Zielsetzung
Nun hieß es, warten bis der Asteroidenschauer vorbei ist. Captain Applegate von der U.S.S. VENTURE merkte als Erster das der Schauer nun endlich vorüber war. Er meldete sich direkt bei Captain Brannigan und Commander Novak.
„Meine Herren, der Schauer ist vorüber und wir können jetzt nach der Suche nach der verschütteten Gruppe und ihren beiden Offizieren beginnen. Commander Novak haben sie sich schon überlegt wie sie den Eingang frei räumen wollen? Ich denke mir mal, ich werde ein Außenteam runterschicken, das damit beauftragt wird, die Felsbrocken mit Phasern aus dem Weg zu räumen. Commander Novak, ich würde es begrüßen wenn sie ebenfalls ein Außenteam von ihrem Schiff herunter beamen würden. Brannigan Ende“.
Von der ATLANTIS aus scannte man den gesamten Bereich der vielen Höhlen und unterirdischen Gänge. Leider konnte man das Innere der Höhlen scannen. Auch auf den beiden anderen Raumschiffen hatte man keinen Erfolg. Man beschloss drei Außenteams an den Punkt zu beamen, wo sich das Team des Captains, das letzte Mal gemeldet hatte.
Commander Novak, Captain Brannigan und Captain Applegate stellten je ein Außenteam, bestehend aus 6 Personen zusammen und beamten kurze Zeit später auf die Planetenoberfläche. Sofort machte man sich auf die suche nach den Leuten aus den Siedlungen, die nur noch die Möglichkeit der Flucht in eine Höhle als Rettungsmaßnahme hatten. Schon nach kurzer Zeit hatte das Team von der MARADITH die Höhle gefunden in dem sich Thorndyke, Stuart und der Rest aufhalten mussten. Man kam zu dieser Erkenntnis, da ein paar Meter vor dem versperrten Höhleneingang ein paar Leichen lagen. Auch stellte man sofort Funkkontakt zu Captain Thorndyke her. Dazu tippte der Commander der U.S.S. MARADTIH mit dem rechten Ziegefinger auf den Kommunikator.
„Captain Thorndyke, hier spricht Commander Parsons vom Außenteam der MARADTIH, können sie mich verstehen.“
Es dauerte eine kleine Weile bis eine antwort in dem Kommunikator zu hören war.
„Commander hier spricht Captain Thorndyke. Der gewaltige Felsbrocken versperrt uns den Ein- und Ausgang. Unsere Phaser sind leider zu schwach, aber ich befürchte, wenn man vom Raumschiff aus direkt aus diesen Brocken schießt, das die Höhle einzustürzen vermag. Informieren sie ihren Captain oder Commander Novak, sie sollen uns zwei oder drei Phasergewehre runter beamen, wir schießen uns dann vorsichtig den Weg frei. Noch was, sind sie allein hierher gekommen.“
„Nein, von jedem Schiff ist ein Außenteam an die Oberfläche gebeamt worden.“
„Commander Parsons weisen sie die anderen Teams an, sich um die Schäden der Stadt zu kümmern. Sie sollten hier bleiben, falls doch etwas schief gehen sollte.“
„Aye Sir, wird sofort erledigt. Parsons an MARADTIH, beamen sie drei Phasergewehre direkt in die Höhle auf die Koordinaten von Captain Thorndyke und informieren sie die ATLANTIS das wir sie gefunden haben. Informieren sie bitte auch die beiden anderen Außenteams, sie mögen sich in die Stadt begeben und die Schäden erörtern. Parsons Ende.“
Im gleichen Moment materialisierten drei Phasergewehre in der Höhle. Lieutenant Commander Stuart und noch zwei Offiziere von der Sicherheit nahmen die Gewehre und stellten den Streuwinkel zum Beschuß auf den Felsbrocken ein. Nach kurzem justieren waren sie fertig. Der Captain wies die Menschen in der Höhle an, weiter in das Innere zu gehen, damit es keine Verletzten gibt, sollten dennoch Splitter rum herfliegen. Es verging keine Minute, da waren die Menschen außer Reichweite. Stuart und die zwei Sicherheitsoffiziere gingen auch etwas in Deckung und schossen dann auf den gewaltigen Felsbrocken. Eine kleines Weilchen verstrich bis endlich wieder Tageslicht in die Höhle einfiel. Nach und nach wurden die Löcher immer größer, sodass die Leute ins Freie gelangen konnten. Sie strömten heraus und fielen sich gegenseitig vor Freude in die Arme. Auch Lieutenant Commander Stuart, die Offiziere der Sicherheit und als Letztes Captain Thorndyke, der sich vergewisserte, das niemand mehr in der Höhle ist, kamen hinaus. Etwas mitgenommen, aber doch wohlauf gingen die Menschen zurück in Richtung ihrer Siedlung, oder was noch davon übrig war. Entsetzen und Traurigkeit überkam die Meisten und dennoch waren sie froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Diejenigen die alles verloren hatten brachen in tränen aus, wurden aber gleichzeitig von denen getröstet, die es nicht so schlimm erwischt hatte. Captain Thorndyke ging auf einen kleinen Felsvorsprung zu, klettere darauf und rief den Siedlern zu:
„Folgen sie uns in die Stadt. Dort werden wir mit den Anderen beraten, wie wir ihnen helfen können.“
Er sprang anschließend von dem Gestein runter und ihm folgend kamen die Siedler hinterher. Thorndyke ging ein Stückchen zur Seite und der Trupp folgte nun Commander Parsons. Thorndyke tippte mit der rechten Hand auf seinen Kommunikator: „Commander Novak, sie und die beiden anderen Captains sollten sofort mit dem Runterbeamen der Bevölkerung beginnen. Schicken sie uns außerdem eine Funksprechanlage runter, damit man den Bewohnern hier erklären kann, na sie wissen schon. Stellen anschließend sicher das alle Personen von AMBROSIUS wieder auf den Planeten gebeamt worden sind. Halten sie Funkkontakt zu den beiden anderen Schiffen. Sowie sie fertig sind erstatten sie mir Bericht. Ich werde dann sehen, wie es weiter gehen soll.“
„Aye Captain, habe verstanden. Wie geht es ihnen und Lieutenant Commander Stuart, sind sie beide wohlauf?“
„Danke uns geht es relativ gut. Machen sie sich bitte sofort an die Arbeit. Hier unten wartet eine Menge Arbeit auf uns, Thorndyke Ende“.
