaßen überrannt. Captain Thorndyke versuchte sich einen Überblick über den Status des Schiffes zu verschaffen, in dem er aus der Bar in einen Flur ging der gerade leer war. Er tippte mit dem rec ten Zeigefinger auf eine Schalttafel auf der rechten Seite des Flures. Zufälligerweise kam ihm Admiral McAllister auf dem Flur entgegen und tippte Thorndyke auf die Schulter. „William-Peter, eigentlich wollte ich es ihnen schon vorhin sagen, aber da ich sie ja nun schon einige Jahre kenne, dachte ich mir lass es mal lieber, bis er es vom Hauptquartier erfährt.“ „Was wollten sie mir sagen?“ Wussten sie etwa schon vorher was auf mich zukommt, von wegen dem Missionsauftrag und so. Patrick wir sind doch schon seit vielen Jahren gute Freunde, da hätten sie mir doch vorhin schon sagen können was da auf mich zu kommt.“ „Nein William-Peter, ich bin immer noch der altmodischen Ansicht man sollte erstens nichts übereilen und zweitens das Private von dem Dienstlichen trennen.“ „Aber da war doch gar nichts Privates zu besprechen,“ stammelte Thorndyke. „Ebendrum. Ich bin als Vertreter des neuen Projektes an Bord deines Raumschiffes gekommen und als dein Freund. Als dein Freund spreche ich jetzt mit dir, als dein vorgesetzter Offizier und Admiral, weist du, das ich dir nur Nachrichten weitergeben darf, die direkt in unser Aufgabengebiet fallen und der Notruf vom Hauptquartier fiel nun mal nicht darunter. Auch wenn die da unten dein Schiff und deine Besatzung nur auf besonderen Wunsch von mir mit der Mission betraut haben.“ „Wie du hast, ach lassen wir das. Es ist nun so gekommen und dabei lassen wir es. Hier noch weiter zu reden, ich denke dafür fehlt uns im Moment die Zeit. Trotzdem danke ich dir, das du mich noch aufgesucht hast. Ich wünsch dir was Patrick. Halt mich gelegentlich auf dem Laufenden, OK.“ „Das werde ich bestimmt.“ Mit diesen Sätzen verabschiedeten sich die beiden Freunde und Offiziere und jeder ging seiner Wege. Obwohl das Transporter-Personal versuchte, die Personen so schnell wie möglich von Bord zu beamen, waren nach ca. einer halben Stunde immer noch fast 50 Personen an Bord. Als Thorndyke diese Zahl vom Computer ermittelt bekam, lief es ihm eiskalt den Rücken runter. Noch immer waren 50 Personen, die nicht zur Besatzung gehörten auf seinem Schiff. Und nochmals gab r über die Audio-Anlage des Schiffes bekannt: „Alle Besucher, Reporter und Personen, die nicht auf die ATLANTIS gehören, verlassen bitte sofort das Schiff, sollten sie meiner nochmaligen Bitte nicht folgeleisten, sehe ich mich gezwungen, sie über die Notfall-Transporter sofort aus dem Schiff beamen zu lassen.“ Kaum hatte der Captain das letzte Wort ausgesprochen, strömten dann mittlerweile auch die letzten Besucher Richtung Transporterraum. Anschließend kämpfte sich Thorndyke dann noch durch die wohl hoffentlich letzten der Menschenmasse im Korridor zum nächsten Turbolift. Es dauerte einige Sekunden bis die Tür sich mit einem leisen Zischen öffnete. Zu seiner großen Überraschung, war der Lift leer. Thorndyke trat ein und gab sein Ziel mit Krankenstation, Deck sechs an. Der Turbolift setzte sich mit leisem Surren in Bewegung. Die Tür öffnete sich wieder und auf dem Gang herrschte eine beruhigende Stille. Er ging einige Meter bis zur halbgläsernen Tür der Krankenstation. Doktor Phillip Dent, der Chefarzt der ATLANTIS, kam sofort auf den Captain zu und berichtete: „Captain, ich habe Ihnen nur Gutes mitzuteilen. Trotz unserer starken Verspätung, sind alle Einrichtungen vom Biolabor bis zum Lazarett voll einsatzfähig und meine Leute bestens informiert und damit startbereit. Wir könnten sofort bis zu 450 Personen ärztlich versorgen.“ Mit ruhiger, zufriedener Mine sagte der Captain: „Ich bin beruhigt das zu hören Doktor. Wenigstens brauche ich mir deshalb meinen Kopf nicht mehr zu zerbrechen. Nun, ich will sie nicht weiter aufhalten. Machen sie nur weiter, Mr. Dent.“ Captain Thorndyke ging wieder zum Turbolift, um zum Hauptmaschinenraum zu gelangen. Auf dem Weg dorthin hielt der Lift auf Frachtdeck zwei, das jetzt ohne Energieprobleme im Standartmodus arbeitete. Als die Türen sich mit dem gewohnten leisen Zischen öffneten, stand ein junger Fähnrich, frisch von der Akademie vor dem Lift. Der traute seinen Augen kaum, das er dem Captain zum ersten Mal nach dessen Rede zu Dienstbeginn, in einem Turbolift begegnen durfte. Er war Ingenieur und hatte offenbar das gleiche Ziel wie der Captain. Dieser bemerkte die Unsicherheit in des jungen Mannes Mim k und Gestik und fragte freundlich. „Wohin, Fähnrich...?“ „Stringer, Sir. Fähnrich Frederic Stringer, Sir. Ich möchte zum Hauptmaschinenraum, Sir. Darf ich sie begleiten, Sir?“ Stringer betrat den Lift, welcher weiter fuhr. „Aber natürlich. Der Turbolift ist für Jedermann. Und,...beim nächsten Mal, lassen sie ein Paar Sirs weg, O.K.?“ erwiderte der Captain mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Ja, natürlich, Si....“ Der Turbolift erreichte den Maschinenraum und Stringer eilte mit leicht geröteten Wangen in Richtung Plasmaleitung. Thorndyke sah ihm mit einem breiten Grinsen nach und dachte an seine ersten Dienststunden auf einem Raumschiff.
Das Herz des Schiffes
Im Maschinenraum herrschte große Aufregung. Ingenieure jeden Ranges eilten in dem großräumigen, im Gesamtbild ovalen Raum herum und riefen sich auf kurze Entfernung Daten oder Meßergebnisse zu. Die Wände waren mit Konsolen und Schalttafeln bedeckt und in der Mitte stand ein dreieckiger Tisch, mit dessen Touchscreen-Oberfläche man Zugriff auf den Hauptcomputer nehmen konnte. Ein am Kopfende des Tisches eingelassener holografischer Generator baute ein dreidimensionales Holobild auf, das sich fast bis zur Decke des Raumes erstreckte. Eine schematische Darstellung des Warpkerns und der Dillizium-Kristallkammer war zu sehen, an der einige Ingenieure sehr konzentriert zu arbeiten schienen. Der Captain entschied Chefingenieur Lt.-Cmdr. McGillycuddy zuerst in seinem Büro zu suchen. Er ging deshalb in den hinteren, rechten Teil des Maschinenraums, wo sich das Büro befand. Als er die Tür durchschritt, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Lieutenant Commander Duncan Geoffrey McGillycuddy, ein großer, auf den ersten Blick sympathischer Engländer, saß in seinem Stuhl hatte die Füße auf den Schreibtisch gelegt. Er trank in aller Seelenruhe aus einem Glas, das nur mit dampfendem Wasser gefüllt war, während sein Stab Höchstleistungen vollbrachte. Er bemerkte das leicht überraschte und verständnislose Gesicht des Captains und erklärte es sogleich.
Vereinfachung eines Namens
„Es jetzt 3 Minuten nach 17 Uhr und wie es nun einmal meiner Natur entspricht, kann ich auf meinen 5-Uhr-Tee nicht verzichten. Mein kurzzeitiges Untertauchen vom Zentrum des technologischen Geschehens ist im Moment durchaus realisierbar, da meine Crew alle Probleme bis auf eines gelöst hat. Die Schwankungen im Materiefluss waren auf Fehleinstellungen verschiedener Relais zurückzuführen. Frachtdeck zwei und die neuen Holodecks haben seit 17 Minuten die volle Energieversorgung erhalten. Das einzige, was wir nicht so schnell in den Griff bekommen werden, sind die Replikatoren. Wie sie sicherlich bemerkt haben, hat mein Tee keine Farbe. Für die nächste Zeit, werden alle Nahrungsreplikatoren zwar jede gewünschte Nahrung replizieren, aber alle Speisen werden weiß oder einfach nur hell und alle Getränke transparent sein. Es mag einer Eingewöhnung bedürfen, aber es wird schon gehen.“ Der Captain entgegnete: „Ich bin sehr zufrieden Lieutenant Commander oder darf ich sie der Einfachheit halber „Mac“ nennen?“ Eigentlich sprach das ganze Schiff nur noch von „Mac“ und seinen Technikfreaks auf Deck 14. „Sir, ich begrüße diese Anrede gar nicht, aber da diese Vergewalti ung meines Familiennamens sich bereits wie die Tsiolkowsky-Infektion über das gesamte Schiff ausgebreitet hat, wird es sich wohl nicht vermeiden lassen.“ „Nehmen sie’s nicht so schwer,... Mac.“ Mit diesen ironisch tröstenden Worten begab sich Thorndyke wieder auf den Weg zur Brücke. Er verließ das Büro des Lieutenant Commander‚s und durchging mit großen Schritten den Hauptmaschinenraum. Personal jeden Ranges grüßten den Captain mit einem freundlichen „SIR“, ohne das sie dabei von ihrer Arbeit abgelenkt wurden. Die Türen des Maschinenraums öffneten sich und der Captain verschwand in Richtung Turbolift. uf dem Weg zu diesem musste der Captain immer wieder an einen Satz seiner Mutter denken, der ihn aber trotz allem sehr nachdenklich machte. Eine bevorstehende Mission wird Dich immer einen Schritt näher an Dein Ziel bringen, egal ob es sich um eine Positive oder Negative handelt. Auf dem Computerfeld des Turbolifts tippte Thorndyke sein Ziel BRÜCKE. Während der Lift sich mit dem üblichen leisen Bewegungston in Gang setzte, konnte der Captain sich noch immer nicht von den Worten seiner Mutter trennen. Wieder und wieder musste er an sie denken. Als der Captain auf Deck eins ankam und aus dem Lift heraustrat, war der große Raum mittlerweile wieder zu der übersichtlichen Kommandozentrale geworden, den sie verkörpern sollte. Alle Offiziere waren an ihren Plätzen, keine fragenden Reporter im Weg, nur die monotonen Hintergrundgeräusche der Computer waren zu hören. Captain Thorndyke inspizierte die wichtigsten Stationen, gab kleine Verbesserungsvorschläge und machte eine Statuseintragung in das Indienststellungs-Logbuch.„Lieutenant Commander Stuart bitte lassen sie alle Brückenoffiziere in zehn Minuten in die Konferenzlounge auf Deck acht kommen.“ „Aye, Sir.“ entgegnete der Sicherheitsoffizier mit einem frohen Ton in der angenehmen, Altstimme, die für sie kennzeichnend war. Thorndyke ging in seinen Raum, ließ sich in sein Sofa fallen, legte die Beine hoch und lehnte sich kurz zurück. Währenddessen begab sich ein Offizier nach dem Anderen in die Konferenzlounge, die sich auf Deck acht befand. Die Lounge war recht geräumig. In der Mitte stand ein großer ovaler Tisch, der mit bequemen Stühlen umstellt war. An jedem Platz war in der Tischplatte ein Workpadd eingelassen, in der Mitte ein dreidimensionaler, holografischer Generator, ähnlich dem im Maschinenraum. Der große Anzeigebildschirm an der Wand gegenüber der Tür war von allen Plätzen gut einsehbar. Fast alle Stühle im Raum waren mittlerweile belegt, bis auf zwei. Dem Stuhl am Kopfende des Tisches und dem, wo normalerweise Lieutenant Commander Rogers saß. Der hatte nämlich zu dieser Zeit das Kommando über das Raumschiff. Commander Novak, erster Offizier, Lt.Cmdr. Stuart, Counselor und Sicherheitschefin, Lt. Cmdr. McGillycuddy, Chefingenieur, Lt. Ryu Sato Tobak, Navigator und Dr. Dent, Chef der medizinischen Abteilung. Alle entschieden den Captain über die Vollzähligkeit der Brückenoffiziere zu informieren und auch Lieutenant Commander Rogers Bescheid zu sagen.
Ruhepause ???
Dieser höchst anstrengende Tag hatte den Captain dazu verleitet, langsam einzuschlafen. Doch es sollte nicht lange dauern, bis er wieder geweckt wurde. „Novak an Captain Thorndyke. Wir haben uns alle in der Konferenzlounge versammelt.“ Thorndyke schreckte auf und fuhr sich hastig über Gesicht und Haare. Er tippte auf seinen Kommunikator und antwortete: „Commander, ich bin sofort bei Ihnen.“ Er ging in den Nebenraum um sich ein paar Spritzer Wasser ins Gesicht zu werfen und eilte darauf in seinen persönlichen Turbolift. Die Tür öffnete sich mit einem Zischen und bevor er die Konferenzlounge betrat rieb er nochmals seine Augen und richtete die Uniform. Eine solche Peinlichkeit war ihm in seiner gesamten Laufbahn als Offizier noch nicht passiert. Als er den Raum betrat war auch Lieutenant Commander Rogers schon anwesend. Er hatte das Kommando des Schiffes an Lieutenant Gonzales übergeben, eine kleine zierliche Frau mit schwarzem kräftigen Haarwuchs, die es dennoch verstand ihre Befehle klar und eindeutig an die Besatzung weiter zu geben. Alle Blicke waren jetzt auf den Captain gerichtet, der in diesem Augenblick die Lounge betrat. Auf dem Weg zu seinem Platz am Kopfende des Tisches erklärte er: „Entschuldigen sie bitte, aber der heutige Tag bot wahrhaftig allerlei Anstrengungen.“ Mit diesen Worten war die Angelegenheit bei allen vergessen. „Ich möchte ihnen erklären warum ich Alarm gelb gegeben habe. Dazu sehen sie jetzt eine Aufzeichnung meines Gesprächs mit Admiral Henry vor gut 40 Minuten.“ Thorndyke erhob sich und bediente die kleine Schalttafel neben dem Schirm. Er startete die Aufzeichnung indem er zwei weit r knöpfe auf dem Computerfeld drückte. Zuerst sah man die Insignia der Föderation, dann wechselte das Bild und gab die maßgebenden Informationen der Unterhaltung, die zwischen den beiden Offizieren statt gefunden hatte, wieder. Die wenigen persönlichen Sätze waren herausgenommen worden. Als die letzten Worte gesprochen waren, deaktivierte sich der Bildschirm um nur noch die Insignia der Vereinten Föderation der Planeten zu zeigen. Thorndyke sagte daraufhin: „Und genau das werden wir tun, Gentleman. Wir werden nach AMBROSIUS fliegen und die Situation klären. Auf dem Weg dorthin werden wir uns noch mit zwei anderen Raumschiffen der Föderation treffen. Über den genaueren Ablauf der bevorstehenden Mission mit den beiden anderen Besatzungen, klären wir bei dem Zusammentreffen. Commander Stuart, ich baue auf die beste Zusammenarbeit, die sich ein Raumschiffkommandant vorstellen kann.“ Die Crew-Mitglieder schmunzelten. Alle waren stolz, so bald ihre Arbeit mit dem neuen Schiff aufnehmen zu können. Es bot ganz neue Herausforderungen in noch neueren Situationen, was wiederum ein Ansporn zu guter und makelloser Arbeit war.