Commander Novak der zu diesem Zeitpunkt das Kommando inne hatte, saß im Sessel des Captains, hatte die Beine übereinander geschlagen und zog mal wieder nach alter vulkanischer Sitte üblich die Augenbraun hoch.
Der Captain der U.S.S. MARADTIH und der U.S.S. VENTURE bestätigten die Anweisungen und begannen augenblicklich mit der Arbeit. Die Menschen, die sie vor einigen Stunden per Transporter an Bord ihrer Schiffe geholt hatten, wurden nun auf dem selben Wege wieder zurück auf den Planeten gebracht. Das sicherheitspersonal geleitete die Personen von den Quartieren, den Frachträumen und den übrigen zur Verfügung gestellten Räumen zu den Transporterräumen. Drei Offiziere der Sicherheit blieben immer in der Nähe der Menschen von dem Planeten, damit sich keiner verlief und damit dem Befehl der Captains folge geleistet werden konnte. Nach und nach materialisierten die Erdenbürger wieder auf ihrem Planeten. Das Ausmaß des Asteroidenschauers war in diesem Jahr massiver und härter als in den Jahren davor, meinte einer der Bewohner.
Die Menschen, die nun wieder auf heimatlichem Boden standen waren teils erschüttert, teils erleichtert. Viele von ihnen wussten noch nicht ob sie Hab und Gut verloren hatten. Als dann auch der letzte der Planetenbewohner auf die Oberfläche gebeamt worden war, erstattete Commander Novak Bericht.
Die von der ATLANTIS herunter gebeamte Funksprechanlage war schnell zusammen gebaut. Man verteilte mehrere Lautsprecher an verschiedenen Seiten auf dem Platz vor dem Regierungsgebäude, oder was noch davon übrig war. Captain Thorndyke machte ein paar Versuche ob die Anlage auch wirklich funktionierte. Als er sich seiner dann sicher war, tippte er auf seinen Kommunikator und ließ zu allen drei Raumschiffen einen Kanal öffnen, damit die kommandierenden Offiziere Wort für Wort mithören konnten, welches die nächsten Arbeitsschritte waren, um wieder einen normalisierten Ablauf auf dem Planeten herzustellen.
Durch eine Tonfolge, die aus drei Pieptönen bestand, wurde Thorndyke bestätigt, das auf den Raumschiffen alles wortwörtlich mitgehört werden konnte.
„Meine Damen und Herren, wie sie sicher schon mitbekommen haben dürften, bin ich einer der kommandierenden Offiziere von einem der Raumschiffe. Wir werden ihnen helfen, ihre Stadt und die angrenzenden Siedlungen wieder auf zubauen. Fürs erste werden alle drei Raumschiffe in der Umlaufbahn bleiben und sie mit Hilfsgütern und Materialien versorgen. Mein Schiff und noch ein anderes werden nach angemessener Zeit weiterfliegen müssen. Ich werde das Hauptquartier der Sternenflotte benachrichtigen und ihnen klarmachen, das nur ein Raumschiff für eine weitere angemessene Zeitperiode hier bleiben sollte. Wie lange diese Zeitperiode sein wird teilen wir ihnen dann noch mit. Aber im Augenblick sollten sie Ruhe bewahren und später dann den Anweisungen unserer Leute folge leisten. Ich denke wir bekommen das schon hin. Falls unsere Leute egal in welcher Art und Weise, nicht mit ihren Angaben zum Aufbau oder dergleichen weiterkommen, benachrichtigen sie einen der Teamleiter oder direkt uns. Wir werden fernerhin eine kleine Nachrichtenstation hier aufbauen wo ich jetzt stehe. Für die bevorstehende Nacht werden wir hier im Stadtkern Zelte aufbauen. Im Bereich der Siedlungen bauen wir ein kleines Notlager auf. Liegen, Decken und natürlich einiges an Nahrungsmitteln werden wir sofort auf die Oberfläche kommen lassen. Ich baue auf ihr Entgegenkommen und eine gute Zusammenarbeit. Lassen sie uns am Besten sofort anfangen, es gibt viel zutun. Ende der Ansprache.“
Im Kommunikator von Captain Thorndyke knackte es etwas. Er wusste sofort das seine Ansprache auf den Raumschiffen verstanden worden war. Sofort wurden auf den Raumschiffen die nötigen Sachen für die bevorstehende Nacht zusammengesucht und auf die Planetenoberfläche herunter gebeamt. Auf dem Planeten wurden kurzerhand die Zelte aufgeschlagen und alles Weitere vorbereitet. Nicht nur die Leute aus den Siedlungen gingen mit einigen Offizieren der Sicherheit zu ihren Häusern zurück, auch die Personen aus der Hauptstadt setzten sich nach kurzer Zeit in Bewegung. Das Personal von den Raumschiffen arbeitete Hand in Hand, um ein schnelles Vorankommen zu gewährleisten. Zügig waren die Zelte aufgebaut, hier und da wurden Lagerfeuer gemacht. Die Häuser, die den Schauer überlebt hatten, für viele Bewohner wurde es eine vorübergehende zu bewohnende Lösung. Thorndyke, Stuart und die Tochter des Admirals wurden nun endlich an Bord der ATLANTIS gebeamt. Während der Captain sich zur Brücke begab, zeigte Lieutenant Commander Stuart Miss Fraser ihr neues Quartier. Stuart tippte auf die Schaltfläche des Türöffners und mit einem Zischen glitten die Türen auseinander. Der recht geräumige Raum war ausgestattet mit einer kleinen Sitzecke, einem Schlafzimmer, einem Raum mit Sanitäranlagen und einer etwas größeren Sitzgruppe, wo man bequem speisen konnte. Miss Fraser war mehr als zufrieden mit ihrem Quartier, dennoch war sie sich nicht im klaren über den Grund ihrer Abreise. Als sie Lieutenant Commander Stuart nach dem Grund fragen wollte, verwies sie diese an den Captain. Doch bevor sie ihn aufsuchen wollte, stand ihr der Kopf erst mal nach einer kleinen Pause. Stuart zeigte ihr noch wie sie die Com-Anlage des Schiffes bedienen musste und erklärte ihr an der Schalttafel des Türöffners, wie man sie öffnet, wenn die Stimmenautorisation einmal nicht akzeptiert wurde. Danach verschwand Stuart und die Türen des Besucherquartiers schlossen sich mit dem gewohnt leisen Zischen. Miss Fraser ging in den Waschraum nach nebenan und nahm erst mal eine dusche, bevor sie sich auf dem bequemen Bett niederließ und eine kleine Weile zu entspannen.
Commander Novak, der immer noch das Kommando hatte, erstattete Bericht. Außer das die Leute von dem Planeten alle wieder auf die Planetenoberfläche zurück gebeamt worden waren, hatte sich auf der ATLANTIS nicht viel getan. Thorndyke bedeutete Novak das er auf weiterhin bis zur Schichtablösung das Kommando weiterführen sollte. „Nummer Eins, ich werde mich erst mal etwas frisch machen, danach werde ich mich mit Miss Fraser unterhalten. Sie muss ja nun endlich erfahren warum wir sie an Bord unseres Schiffes geholt haben. Doch bevor ich das mache, schicken sie mir bitte erst noch Lieutenant Ffolkes in meinen Raum.“
„Captain, dieser Ffolkes hat während sie da unten auf dem Planeten waren, dauernd nach ihnen gefragt. Auch hat er beanstandet, warum er nicht mit auf den Planeten mitgenommen worden sei. Zu berichten gibt es sonst nichts mehr, außer das die Beobachtungssonde von Mr. Ffolkes zusammengebaut und einsatzbereit ist.“
„Nun ja Nummer eins, ich werde ihn gleich schon aufklären, warum alles nicht so verlaufen ist wie es eigentlich sollte. Wenn noch was ist, ich bin in meinem Raum.“
Commander Novak tippte auf seinen Kommunikator und befehligte Lieutenant Ffolkes, sich umgehend im Raum des Captains zu melden. Ffolkes, der noch im Frachtraum verweilte und die Sonde begutachtete, drückte ebenfalls auf seinen Kommunikator und bestätigte. Auf dem Weg vom Frachtraum zum nächsten Turbolift herrschte eine merkwürdige Stille auf den Fluren. Ffolkes trat in den Aufzug ein und gab kurz darauf sein Ziel dem Computer bekannt. „Deck eins, Brücke.“ Kurz nach der Eingabe setzte sich der Lift in Bewegung und es dauerte nicht lange bis er auf Deck eins anhielt. Ffolkes durchschritt mit hurtigen Schritten die Brücke und betätigte anschließend das Computerfeld des Türöffners. „Herein bitte.“ Mehr war in diesem Augenblick nicht zu hören. Die Türen öffneten sich und der Lieutenant trat ein. Direkt hinter ihm schlossen sich die Türen.