Fertig zum Verlassen des Raumdocks
Der Captain ließ die Crew wegtreten um die Stationen zu besetzten. Fast alle Brückenoffiziere fuhren mit dem Lift zu Deck eins. Außer Lieutenant Commander McGillycuddy, dessen Aufgabenplatz der Hauptmaschinenraum war, ging zu einem anderen Lift, der ihn zu Deck 14 brachte. Der Captain verweilte noch einen kurzen Augenblick in der Lounge und schaute aus dem Fenster auf die Erde. Auch er machte sich dann sofort auf den Weg zur Brücke. Er benutzte nicht wie alle anderen Offiziere den normalen Lift, sondern seinen persönlichen Lift, der ihn zu seinem Raum beförderte. Hier machte er sich nochmals etwas frisch, richtete auch noch mal seine Uniform und ging dann zur Brücke. Lieutenant Gonzales gab das Kommando wortlos an den Captain ab und begab sich zu einer der wissenschaftlichen Stationen, die sich vom Sessel des Captain‚s in Sitzrichtung, im rechten Teil der Brücke befanden. Endlich als der Captai in seinem mintgrünen Sessel saß, fragte ihn Commander Novak: „Ihre Anweisungen, Captain?“ Darauf Thorndyke: „Lieutenant Makepeace, informieren sie die Stationskontrolle, dass wir das Dock gleich verlassen werden. Anschließend rufen sie Admiral Henry und berichten sie Ihm, dass wir sofort nach AMBROSIUS aufbrechen.“ „Aye, Sir“, entgegnete der Lieutenant, der zu diesem Zeitpunkt an der Kommunikationsstation arbeitete. Als die Außenbeleuchtung des Schiffes anging, wurden die Warpgondeln am hinteren Ende in Höhe des Namens angestrahlt, der Name des Schiffes und die Registriernummer auf und unter der Untertassensektion wurden ebenfalls angestrahlt, sowie die seitlichen Schriftzüge am Sekundärrumpf des Schiffes. Der riesige Impulsantrieb am hinteren Ende der Untertassensektion leuchtete in einem satten Rotton, was darauf schließen ließ, das sich das Schiff bald in Bewegung setzen würde. Der innere Teil der Deflektorschüssel nahm einen ganz hellblauen Lichtschimmer an, während der äußere Teil der Schüssel einen eher schokoladenbraunen Farbton hatte. Die Bussardkollektoren an der vorderen Seite der Warpgondeln leuchteten in einem rötlichen Ton und die Außenseiten der Antriebsgondeln im gleichen hellblauen Ton, wie die Deflektorschüssel. Viele der kleinen Fenster begannen jetzt auch aufzuleuchten, dort wo die Crew-Mitglieder ihre Quartiere bezogen hatten, man merkte das die Reise bald los gehen würde. „Lieutenant Tobak, Andockklammern lösen, 1/5 Impulskraft voraus“, war der Befehl des Captains an den Steuermann. „Captain, die Basiskontrolle wünscht uns viel Erfolg und guten Flug“. „Senden sie unseren Dank zurück, Lieutenant Makepeace. Wir werden sehen, was uns da draußen erwartet“, sagte der Captain mit einem Ausspruch des Ansporns. Die Klammern und die riesigen Greifarme, die die ATLANTIS festhielten lösten sich und ließen das gewaltige Schiff los. Und langsam wie in Zeitlupe begann es sich zu bewegen. Der Augenblick, mit dem die Abenteuer des Raumschiffs ATLANTIS beginnen sollten, war gekommen und nur Gott allein wusste, wie die Zukunft der ATLANTIS aussehen würde.
Warpgeschwindigkeit
Der elegante Schiffsrumpf mit den langen Warpgondeln und der riesigen, flachen Untertassensektion entfernte sich langsam von dem krallenartigen Raumdock. „Liutenant Tobak, setzen sie Kurs auf AMBROSIUS V, volle Impulskraft bis wir das Sonnensystem verlassen haben. Dann gehen sie auf Maximum Warp.“ „Aye Captain, Kurs gesetzt, Geschwindigkeit eingegeben“, antwortete der Steuermann. „Na dann, geben sie Saft drauf“, befahl der Captain. Bei diesen Worten waren alle Blicke auf Thorndyke gerichtet, denn keiner hatte die Gewitztheit von ihrem Captain erwartet, die er gerade an den Tag legte. Das Schiff drehte sich etwas und flog langsam aber bestimmt davon. Die Station und die Erde verschwanden allmählich im Hintergrund. Die ATLANTIS flog vorbei an Mars, Jupiter und Saturn, um das Sonnensystem dann schnellstens zu verlassen. Das Raumschiff beschleunigte und schoss davon, um in der Ferne mit einem Blitz die Warpbarriere zu durchbrechen. Die nächsten Stunden nutzten die Crew-Mitglieder, um mit dem Schiff vertrauter zu werden. Jeder konzentrierte sich auf seine Arbeit an der jeweiligen Station. Jetzt wo sich jeder der Offiziere auf seine Arbeit konzentrierte, konnte sich Thorndyke zum ersten Mal und in aller Ruhe seine Brücke anschauen. Er stand auf und ging über die zwei Stufen in den obersten Bereich der Kommandozentrale. Von ihm aus auf den Hauptschirm blickend, lag hinter ihm die Station der Sicherheit und direkt vor ihm die Taktische Station. Direkt unterhalb befand sich ein Equipmentschrank. Nach links und nach rechts konnte man die Brücke durch einen Turbolift verlassen. Direkt neben dem Turbolift auf der linken Seite gab es einen Nahrungsreplikator. Im Anschluss befand sich die Station des Maschinenraums, die durch zwei kleine Stufen, den oberen und den unteren Bereich der Brücke trennten. Das Kontrollpult für den metaphasischen Schild reiht sich anstandslos in diese Einheit mit ein. Gleich hinter den Kontrollen lag der Eingang zum Bereitschaft raum des Captains. Rechts neben der Eingangstür lag Kommunikationsstation zwei mit einem zusätzlichen Universalübersetzungsterminal. Der gebogene Hauptschirm fügt sich nahtlos ein. Rechts daneben befand sich Wissenschaf sstation zwei. Getrennt wurde sie von Wissenschaftsstation eins durch eine Tür, die zu den Sanitärenanlagen führte. Direkt in der Mitte zu einem Halbmond gebogen befanden sich weitere allgemeinen Konsolen. Unterhalb dieser Kontrolleinheit standen drei Sessel. In der Mitte, der des Captains, der auf besonderen Wunsch in mit mintgrünem Leder überzogen war. Neben dem Captains saßen der erste Offizier und der Counselor. Vor ihnen lagen die Plätze der Conn und der OPS. „Nummer eins, sie haben das Kommando. Wenn sie mich brauchen, ich bin in meinem Raum.