„Lieutenant, ich weiß ihre Besorgnis zu schätzen. Dennoch als ein ganz neues Mitglied auf einem Schiff, in diesem Falle auf Meinem, sollten sie doch wissen, das man nicht sofort an Außenmissionen teilnimmt. Des weiteren ist es auf meinem Schiff üblich, Neuankömmlinge müssen sich erst bewähren, bevor ich sie auf eine Mission schicke, bei denen ich selbst nicht einschätzen kann, wie gefährlich sie letztendlich sind. Bitte verstehen sie meinen Einwand, warum sie an Bord bleiben mussten. Es geschah nur zu ihrem eigenen Wohl. Ich bin für jedes einzelne Individuum, das zur Besatzung der ATLANTIS gehört verantwortlich und glauben sie mir Lieutenant, mir fällt die Entscheidung nicht immer leicht. Wie ist es eigentlich um ihre Beobachtungssonde bestellt. Ist sie fertig? Ich frage sie deshalb, weil der Asteroidenschauer, war nur der erste Teil in diesem Kapitel. Die Ursache warum gerade in diesem Jahr der Beschuß so ungestüm war, muss von uns erst noch geklärt werden. Dazu benötigen wir die Sonde und es kommt noch etwas hinzu. Die Empfehlung, die mir für sie gegeben wurde, enthält noch einen Zusatzpunkt. Wir brauchen einen ständigen Beobachter und Berichterstatter auf dem Planeten. Sie sind für diese Aufgabe nicht nur von Admiral Lindström, sondern auch vom Hauptquartier empfohlen worden. Nehmen sie diese Herausforderung an, Lieutenant? Außerdem denke ich mir, sie wissen jetzt warum sie an Bord der ATLANTIS bleiben mussten.“
„Ja Captain, die Sonde ist fertig und zum Abschuss bereit. Ich verstehe jetzt auch die Umstände, die sie dazu bewogen haben, mich nicht mitzunehmen. Entschuldigen sie bitte wenn ich mich nicht ganz korrekt benommen habe, aber ich wusste ja nicht wie ich es richtig machen soll. Das mich Admiral Lindström für eine Aufgabe auf dem Planeten auserkoren hat, war mir eigentlich nicht klar. Wie wird das weitere Vorgehen eigentlich aussehen.“
„Ich denke mir mal, wir werden einen Plan ausarbeiten müssen, welcher vorsieht, warum es zu diesem heftigen Beschuss kam. Des weiteren müssen wir, wenn die Ursache für den impulsiven Beschuss feststeht, Maßnahmen ergreifen, die die Bewohner demnächst vor solchen Beschüssen schützen werden. Um dieser Ursache auf den Grund zu gehen, wird es notwendig sein, mit der ATLANTIS und dem LAUNCHER in die Korona der Sonne einzufliegen. Die genauen Erklärungen hierfür erhalten sie Lieutenant, wie auch der Rest meines Stabes etwa eine halbe Stunde bevor wir in die Korona einfliegen. Ich werde sie kurz vor Beginn der Besprechung rufen lassen. Das wäre erst Mal alles Lieutenant. Sie können wegtreten.“
„Danke Captain, ich werde mich jetzt in mein Quartier zurückziehen. Mir die ganze Sache mal durch den Kopf gehen lassen und mich dann auch für die Besprechung zur Verfügung halten.“
Der Captain ging nach dieser Besprechung auf Commander Novak zu, der im Kommandosessel saß und einige Daten im Display der rechten Armlehne bearbeitete. Thorndyke vermittelte ihm das er sich jetzt in sein quartier zurück ziehen würde, um sich anschließend mit Miss Fraser zu treffen. Novak nickte und der Captain durchschritt den unteren Teil der Brücke, ging die zwei Stufen hoch in den Oberen Teil und entschwand durch den Turbolift auf der linken Seite der Brücke. Er gab sein Ziel mit: „Deck vier“, ein und der Lift setzte sich stracks in Bewegung.
Auf dem Offiziers Deck angekommen, begegneten ihm einige Offiziere. Sie grüßten Thorndyke mit dem Ausruf „Captain“ und gingen ganz normal weiter. Thorndyke nickte ihnen zu und stand im gleichen Moment vor den Türen seines Quartiers, welche sich soeben auch öffneten. Er ging sofort in den Waschraum und zog das grob verschmutzte Oberteil seiner Uniform aus. Eigentlich wollte er sich ja direkt nach dem Beamen frisch machen, aber wie so oft, wurde er davon abgehalten. Nachdem er sich etwas erfrischt hatte legte er sich auf das geräumige Sofa, welches direkt unter den Aussichtsfenstern stand. Er gab dem Computer folgenden Befehl. „Computer das Licht etwas dämpfen und etwas Musik zu Entspannung einspielen. Wähle dazu von Jean Michel Jarre das Album Musik aus Raum und Zeit.“ Der Captain war etwas eingenickt und als die Computerstimme ihn weckte stand er sogleich auf, zog sich eine saubere Uniform an und macht sich auf den Weg zu Miss Fraser. Er ging den Flur entlang zum nächsten Aufzug, trat ein und fuhr zu Deck sechs auf dem neben den Quartieren der Crew auch die, der Besucher waren. Er musste nicht lange nach dem Quartier von Miss Fraser suchen. Er betätigte das Schaltfeld des Türöffners und trat nach der Aufforderung hereinzukommen in das Besucherquartier ein. Die junge Frau hatte sich elegante Kleidung angezogen und saß auf einem der Stühle in der kleinen Sitzecke im rechten teil des Raumes. Sie stand auf und ging auf den Captain zu, um nachzufragen, warum sie nun an Bord war. „Captain, ich möchte nun wissen warum sie mich mitgenommen haben. Es muss doch einen Grund dafür geben.“
„Miss Fraser, als Captain habe ich manchmal die Aufgabe jemanden eine Frohe Botschaft zu überbringen, manchmal sind es aber auch schlechte Nachrichten. In ihrem Fall ist es eine Nachricht, die zwischen diesen beiden Ereignissen liegt. Ihre Mutter ist von einer schweren Krankheit befallen und ihr auf besonderen Wunsch ihres Vaters soll ich sie zur Erde bringen. Ich befürchte, das ihre Mutter vielleicht nicht mehr lange leben könnte. Genaueres können sie erfahren wenn sie den Kommunikationsterminal hier in ihrem Raum benutzen. Wenn sie allerdings eine dringliche Nachricht absenden wollen, da lassen sie es mich wissen. Ich werde ihnen dann eine abhörsichere Leitung mit einer Dringlichkeitsstufe in meinen privaten Raum legen lassen. Als Captain darf ich schon mal eine Ausnahme machen. Darf ich ihnen jetzt einen Teil meines Schiffes zeigen. Ich finde das Aboretum ist eines der gelungensten Aufenthaltsorte auf diesem Schiff. Kommen sie, ich bin sicher es wird ihnen gefallen.“
„Captain ich danke ihnen für ihr Angebot und werde auch beizeiten darauf zurück greifen. Und zum Aboretum werde ich ihnen sehr gerne folgen. Ein bisschen Abwechselung kann ich jetzt gut gebrauchen, nach diesem grauenvollen Erlebnis.“
Die meisten Häuser waren zerstört oder soweit vernichtet worden, das man sie nicht mehr wiederaufbauen konnte. Deshalb ging man her und baute ein komplett neues Haus oder man verwendete viele brauchbare Teile aus dem alten Haus. Der Neuaufbau ging ziemlich schnell voran, sodass die Abreise von zwei Raumschiffen in unmittelbare Nähe gerückt war. Die Sternenflotte beschloss das die U.S.S. YOSEMITE NCC-19002, ein Schiff der Oberth-Klasse, zur weiteren Beobachtung zum Planeten AMBROSIUS entsandt werden sollte. Man kam zu diesem Entschluss, weil die Raumschiffe der Oberth-Klasse bestens für Wissenschaft und Forschung ausgelegt waren. Damit stand auch fest, das die YOSEMITE die weiteren Beobachtungen durchführen sollte. Alles was an Daten und Proben bis zu diesem Zeitpunkt an Bord der ATLANTIS gesammelt worden war, sollte dann auf die YOSEMITE überstellt werden. Das Hauptquartier übersandte diese Mitteilung direkt an Captain Thorndyke, der sich in diesem Augenblick im Aboretum aufhielt.
Lieutenant Tipping, eine eher kleine, aber nicht zierliche Frau, mit schwarzen gelockten Haaren, war zu dem Zeitpunkt, als die Nachricht für den Captain eintraf, an der Kommunikations-Station tätig. Sogleich aktivierte sie die Com-Leitung und der Captain wurde über seinen Kommunikator gerufen.
„Captain Thorndyke, es ist grade eine wichtige Mitteilung für sie reingekommen, soll ich sie direkt an sie leiten.“
„Lieutenant Tipping, legen sie die Nachricht bitte in meinen Raum, ich werde sie von dort aus in Empfang nehmen.“
„Aye, Sir. Ich werde mich sofort darum kümmern.“
„Miss Fraser, tut mir Leid das ich sie schon wieder verlassen muss. Die Pflichten rufen schon wieder nach mir. Erholen und entspannen sie sich hier im Aboretum solange sie wollen. Es ist ein herrlicher Ort, um mal dem ganzen Stress zu entfliehen. Wenn sie was brauchen oder etwas wissen wollen fragen sie ein Mitglied von meiner Besatzung. Die Leute hier können ihnen dann bestimmt weiterhelfen. Wir sehen uns später. Ich würde gern mit ihnen heute zu Abend essen. Kommen sie doch gegen 20 Uhr in mein Quartier auf Deck vier. Ich muss gehen.“
„Danke Captain, ich werde ihr Angebot gern annehmen.“ Damit verabschiedete sich Miss Fraser vom Captain und sie ging weiter durch das Aboretum bis hin zu einer kleinen Wasserstelle. In diesem kleinen Teich waren mehrere Stein übereinander gestapelt und über sie plätscherte Wasser nach unten. Dort ließ sie sich nieder und schaute auf das Wasser und beobachtete die Fische.
Der Captain eilte inzwischen zu einem der Turbolifte. Er trat ein und fuhr direkt zu seinem Raum. Dort stieg er aus dem Lift und aktivierte indes einen der Desktops die auf dem Tisch standen.
„Autorisation Thorndyke Zwei Sieben Alpha Tango, nach der Stimmen und Codeerkennung erschien direkt nach der Insignia der Föderation die übertragene Mitteilung.
„Hallo Captain Thorndyke, ich brauche mich ja wohl nicht lange vorstellen“, scherzte der Gesprächsteilnehmer in dem kleinen Display. Admiral Jorgensen, Thorndykes Ausbilder, vertrat Admiral Henry, der den gesamten Funkkontakt mit der ATALNTIS bisher geführt hatte. „William, schön sie mal wieder zu sehen. Das Hauptquartier schickt ihnen die U.S.S. YOSEMITE, die nach ihren Untersuchungen alle Daten und Proben an Bord nehmen wird. Admiral Henry lässt anfragen, ob seine Tochter schon an Bord ihres Schiffes ist. Außerdem muss ich ihnen mitteilen, das sie bei Grenzstreitigkeiten auf ASCONA VI gebraucht werden. Sobald sie ihre Obliegenheit vollzogen haben, fliegen sie mit Maximum-Warp zu diesem Planeten, bevor sich die Typen da drüben die Köpfe einschlagen werden.“ Admiral Jorgensen sagte das mit einem sehr schelmischen Grinsen. Er kannte Thorndyke schon eine sehr lange Zeit und wusste genau, wie er in solch einem Fall reagieren würde. Er vermied es allerdings mit Thorndyke weiter über dieses Problem zu sprechen. Er gab seine Anweisungen und der Captain musste sich dem fügen, ob ihm das nun schmeckte oder nicht.
„Admiral, sagen sie Thomas, das ich seine Tochter gesund und munter an Bord genommen habe.“
Eigentlich sollte die ATLANITS, kurz nach dem Eintreffen der YOSEMITE, sich auf den Weg machen um bei Grenzstreitigkeiten zwischen den Zoldanern und den Bewohnern von ASCONA VI eine Lösung zu erzielen. Die Raumschiffe der Galaxy- und der Nebula-Klasse waren ab diesem Zeitpunkt dann wieder für andere Aufgaben bestimmt.