“ Thorndyke ging die zwei Stufen vom oberen Bereich der Brück runter um dann gleich in seinem Raum zu verschwinden. Er saß in seinem Raum und studierte zum wiederholten Male die Dossiers seiner Crew. Ihm war schon vorher aufgefallen, dass zwei seiner Offiziere Dienst auf dem selben Schiff verrichtet hatten. Commander Novak war im Jahre 2356 auf die U.S.S. CHARLESTON NCC-42285 versetzt worden. Counselor Stuart war sechs Jahre später auf dieses Schiff gekommen. Nur ein Jahr lang war der Counselor an Bord dieses Schiffes, um dann auf ein Schwesterschiff der U.S.S. ATLANTIS, der U.S.S. PROSPERO NCC-2009, zu wechseln. Während diesem Jahr hatten die beiden Offiziere genug Zeit, sich kennenzulernen, egal in welcher Beziehung. Thorndyke fiel ein, das er ja noch eine bestimmte Durchsage machen wollte. Er überlegte schon ein ganze Weile wie er seiner Besatzung klarmachen sollte, den üblichen Salutierungsspruch wegzulassen. Er tippte auf den Desktop , der vor ihm auf dem Tisch stand und gab folgende Mittelung.„Captain an die Besatzung. Die veraltete Gebrauchsregel zu salutieren wenn ich oder ein Admiral auf die Brücke kommen oder in sonst einen Raum eintreten, verliert mit sofortiger Wirkung seine Gültigkeit. Sollte sie jemand darauf ansprechen oder gar zur Rechenschaft ziehen wollen, verweisen sie diese Person bitte sofort an mich. Thorndyke ende.“ Das Kommando hatte währenddessen wieder Lieutenant Gonzales, nicht wie sonst üblich der Erste Offizier. Commander Novak war zu diesem Zeitpunkt in Shuttlerampe drei, wo er sich mit zwei Shuttlepiloten das neue LAUCHER-SHUTTLE ansah und dessen Einrichtungen studierte. „Sternzeit 43917,9 Computer-Logbuch der U.S.S ATLANTIS 1,4 Stunden nach dem wir das Raumdock verlassen haben, sind bis jetzt keine nennenswerten Probleme aufgetaucht. Eintrag Ende“. Plötzlich summte das Türsignal des Bereitschaftsraums. Der Doctor trat ein und wies Captain Thorndyke darauf hin, dass das Medizinisch-Holografische-Notfallprogramm, was sich noch immer im Entwicklungsstadium befand, nicht aktivierbar sei. Der Captain meinte dazu: „Ich gebe Ihre Aufforderung sofort an unseren Chef-Ing. weiter. Sonst noch was Doctor?“ Mit einer Verneinung verabschiedete sich dieser und ging. Der Captain schmunzelte und dacht so vor sich hin: „Ob das MHN wohl auch, wie die Nahrungsreplikatoren ohne Farbe in Aktion treten muss? Ob wir dann das MHN nur als schwarze Umrandung für eine durchsichtige Person sehen werden? Oder werden wir nur schwebende und an uns vorbei ziehende medizinische Geräte sehen.“ Um diesem Problem eine Lösung zuzuführen, begab sich der Captain innerhalb kürzester Zeit abermals auf den Weg zum Maschinenraum. Er benutzte nicht wie sonst üblich seinen direkt am Bereitschaftsraum liegenden Turbolift, sondern nahm den längeren Weg über die Brücke. Doch bevor der Captain den Turbolift erreichen konnte, musste er sich erst noch einen Bericht vom Wissenschaftsoffizier William Rogers, der in seiner kleinen Statur mit seinem dichten schwarzen Haarwuchs stellenweise an einen spanischen Torero erinnerte, ansehen. Dieser Bericht zeigte mehrere Möglichkeiten auf, um die heranfliegenden Asteroiden zu vernichten. Nachdem der Captain den Lift betreten hatte, blieb ihm nicht mal die Zeit dem Computer seinen Zielort mitzuteilen, sondern Lieutenant Gonzales Stimme tönte aus dem Intercom: „Captain, eine Nachricht vo STERNENBASIS 212 für sie“. „Legen sie eine abhörsichere Leitung direkt in den Turbolift, ich werde die Nachricht gleich hier empfangen“, erwiderte der Captain und fragte sich gleichzeitig, was wohl noch alles passieren würde? Zur gleichen Zeit teilte er dem Computer mit, die Türen zu sichern und sofort zu stoppen. „Captain Thorndyke, hier STERNENBASIS 212, wir haben da noch einen Offizier, den sie unbedingt mitnehmen müssen“. „Was für einen Offizier? Unsere Mannschaft ist doch komplett“. Der Nachrichtenoffizier der Sternenbasis antwortete nur: „Ich bin nicht berechtigt, Ihnen diese Frage zu beantworten. Das wird Ihnen Ihr Gast schon selbst sagen müssen.“ Bevor der Captain dann endlich mit dem Turbolift losfahren konnte, befahl er: „Computer Sicherheitssperre aufheben und weiterfahren“, und der Lift setzte sich wieder in Bewegung. Sein erster Offizier erhielt folgenden Anweisung: „Commander Novak, wie ist ihr derzeitiger Aufenthaltsort?“ „Captain, ich bin in Shuttlerampe drei, was gibt es? „Begeben sie sich sofort zur Brücke und nehmen sie bitte Kurs auf STERNENBASIS 212 und wenn wir dort sind, lassen sie das Schiff in eine Umlaufbahn um die Sternenbasis einschwenken.“
Aus dem Befehl konnte der Commander genau hören, dass der Captain über diesen Zwischenstopp mehr als nur ärgerlich war. Jede Verzögerung brachte den Zeitplan durcheinander. Die Sternenbasis lag nicht ganz auf dem direkten Missionsweg der ATLANTIS. Es bedurfte zwar nur einer kleinen Kurskorrektur, doch jede Abweichung und jeder weitere Halt würde eine Verspätung mit sich bringen. „Aye Captain, ich mache mich sofort auf den Weg. Lieutenant Gonzales ich komme auf die Brücke und werde sie gleich ablösen. Nehmen sie eine Kurskorrektur vor, wir fliegen zur Sternenbasis 212. Novak Ende“. „Commander ich habe verstanden. Kurs wird geändert“. Lieutenant Tobak setzen sie Kurs auf Sternenbasis 212, Warp 8, beschleunigen“. Die ATLANTIS schwenkte nach Steuerbord ab, flog ein leichte Kurve und beschleunigte in Richtung der Sternenbasis.