Captain Applegates Schiff, die U.S.S. VENTURE NCC-71854, wurde zur Flottenwerft nach UTOPIA PLANITIA, im Orbit des Mars beordert. Captain Brannigan und sein Schiff, die U.S.S. MARADITH NCC-75340 erhielt den Auftrag am Rand der Neutralen Zone Patrouille zu fliegen.
Captain Brannigan und auch Captain Applegate kontakteten Thorndyke kurz vor ihrem Abflug. Auf dem Hauptschirm der ATLANTIS sah man zuerst die Außenansicht der beiden Raumschiffe, dann sah man beide Sternenflotten Captains in ihren bequemen Sesseln. „Captain Thorndyke es war uns eine Ehre, das wir sie endlich mal persönlich kennen lernen konnten. Auch die Zusammenarbeit mit ihnen hat uns sehr beeindruckt. Wenn wir mal wieder das Vergnügen haben sollten, oder sie in der Nähe sind, dann lassen sie es uns wissen.“ Mit diesem Satz endete die Funkverbindung und auf dem Hauptschirm sah man nur die tiefe Weite des Alls.
Die VENTURE und die MARADTIH verließen ihre Umlaufbahnen um den Planeten mit Impulsgeschwindigkeit. Als sie den Orbit verlassen hatten beschleunigten beide Schiffe auf Warpgeschwindigkeit, um in der Ferne mit einem hellen Blitz zu verschwinden. Das hieß die auf der ATLANTIS befindliche Sonde musste jetzt so schnell wie möglich ausgesetzt werden.
Ein weiterer Rotationswechsel der Schichten war auf der ATLANTIS vollzogen. Lieutenant Svenson bekleidete die OPS, an der Conn war Fähnrich Adelaide die Kommunikation überwachte Lt. Marx und das Kommando hatte zur Abendschicht Lieutenant Commander Johnson. Frachtraum eins ließ verlauten, das sie zum Ausbringen der Forschungssonde von Lieutenant Ffolkes bereit wären. Im Frachtraum öffnete sich das große Tor und machte die Sicht in die Weiten des Alls möglich. Ein Kraftfeld verhinderte das die Sonde und alles andere in die kalte Unendlichkeit hinaus gesogen wurde. Als alles bereit war informierte man die Brücke und die Sonde startete. Pünktlich um 19.55 Uhr hatte die Sonde die ATLANTIS verlassen. Einige Minuten später erreichte ein Funkspruch die ATLANTIS, das sich das Forschungsschiff YOSEMITE einige Stunden später als angekündigt, mit der ATLANTIS treffen würde.
Miss Fraser kämmte sich noch einmal die Haare und begab sich zum Quartier des Captains. Commander Novak meditierte in einem der Meditationsräume auf Deck sieben. Lt.Cmdr. McGillycuddy, Stuart, Tobak und Rogers saßen in der Bar 007 und tranken sich noch etwas. Sie sprachen von den vergangenen Ereignissen und waren neugierig, was die Sonde für Daten übermitteln würde. Lieutenant Ffolkes, der mit seiner Arbeit sehr zufrieden war, verließ Frachtraum eins. Er wollte gern mal das Bistro besuchen, welches sich auch auf Deck sieben befand. Zu seinem Bedauern musste er feststellen, das diese Einrichtung noch gar nicht in Betrieb genommen wurde. Mit enttäuschter Mine ging der dann zur Bar 007. Als er die Offiziere vom Führungsstab sah gesellte er sich zu ihnen und er erkundigte sich auch gleich, warum denn dieses Bistro nicht geöffnet sei. Zu Antwort bekam er von den Anwesenden nur ein allgemeines Schulterzucken. Keiner wusste so genau, warum diese Einrichtung noch nicht in Betrieb genommen worden war. Gemeinsam tranken sie noch ein paar Gläser Syntherol, bevor sich ihre Wege trennten und sich jeder in sein Quartier zurück zog. Thorndyke hatte sich indes leichte Kleidung angezogen und deckte den Tisch für zwei Personen. Hierzu nahm er das besonders einfache Geschirr, was ihm seine Mutter vor Jahren vererbt hatte. Es war schlicht gehalten, ganz in Weiß mit einem blauen Rand und in der Mitte auf der Tellerinnenseite war ein Leuchtturm zu sehen. Er deckte pro Person einen großen und einen etwas kleineren flachen Teller. Eine Suppentasse und eine kleine Glasschale für den Salat. Zwei Kerzenständer und ein Glaskelch mit einer Rose, die je nach Lichteinfall die Farbe wechselte, vervollständigten das Bild. In der gleichen Sekunde ertönte auch schon das Türsignal. Thorndyke öffnete und Miss Fraser trat ein. Sie war angenehm überrascht, das der Captain sie zu einem Diner einlud. Sie dachte eher, sie gingen in die Bar um etwas zu speisen. Als sie eingetreten war, schaute sie sich in den Räumlichkeiten des Captains ein wenig um. Auch hier war sie angenehm überrascht. Thorndyke hatte viele Pflanzen in seinem Wohnbereich stehen. Auf einem kleinen Tisch standen einige Bilder, die verschiedene Personen in unterschiedlichem Alter zeigten. Brianna war von vorne herein klar, das es sich hier um Thorndykes Familie handelte. Aber wer da wer ist, wollte Brianna an diesem Abend nicht fragen. Sie setzte sich auf einen Stuhl an dem gedeckten Tisch und erzählte Thorndyke warum sie vor einiger Zeit die Erde und auch ihre Eltern verlassen hatte. Den Grund, warum sie ausgerechnet nach AMBROSIUS, geflüchtet war, konnte sie ihm nicht sagen, nur soviel, das sie weit weit weg wollte. Das Essen war nach einiger Zeit zu bereitet. Thorndyke schenkte die Suppe aus und tischte auch gleich den Salat auf. Das Hauptmenü ließ auch nicht lange auf sich warten. Brianna war ein weiteres Mal überrascht, als sie mit zufriedener Mine verfolgte, das der Captain, das gesamte Essen allein und ohne Replikator zubereitet hatte. Eine chinesische Gemüsesuppe als Vorspeise ließ ein asiatisches Hauptgericht vermuten, aber es sollte anders kommen. Als Hauptgericht gab es einen Auflauf mit viel köstlichem Gemüse, von vielen Planeten, das zum Schluss mit viel Käse überbacken wurde. Als sie alles aufgegessen hatten, wollte Thorndyke eigentlich noch ein Dessert zubereiten, aber Brianna lehnte dankend ab, da sie die Befürchtung hegte, mit all zu vollem Magen nicht schlafen zu können.