Was ist der Neue
Der Turbolift fuhr selbstverständlich weiter mit dem Ziel Transporterraum zwei. Der Captain trat aus dem Lift und durchschritt den Flur, der ihn zu Transporterraum zwei führte, um dort den Gast in Empfang zu nehmen. Inzwischen hatte man die ATLANTIS auf Impulsgeschwindigkeit verlangsamt und in eine Umlaufbahn um die Sternenbasis herum einschwenken lassen. Doch es sollte nicht so kommen, wie sich der Captain das so gedacht hatte. Als Thorndyke im Transporterraum zwei anfragte, ob der neue Offizier zu beamen bereit wäre, erwiderte der Transporter-Chief, dass der geheimnisvolle Gast sich nicht an Bord beamen lassen würde, sondern mit einem Shuttle zur ATLANTIS übergesetzt würde. Der Captain war mittlerweile mehr als nur genervt. Schließlich hatte sich der Zwischenstopp doch nun schon zu einer Verspätung von bald einer Stunde ent uppt. Nun musste sich der Captain auch noch vom Transporterraum zwei zur Hauptshuttle-Rampe am Heck des Schiffes begeben. Als das Shuttle der Sternenbasis in der Hauptshuttle-Rampe der ATLANTIS aufsetzte und der Gast an Bord des Schiffes kam, befand sich der Captain noch auf dem Weg. Das Shuttle setzte sich zum Abflug zur Sternenbasis wieder in Bewegung. Ein Lieutenant aus Shuttlerampe drei informierte den Captain über die Audio-Anlage, das der neue Lieutenant nun an Bord sei. Captain Thorndyke, der noch einige Schritte vom Shuttlehangar entfernt war, tippte auf seinen Kommunikator und gab dem Steuermann den Befehl mit Impulsgeschwindigkeit die Umlaufbahn der Sternenbasis zu verlassen. Anschließend auf Warp neun zu beschleunigen, um den alten Kurs nach AMBROSIUS V wieder aufzunehmen. „Ob wir die verlorene Zeit jemals wieder aufholen können, das weiß der liebe Gott allein“, sagte Thorndyke so vor sich hin. „Nun, dann wollen wir mal unseren Gast an Bord begrüßen“, murmelte er und betrat Shuttlerampe drei, die sich am hinteren Ende des Raumschiffes befand. „Willkommen an Bord der U.S.S. ATLANTIS, Lieutenant? Und könnten sie mir freundlicher Weise den Grund für Ihre Verspätung mitteilen?“ begrüßte der Captain den neuen Lieutenant mit freundlich fragender Stimme. „Roufos Excalibur Ffolkes, Captain Thorndyke, der neue Wissenschaftsoffizier zur Beobachtung der bevorstehenden Mission. Wenn ich richtig informiert wurde, hat Ihnen STERNENBASIS 212 meinen Namen nicht mitgeteilt.“ „Das ist richtig, Lieutenant. Aber warum in Dreiteufelsnamen wurde ich weder über ihren Namen informiert, noch wurde mir mitgeteilt das sie an dieser Mission teilnehmen“, äußerte der Captain mit einem etwas brummigen Ton. „Das hat seine Gründe Captain“, entge nete der Lieutenant auf seine, ihn, herablassende Art. „Ich werde Ihnen nun Ihr Quartier zeigen. Danach melden sie sich auf der Krankenstation. Wenn sie dort fertig sind, kommen sie bitte in meinen Bereitschaftsraum, denn ich möchte gern wissen warum sie an Bord gekommen sind. Meinen Stab werde ich Ihnen später vorstellen“. Die ATLANTIS flog mittlerweile mit Warp neun Richtung AMBROSIUS. Die vielen Sternen, die an dem Raumschiff vorbei zogen, sahen aus wie weiße lange Bindfäden. In der Bar 007, ganz vorne an den Aussichtsfenstern, hatte man einen ganz besonders guten Ausblick. Von hieraus ließen sich die heranfliegenden Sternen besonders gut beobachten. Noch bevor der Captain seine Satz abfassen konnte, unterbrach ihn der „neue“ Lieutenant und erkundigte sich nach seinem Gepäck, welches aus fünf großen Truhen, acht verschiedenen Koffern und zehn verschieden großen Taschen bestand. „Ich hatte angenommen, sie hätten Ihr Gepäck mit dem Shuttle an Bord meines Schiffes gebracht? Ist dies etwa nicht der Fall? Sagen sie jetzt nicht das der ganze Teil ihres Gepäcks noch auf STERNENBASIS 212 ist“, sagte der Captain leicht aufgebracht. „Wenn Ihre Leute es nicht heraufgebeamt haben, ist dem wohl so. Glauben sie etwa das ganze Gepäck würde in so ein kleines Shuttle passen. Meine Geräte zum Zusammenbau einer wissenschaftlichen Beobachtungssonde benötigen nun mal etwas mehr Platz, als ein paar Kleidungsstücke. Deshalb brauche ich auch einen Teil in einem ihrer Frachträume, die mit einer Ladeluke ausgerüstet ist. Und kommen sie mir nicht mit der Ausrede, sie hätten keinen Platz. Admiral Lindström hat mir nämlich schon grünes Licht für meine Aktion gegeben“, entgegnete ihm der eue Lieutenant mit empörter Stimme. „Sie glauben doch wohl nicht etwa im Traum daran, dass wir jetzt noch mal zurückfliegen und ihre Sachen abholen. Außerdem bestimme ich auf meinem Raumschiff immer noch was wohin gestellt wird und welcher Platz dafür zur Verfügung steht. Aber heute haben sie das Glück, das ich ihren Wünschen gerecht werden darf“, verdeutlichte der Captain mit einem strengem, betonenden Ton. „Doch ich glaube das sie zurückfliegen werden, denn wenn sie es nicht tun, beschwere ich mich beim Sternenflottenkommando über Ihr unangemessenes Verhalten“. Der neue Lieutenant hatte wohl dem Captain nicht ganz zugehört, als er seinen letzten Satz ihm entgegen brachte. Der Captain war sich nun ganz klar darüber, das man ihm nicht nur einen knauserigen, verwöhnten „schottischen Lieutenant“ vor die Nase gesetzt hatte, sondern auch noch einen Aufpasser. Thorndyke dachte für sich: „Was will ich denn mit so einem grünen Jungen, hoffentlich weiß der auch welches seine Aufgabengebiete sind und welche nicht“. Als der Captain sich über den Inhalt des Gepäcks erkundigen wollte, fuhr ihm der „Neue“ über den Mund und bestand darauf zur STERNENBASIS 212 zurückzufliegen, um seine Gepäckstücke an Bord nehmen u können. Dem Captain blieb nichts anderes übrig. Er befahl, wenn auch gegen seine Natur, noch einmal zur STERNENBASIS 212 zurückzufliegen, um die so wertvolle Fracht für Lieutenant Ffolkes aufzunehmen. Das Schiff flog eine 180° Wende mit Kurs zur STERNENBASIS 212. Noch bevor die ATLANTIS die PILZSTATION erreicht hatte, denn so sah das gewaltige Gebilde aus, verlangsamte man das Schiff auf Impulsgeschwindigkeit und umkreiste nun die Station. Der Kommunikationsoffizier aktivierte die Grußfrequenzen. Die Stationscrew hatte man schon mit der Ankunft der ATLANTIS gerechnet. Einige Besatzungsmitglieder der Sternenbasis hatten die Marotten von Ffolkes schon kennengelernt. Im Gegensatz zur Mannschaft der ATLANTIS, die mit dem neuen Lieutenant noch nicht konfrontiert worden waren.Counselor Stuart sagte nur: „Wenn der Captain einen Befehl gegeben hat, dann wird dieser auch ausgeführt.“ Damit schloss sie gleich alle Zweifel und Nachdenklichkeiten der Crew auf der Brücke aus. Die fehlenden Gepäckstücke wurden an Bord der ATLANT S in Frachtraum zwei gebeamt und der „Neue Lieutenant“ wurde zufrieden gestellt. „Fragt sich nur für wie lange“, schmunzelte Transporter-Chief Beck, der vom Aussehen her, mit seiner kräftigen Statur, seinen blauen Augen und seinem schulterlangem blonden Haar, sehr stark an einen Schauspieler aus dem späten zwanzigsten Jahrhundert erinnerte. Nachdem die Gepäckstücke sicher und gut verstaut waren betrat Lieutenant Ffolkes sein Quartier. Aber es sollte auch hier nicht lange dauern, da hing er dem Captain schon wieder in den Ohren. Thorndyke tippte währenddessen unbeirrt mit dem Finger auf seinen Kommunikator und befahl dem Steuermann abermals die gleiche Vorgehensweise zum Verlassen der Umlaufbahn um die Sternenbasis. Lieutenant Tobak flog das Schiff aus der Uml ufbahn der Sternenbasis heraus. Um so wenig wie möglich an Zeit zu verlieren beschleunigte er das Schiff schon nach kurzer Zeit auf Warp neun, um den Missionsauftrag wiederaufzunehmen. Lieutenant Ffolkes meckerte. „Das Quartier sei für seine Verhältnisse unangebracht, zu klein, zu dunkel und in für ihn nicht angemessenem Standart eingerichtet.“ Als er mit diesen Einwenden beim Captain vorsprach, verdeutlichte dieser: „Wir sind doch kein Vergnügungsdampfer und außerdem meine ich, sie sollten ihre Fähigkeiten als Wissenschaftsoffizier unter Beweis stellen!“ Der Lieutenant ging nach dieser Abfuhr eingeschnappt in sein Quartier zurück. Kurze Zeit später begab sich Ffolkes auf den Weg zur Krankenstation, um dem Standart-Anforderungsbefehl der Sternenflotte Folge zu leisten. Der Captain hingegen machte sich endlich auf den Weg zum Maschinenraum. Denn das war ja sein eigentliches Ziel bevor der neue Lieutenant an Bord gekommen war. Dort angekommen ging der Captain zielstrebig in das Büro von Lieutenant Commander McGillycuddy. Obwohl der Chef des Maschinenraums nicht da war, ließ sich der Captain am Nahrungsreplikator des Lieutenant Commanders einen wohlverdienten „englischen Tee“ zubereiten. Er erteilte folgenden Befehl: „Computer englischen Tee bitte.“ Die Computerstimme antwortete: „Es gibt 154 Sorten Tee an Bord der ATLANTIS. Wollen sie den Tee kalt, warm oder heiß. Mit Zucker, Kandis, Süßstoff oder ungesüßt.“ Thorndyke dachte sich, ich hör wohl nicht richtig. Computer ich möchte Tee, heiß und zwar englischen Tee.“ „Bitte spezifizieren sie ihre Wünsche.“ „Was denn noch alles. Computer Rotbuschtee Kalahari, zehn Minuten ziehen lassen, mit braunem Kandis gesüßt.“ Einen kleinen Augenblick später stand in der Replikator-Öffnung ein Glas mit einer dampfenden Flüssigkeit. Der Captain nahm das Glas und setzte sich in den Sessel am Schreibtisch.Als McGillycuddy in sein Büro zurück kam, traute er seinen Augen nicht. Da saß der Captain in seinem Sessel, hatte die Füße auf den Tisch gelegt und trank in aller Seelenruhe seinen Tee, der zwar keine Farbe hatte, aber dennoch im Geschmack seine volle Wirkung der Beruhigung erzielte. „Schmeckt Ihnen der Tee, Captain?“, wollte der Lieutenant Commander wissen. Der Captain antwortete: „Ja, sehr. Ich glaube, ich weiß jetzt, warum s e Punkt fünf auf I ren Tee bestehen. Es gibt mitunter nicht viele Dinge, die unter der Entfaltung des Aromas eine solche Beruhigung ausstrahlen“. Was der Captain auch immer damit meinte. Sicher war eines auf jeden Fall. Er war jetzt viel gelassener und entspannter, diese kleine Ruhepause hatte ihm weitaus mehr gebracht, als eine Stunde Schlaf. Auch McGillycuddy konnte jetzt wieder die Gelassenheit des Captains spüren, die er nach der Ankunft von Lieuten nt Ffolkes wohl etwas verloren hatte. McGillycuddy machte dem Captain, bevor er sich wieder in Richtung Brücke begab, noch einen Vorschlag: „Captain, wenn Ihnen mal wieder der Kopf danach steht, einen Tee zu trinken, dann kommen sie doch einfach in mein Büro. Vielleicht kann ich Ihnen bei Ihrem nächsten Besuch schon einen Tee mit etwas Farbe anbieten.“ „Ich werde Ihr Angebot gerne annehmen und vielleicht hat dann nicht nur der Tee etwas Farbe, sondern vielleicht funktionieren die Nahrungsreplikatoren bis dahin endlich einwandfrei“. „Ich werde mich bemühen das dieses Problem schnellstmöglich behoben wird und lege eine onderschicht ein“. „Nein, Lieutenant Commander, das brauchen sie nicht unbedingt. Unser neuer Kollege soll wenigstens auch mal in den Genuss kommen, farblose Nahrung zu sich zu nehmen und er soll sich nur nicht wagen, dem Oberkommando diese Kleinigkeit mitzuteilen, sonst vergesse ich noch, das er auf besonderen Wunsch von Admiral Lindström an Bord gekommen ist“. „Etwa derAdmiral Lindström?“, fragte McGillycuddy. „Wieso fragen sie?“, entgegnete der Captain. „Na ja, bevor ich an Bord der ATLANTIS ka , habe ich mich natürlich genauestens über das Schiff informiert. Ich habe auch die Empfehlung des damaligen Captain Charles Lindström, über den LAUNCHER, gelesen“. „Dann wissen sie ja bereits, das nicht nur die ATLANTIS, mit einem metaphasischen Schild ausgerüstet ist, sondern auch das LAUNCHER SHUTTLE. Aber ich hoffe, sie haben nicht nur die Empfehlung gelesen“, erwiderte der Captain. „Ja, Captain, ich habe mich auch schl u gemacht was es mit dem Launcher-Shuttle so auf sich hat. Wenn ich die Beschreibung richtig gelesen und verstanden habe, ist das Launcher-Shuttle ein Prototyp. Vom Aufbau her sieht es aus, wie die Verdoppelung eines alten Galileo-Shuttles von der U.S.S. ENTERPRISE NCC-1701-A. Und doch, so glaube ich, ist es ein völlig neues Shuttle.“ „Da haben sie ganz Recht Mac. Die Formen erinnern sehr stark an das Galileo-Shuttle und ich muss gestehen, man hat von der guten alten Bauweise auch abgeschaut, aber das Launcher-Shuttle ist eigentlich doch etwas völlig neues. Allein schon die Ausstattung mit dem metaphasischen Schild. Und auch der Innenaufbau ist ganz anders gestaltet, als der im alten Galileo-Shuttle“, äußerte Thorndyke. Nach diesem doch sehr unterhaltsamen Gespräch begab sich der Captain endlich wieder auf die Brücke. Er ging den Korridor entlang zum Lift und betrat ihn kurze Zeit später. In der Gegenwart von zwei anderen Offizieren fuhr der Captain mit dem Lift zur Brücke. Keiner der drei Offiziere sagte ein Wort. Im gleichen Augenblick als Thorndyke und die beiden anderen Offiziere die Brücke betraten, empfing der Kommunikationsoffizier eine Nachricht von der U.S.S. VENTURE. Der Captain ordnete den Kommunikationsoffizier, Lieutenant Makepeace, eine mittelgroße Frau mit blondsträhnigen Haaren, an, die Nachricht auf den Hauptschirm zu schalten. Das Bild der langgezogenen Warpsterne verschwand und man sah die drei Sessel der Brücke, den 1. Offizier und den Captain des Schiffes. Der dritte Sessel, wo normalerweise der Counselor oder der Doctor saß, war in diesem Moment nicht besetzt. Captain Applegate von der U.S.S. VENTURE NCC-71854, einem Raumschiff der Galaxy-Klasse, teilte nur kurz mit, ass die U.S.S. MARADITH NCC-75340 und sein Schiff in spätestens drei Stunden an den vereinbarten Koordinaten sein würden. Falls die U.S.S. ATLANTIS nicht pünktlich sein sollte, würden die beiden Captains mit ihren beiden Schiffen auf die ATLANTIS warten. Nach der Übertragung verschwand das Bild der Brücke und die Außenansicht auf das kalte Weltall erschien wieder. Zu diesem Zeitpunkt löste die Delta-Schicht die vorangegangene Alpha-Schicht ab. Die Delta-Schicht, für viele war es die erste Nachtschicht, auf der Brücke bestand lediglich aus vier Personen. Es waren Lieutenant Commander Isabella Sherwood, die das Kommando über das Raumsc iff führte, Lieutenant Ramius Carson, der an der Conn saß, Fähnrich Jerry McNielsen, der die OPS des Schiffes bediente und Fähnrich Teresa Tomic-Voss, die an der Kommunikationsstation ihren Dienst tat.
Zeitversetzung
Das hieß der gesamte Stab von Captain Thorndyke hatte Feierabend. Alle verließen die Brücke, auch der Captain. Er hätte sich eigentlich seine wohlverdiente Nachtruhe gegönnt, wenn da nicht noch der Besuch auf Holodeck vier zu erledigen gewesen wäre. Thorndyke machte sich auf den Weg nach Deck sieben. Einige Lieutenants und Commanders, die ihm entgegenkamen, fragten: „Captai wollen ie sich in der Bar noch etwas schmecken lassen? Unsere abrupter Abflug hat es ja den Gästen verweigert all die schönen Köstlichkeiten des Buffets zu sich zu nehmen.“ Thorndyke verneinte und erklärte, dass er noch etwas anderes zu erledigen hätte. Endlich kam er bei Holodeck vier an. Er betätigte die Schalttafel und befahl dem Computer: „Computer zeige mir das Programm mit der Dateinummer 26-05-2323“. Eine weibliche Computerstimme erwiderte freundlich: „Stimmenautorisation Captain William-Peter Thorndyke und Dateinummer in Ordnung. Das Programm ist vollständig. Sie können jetzt eintreten.“ Die großen grauen Türen öffneten sich mit einem etwas ungewohntem Ton. Als der Captain eingetreten war, schlossen sich die Türen gleich wieder hinter ihm. Zu seiner allgemeinen Überraschung zeigte das Holodeck ein sehr klares Bild von einer Rennstrecke, die es einmal auf der guten, alten Erde gegeben hatte. Der Captain befahl dem Computer: „Computer generiere mir verschiedene Fahrzeuge aus dieser Zeitepoche“. „Diese Angabe ist unvollständig, bitte genaue Parameter angeben“, entgegnete die Computerstimme. „Computer ich hätte gerne drei AUDI V8; vier OPEL CALIBRA, vier ALFA ROMEO 155 und drei MERCEDES 190 EVO, die am Start eines Rennens stehen.“ Kurz vor der Start- und Ziellinie erschienen die gewünschten Fahrzeuge, die in verschiedenen Größen, von sogenannten Spielzeugautos aus einer Glasvitrine sein konnten. „Himmelherrgott noch einmal was habe ich denn jetzt schon wieder vergessen“, fluchte Thorndyke. Die Computerstimme antwortete das dieser Befehl nicht ausführbar sei. Im gleichen Augenblick erinnerte sich der Captain, dass er dem Computer auch den Maßstab der gewünschten Fahrzeuge mitteilen musste. So hatte er die Parameter für diese Datei vor einiger Zeit festgelegt. Die Autos standen in einem regung losen Zustand auf der Fahrbahn. Kurz nachdem der Captain dem Computer den Befehl erteilte, er sollte doch die Fahrzeuge im Maßstab eins zu eins generieren, wünschte er auch noch das übliche Motodromgeschehen dazu. Die langweilige Stille wurde in eine Geräuschkulisse, von jubelnden Zuschauern und dem Geräusch von aufheulenden Motoren, versetzt. Der Captain war im Begriff sich in eines der Fahrzeuge zu setzen, welches unbesetzt war und am Rennfahrgeschehen teilzunehmen, doch dann überkam ihn mehr und mehr die Mü igkeit und er erteilte dem Computer den Befehl.„Computer, Datei abspeichern und in meiner persönlichen File-Nummer sichern, Programmende. Holodeck Ausgang“. Das holographisch erzeugte Bild verschwand und man sah nur noch die schwarzen Wände mit den gelben Gitterlinien. Der Captain trat aus dem Holodeck und die großen grauen Türen schlossen sich mit dem gleichen Geräusch, als wenn ma die Shuttle-Rampe betrat. Thorndyke begab sich zu seiner wohlverdienten Nachtruhe. Auf dem Weg zum Turbolift kam ihm niemand entgegen. Wundern tat es den Captain nicht, denn die Nachtschicht hatte auf dem Schiff begonnen, das hieß, die ATLANTIS war nur mit der üblichen Minimalbesatzung besetzt. Nach dem Eintreten in den Lift auf Deck sieben fuhr er nach Deck vier, wo die Offiziersquartiere, Shuttlerampe zwei und drei, der Shuttle-Service und das Quartier des Captains waren. Thorndyke trat in sein Quartier ein, nachdem sich die Türen mit dem vertrauten Zischen geöffnet hatten. Hinter ihm schlossen sich die Türen und er zog sich nach dem langen Tag die Uniform aus. Anschließend ließ sich vom Replikator noch eine heiße Milch mit etwas Koriander zubereiten. Dieses alte Rezept hatte er von seiner Großmutter mit auf dem Weg bekommen. Und diese hatte es wohl wiederum von ihrer Großmutter, also ein wirklich uraltes Rezept. Der Captain legte sich auf sein Bett trank die Milch und hörte noch etwas Musik bevor er dann einschlief. Der Rest der Führungsstabes hatte sich noch nicht zur Ruhe begeben, sondern zu einer Pokerrunde im Quartier des Counselors getroffen. Um dem Tag noch einen krönenden Abschluss zu geben, spielte der Führungsstab noch bis spät in die Nacht.
Am nächsten Morgen um sechs Uhr begann für die Gamma-Schicht die Arbeit. Auch diese Schicht war etwas Neues im sonst normalen Rotationsablauf in der Sternenflotte. Sonst hatte man zwei Schichten im Einsatz, meistens eine Alpha-Schicht und eine Delta-Schicht. Captain Thorndyke wollte gern etwas Neues ausprobieren und führte gleich zu Anfang die Gamma-Schicht ein. Diese Schicht erlaubte der Besatzung, nicht wie bisher eine Schicht Arbeit, eine Schicht Freizeit, sondern eine etwas längere Freizeitperiode. Die Gamma-Schicht erlaubte es außerdem, das nicht alle Führungsoffiziere gleichzeitig ihren Dienst verrichten mussten. Wie folgt setzte sich diese Schicht zusammen. Lieutenant Commander Turner, eine sehr ehrgeizige Krankenschwester und Lieutenant Easton waren noch mit zwei oder drei Personen vom Pflegepersonal in der medizinischen Abteilung tätig. Auf der Brücke hatten Lieutenant Commander Austin, als stellvertretender Captain, Lieutenant Kelly an der OPS, Lieutenant Baker als Steuermann und Fähnrich Bolton an der Kommunikation Dienst. Der Maschinenraum war mit einer Notbesetzung belegt worden, da die wichtigsten Personen am nächsten Tag für die bevorstehende Mission volleinsatzbereit sein mussten. In der Bar 007 wechselten sich Zivilisten ab. Hier gab es keinen direkten Arbeitsplan nach Schichten. Für die Bar waren zehn Zivilisten abgestellt worden. Sie konnten sich ihre Schichten so aufteilen, wie auch immer sie wollten. Der Captain hatte in dieser Abteilung den Leuten freie Hand gelassen. Die Personen aus der Delta-Schicht hatten, außer dass die Nahrungsreplikatoren jetzt mit der gewünschten Farbintensität arbeiteten, nicht viel Neues zu berichten. Alle Gerichte und Getränke waren jetzt wieder, wie gewohnt, zu ihrem natürlichen Aussehen übergegangen. Die Mannschaftsmitglieder aßen ihre Mahlzeiten jetzt wieder mit viel mehr Genuss als vorher. Zu diesem Anlass trafen sich einige aus der Crew in der Bar 007. Man konnte fast annehmen, dass hier ein Fest gefeiert wurde. Die Mannschaft, gleich welchen Ranges, legte viel Wert auf das Miteinander. So saßen zum Beispiel ein junger Fähnrich und ein Commander an einem Tisch. Der Grund hierfür war allen Mannschaftsmitgliedern klar. Nur im 007 gab es Replikatoren, in denen man ganz ausgefallene Mahlzeiten bereiten konnten. Außerdem wurde man im 007 von den Zivilisten mit besonderer Aufmerksamkeit und einer geschätzten Freundlichkeit bedient, die man sonst nur in einem teueren Gourmet-Restaurant hätte erwarten können. Bis auf die Tatsache, dass man nicht unbedingt in Uniform in so ein Restaurant geht, konnte man davon ausgehen, man würde hier in so einer Lokalität sitzen und speisen. Inzwischen hatten die Schichten ein weiteres Mal gewechselt. Somit war jetzt wieder die Alpha-Schicht im Einsatz. Aber keinesfalls war diese Schicht so besetzt, wie die erste Alpha-Schicht. Der Captain hatte die Schichten so eingeteilt, das eine Übereinstimmung nur sehr selten war. In der Krankenstation wurde der noch sehr junger Assistenzarzt, grade frisch von der Academy, mit einer sonst alltäglichen Aufgabe betraut, die es allerdings insich haben sollte. Der einzige, weibliche klingonische Offizier an Bord der ATLANTIS war zu diesem Zeitpunkt in die medizinische Abteilung gekommen, um den normalen Routine-Check ihrer Schwangerschaft machen zu lassen. Der junge Mediziner rannte wie wild in der Krankenstation herum, bevor er sich überhaupt einen Augenblick Zeit für den weiblichen Offizier nahm. Zufälligerweise kam im gleichen Augenblick Doctor Dent in die Krankenstation und wollte wissen, warum sein Kollege denn, wie ein aufgescheuchtes verfolgtes Huhn durch die Räume rannte. Dieser konnte ihm kein einziges Wort entgegenbringen. Doctor Dent reichte es mittlerweile und sagte mit sehr strenger und lauter Stimme zu dem jüngeren Arzt: „Kollege Collins, würden sie sich bitte jetzt setzen. Außerdem braucht der Offizier NekMah jetzt ihre Hilfe“. Assistenzarzt Collins antwortete nur mit verschreckter und zitternder Stimme: „Wie, was ich. Ich komme grade von der Academy und habe noch gar keine Ahnung mit Klingonen. Ich weiß gar nicht wie ich da helfen soll“. Daraufhin Dent: „Ich werde sie als Assistenten führen und sie schauen mir genauesten zu . Denn wenn sie mit den Klingonen nicht vertraut sind, dann wird es aber höchste Zeit. Und lernen kann man ja bekanntlich nie genug. Also gut aufgepasst. Außerdem ist es ja auch nur ein Routine-Check“. „Kommen sie Lieutenant NekMah legen sie sich auf eines der Biobetten und ziehen sie das Uniformoberteil aus. Ich werde sie gleich untersuchen. Lieutenant Collins bringen sie mir bitte den Biophasenscanner, das Hypospray und eines der Padd‚s , die auf meinem Tisch liegen, mit. Während der junge Mediziner die gewünschten Arbeitsgeräte holte, machte sich Doctor Dent währenddessen daran, den mit noch einem Shirt bedeckten Oberkörper von Lieutenant NekMah zu untersuchen und abzutasten. Hierbei stellte er fest, das sich das Kind im Mutterleib mittlerweile wiedereinmal gedreht hatte. Diese klingonische Schwangerschaft hatte es wirklich insich. Von einer normalen Schwangerschaft konnte hier wirklich nicht die Rede sein. Alles was auch nur im entferntesten mit der Schwangerschaft zu tun hatte, wurde bei dieser Klingonin mit ins Spiel gebracht. Man konnte nur hoffen und sich wünschen, das wenigstens die Kindheit etwas ruhiger ausfallen würde. „Doctor Collins wo bleiben sie denn. Brauchen sie immer so lange, um ein paar Geräte zu holen. Also das müssen wir ja noch lernen, das das schneller gehen muss. sie können im Ernst- oder Notfall auch keinen Spaziergang durch die Station machen. Habe ich mich da klar genug ausgedrückt?“ „So, nun kommen sie her, nehmen sie den Biophasenscanner und streichen ganz behutsam und direkt über den Oberkörper des Lieutenants. Die Bilder, die dabei aufgezeichnet werden, schauen wir uns nachher an. Collins warum wackeln sie dauernd mit dem Scanner, können sie das Gerät nicht ruhiger halten?“ „Aber Sir, ich mache doch gar nichts, ich streiche nur wie sie gesagt haben über den Bereich des Bauch von Lieutenant NekMah“. Der junge Doctor wusste gar nicht wie ihm geschah. Hatte er sich doch strikt und genau an die Anweisung seines Vorgesetzten gehalten. Er konnte sich dieses seltsame Ereignis nicht erklären. „Lieutenant wie geht es ihnen?“ „Bestens Doctor, aber ich würde mich wahrscheinlich noch besser fühlen, wenn mein Kind nicht dauernd treten würde“. „Ach das ist es also warum Lieutenant Collins dauernd auf ihrem Bauch so rum wackelt. Na ja nun gut, mit etwas mehr Erfahrung werden sie diesen Abschnitt demnächst etwas ruhiger fabrizieren. Lassen sie es gut sein Collins. sie können Schluss machen, ich denke sie haben für heute genug Anstrengungen hinter sich“.
Lösungen???
„McGillycuddy an Captain Thorndyke.“ „Ja, was gibt es, Lieutenant Commander.“ „Ich würde gern ein paar Tests für die bevorstehenden Aktionen mit dem metaphasischen Schild machen, Captain.“ „Bitte sehr, Lieutenant Commander, Holodeck drei steht zu Ihrer vollen Verfügung. Aber wenn ich fragen darf, warum wollen sie Tests durchführen“, fragte der Captain, der sich zu diesem Zeitpunkt noch mit der Aufnahmekapazität der drei Raumschiffe in seinem Quartier befasste. „Ich habe so ein unwohles Gefühl in Bezug darauf, die Korona der Sonne mit Warp und eingeschaltetem Schild zu durchfliegen, Captain“, antwortete McGillycuddy. „Machen sie sich gleich an die Arbeit, denn wenn die Aktion zum Erfolg führen soll, haben sie weniger als drei Stunden Zeit.“ „Aye, Captain, ich bin schon unterwegs“. McGillycuddy nahm sich noch ein, zwei Leute aus dem Maschinenraum mit, um dann sogleich auf Holodeck drei mit der Arbeit zu beginnen. Die drei traten in das Holodeck ein und McGillycuddy gab dem Computer folgenden Befehl: „Computer, erstelle mir eine Simulation mit der ATLANTIS und der AMBROSIUS-SONNE, die wir mit einfacher Warpgeschwindigkeit durchfliegen wollen und achte darauf, das der metaphasische Schild in voller Funktion bleibt“. Die freundliche Computerstimme antwortete daraufhin: „Die Simulation ist vollständig, sie können das Programm jetzt abfahren“. Bei der Simulation testete er, wie schnell die ATLANTIS mit aktiviertem, metaphasischen Schild durch die Korona der Sonne fliegen konnte. Fähnrich Stringer und Fähnrich Coburn fiel gleich auf, dass die Aktivierung der Schilde bei Warpgeschwindigkeit Unregelmäßigkeiten aufwies. Der Schild schützte nicht das gesamte Schiff und war somit schon bei einfacher Warpgeschwindigkeit unbrauchbar. Ohne viel Zeit zu verlieren, testete das Ingenieursteam gleich mehrere Möglichkeiten. Hierfür waren der Eintrittswinkel, die Geschwindigkeit und der Beschuss auf die Oberfläche der Sonne von sehr großer Bedeutung.