Die Nachtschicht hatte alle Hände voll zu tun, da für den nächsten Morgen, der Flug in Korona der Sonne geplant war. Alle anfallenden Arbeiten sollten bereits vor Eintritt in die Sonne fertig sein. Die Generatoren für den metaphasischen Schild wurden überprüft, das Kontrollterminal für den Schild gecheckt. Der Maschinenraum auf sein volle Funktionalität gebracht und der Einsatzplan nochmals überarbeitet. Der Brückenplan wurde geändert, so das an jeder Station drei anstatt zwei Personen tätig waren. Das Kontrollpult auf der Brücke wurde ebenfalls noch mal geprüft, um Fehler von vorne herein auszuschließen. In der Krankenstation wurde ebenso alles auf Vordermann gebracht. Die Krankenliegen und Wandmonitore nochmals kontrolliert, die Replikatoren auf 100%ige Einsatzfähigkeit überprüft und die Operationsbasis auf volle Einsatzbereitschaft vorbereitet. Die nächste Schicht sollte mit der doppelten Zahl an Offizieren gefahren werden. Das gesamte Schiff wurde vom Kiel bis zum Top auf die bevorstehende Mission vorbereitet. Eigentlich hätte man zu dem Eindruck kommen können, das auf der ATLANTIS eine Inspektion bevorstehen würde und nicht der Flug in einen Himmelskörper.Auf der Brücke erhielt man die ersten Daten von der Sonde. An der Oberfläche der Sonne tobten Eruptionen die vorher nicht aufgefallen waren. Man kontrollierte nochmals die Computerdaten, aber das Ergebnis blieb das gleiche. Sofort wurde der Captain verständigt. Dazu betätigte der Offizier an der Kommunikation, Lt. Marx einige Felder an der Station und in der gleichen Sekunde kam auch schon der Ruf in Thorndykes Quartier an.
„Brücke an Captain Thorndyke, wir bekommen merkwürdige Daten vom Rand der Sonne.“
„Lieutenant, wie sehen diese Daten aus, können sie mir beschreiben was sie sehen.“
„Die Computerdaten weisen auf eine erhöhte Anzahl an Eruptionen an der Oberfläche hin. Vorher waren diese Ausbrüche nur in begrenzter Anzahl existent, aber jetzt treten sie mehrfach auf.“
„Lieutenant, ich komme auf die Brücke. Thorndyke Ende. Miss Fraser, ich fürchte hiermit ist unser Abendessen beendet. Gehen sie bitte in ihr Quartier ich muss zur Brücke.“
Der Captain zog seine Jacke über und ging anschließend zusammen mit Miss Fraser zum Turbolift. Sie fuhr die zwei Decks abwärts zu ihrem Quartier auf Deck sechs. Der Captain nahm einen anderen Lift und fuhr zur Brücke. Dort angekommen ging er gleich zu Lieutenant Svenson, der in dieser Schicht die OPS bediente.
„Lt. Svenson legen sie bitte die Daten auf Wissenschaftsstation zwei. Ich werde mir dort die Daten ansehen. Kommen sie am besten gleich mit, sie auch Lt. Cmdr. Johnson.“
„Aye, Sir. Die Daten werden in die Station transferiert. Einen kleinen Augenblick noch. So jetzt können wir die Daten abrufen,“ sagte Lt. Svenson. Der blonde, großgewachsenen Mann verließ seine Station und ging die paar Schritte zu Wissenschaftsstation zwei, die sich im rechten vorderen Bereich der Brücke befand. Auch Lt. Cmdr. Johnson, der zu diesem Zeitpunkt das Kommando über die ATLANTIS hatte, kam zu den beiden Offizieren um sich die Daten auf dem Wandschirm anzusehen.
„Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. Könnte es sein das die Sonde aufgrund der großen Hitze falsche Daten liefert. Diese gewaltigen Ausbrüche sind regelrecht Furcht einflössend.“
„Nein eigentlich nicht, da die Sonde aus hitzebeständigem Material ist. Meine Herrn, schauen sie auf die Anzeigetafel. Die Eruptionen die sich gebildet haben und nun ausgestoßen werden, sie nur oberflächlich. Ich denke mir, wir werden hergehen müssen und eine oder mehrere große Eruptionen herbei führen, die mehr aus dem Inneren der Sonne kommen.“
„Captain, sie wollen wirklich allen ernstes mit dem Schiff in die Sonne einfliegen?“
„Ich würde sagen ja, denn wozu haben wir denn dann diesen metaphasischen Schild an Bord. Wenn wir dieses Ding schon da haben, dann sollten wir es auch ausprobieren, meinen sie nicht meine Herrn,“ sagte der Thorndyke, mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
„Lt. Marx Alarmstufe gelb. Schutzschilde in Bereitschaft. Sollte sich an dem Zustand der Ausbrüche etwas ändern, d. h. wenn sie doch noch intensiver werden, geben sie sofort Alarmstufe rot und fahren sie die Schilde hoch. Ich werde mich jetzt zu meiner Nachtruhe begeben.“
„Gute Nacht Captain“, war der Wortlaut von allen Offizieren auf der Brücke. Thorndyke bestätigte und hob als Dank die rechte Hand, noch bevor er die zwei Stufen zum oberen Teil der Brücke erreicht hatte.
Mit Turbolift eins fuhr er dann zu seinem Quartier auf Deck vier und begab sich zur Nachtruhe.
Der Wecker im Quartier des Captains läutete pünktlich um sechs Uhr. Sofort stand Thorndyke auf und schaute aus dem Fenster. Seiner Meinung nach hatte sich an der Situation seit dem gestrigen Abend nichts geändert. Er ging in seinen Waschraum und machte sich fertig für den bevorstehenden Tag. Er zog sich eine neue Uniform an, die nicht wie sonst üblich ein rotes Uniform Shirt hatte, sondern ein violettes Oberteil aufwies. Er befand das diese einen ganz besonderen Glanz hatte. Als er mit allem in seinem Quartier fertig war, machte er sich auf den Weg zur Brücke. Unterwegs traf er auf den Doctor, der sich gerade auf dem Weg zur Krankenstation befand.
„Guten Morgen Doctor Dent, ich hoffe sie hatten eine angenehme Nacht“, sagte der Captain mit einem süffisantem Lächeln.
„Nein leider nicht“, entgegnete der Doctor.
„Warum, was ist passiert. Es gab doch nichts negatives von der Krankenstation zu berichten. Im Gegenteil, ihre Abteilung ist in einem Topzustand. Wenn sie sich jetzt sorgen darum gemacht haben, das ich irgendwas zu bemängeln hätte, dann sind sie aber auf dem Holzweg. Nun Doctor, sagen sie mir einfach wo der Schuh drückt.“
Der Doctor konnte nicht so richtig aus sich heraus und dem Captain nur bruchstückhaft mitteilen, das es einen negativen in seinem privaten Kreise gegeben hat. Thorndyke, der den Doctor zwar erst seit der Versetzung auf die ATLANTIS kennengelernt hatte, brauchte mit ihm nicht weiter über die Geschehnisse zu diskutieren. Aufgrund seiner Akte bei der Sternenflotte war Thorndyke klar, hier nicht weiter zu fragen, sondern den Doctor in Ruhe zu lassen und vielleicht später auf ein Getränk in die Bar einzuladen.
„Doctor, ich gebe ihrer Arbeit den Vorrang, aber sollten sie sich schlecht fühlen oder nicht in der Lage sein ihre Arbeit auszuführen, sagen sie Bescheid, ich werde sie dann ablösen lassen und sie können sich erst mal ausruhen.“
„Danke Captain, ich weiß ihre Sorge zu schätzen und sollte ich wirklich arbeitsmäßig die Biege machen, werde ich eine Ablösung rufen.“ Mit diesem Satz trennten sich die beiden Offiziere und jeder ging seiner Wege. Als Thorndyke die Schaltfläche am Turbolift drückte, öffneten sich die Türen schon nach kurzer Zeit. In Lift befand sich neben Commander Novak auch Lt.-Cmdr. Stuart und Lt.-Cmdr. Rogers. Der Captain trat ein und sagte mit eindruckerweckendem Ton.
„Ganz schön voll heute morgen, ist ja fast so als wolle man zur nächsten Kreuzfahrt aufbrechen.“
Da der Zielort, die Brücke, schon vorher eingegeben worden war, brauchte Thorndyke dieses nicht noch einmal zu wiederholen. Die Türen schlossen sich und der Lift setzte sich mit dem bekannten leisen Geräusch in Bewegung. Seine Offiziere sahen ihn nur etwas merkwürdig an. Eine Kreuzfahrt??? So was kannte man in 24. Jahrhundert eigentlich gar nicht mehr. Das lag wohl daran, das der Captain sehr oft alte Zitate aus dem 20. und 21. Jahrhundert in den Raum warf. Seine Offiziere konnten sehr oft den Sinn dieser Sätze weder nachvollziehen, noch konnten sie sich erklären was der Captain damit meinen könnte. Rogers, den das Kino aus dem 20. Jahrhunderst faszinierte, konnte gelegentlich die Sätze des Captains nachvollziehen. Turbolift eins hielt standesgemäß auf dem Deck der Hauptbrücke. Aus Turbolift zwei stiegen einige Sekunden später Lt.-Cmdr. Tobak und Miss Fraser.
„Captain, es gibt keine weiteren Vorkommnisse zu berichten. Das Schiff ist klar zum Auslaufen, alle Decks melden Einsatzbereitschaft.“
Auch Lt.-Cmdr. Johnson sagte schon mal einen Satz, der wohl im 20 oder 21. Jahrhundert angebrachter wäre. Den Captain störte dies nicht im geringsten. Im Gegenteil, es erfreute ihn sogar, alte Zitate zu hören. Denn etwas Außergewöhnliches spornte ihn mehr an, als das alltägliche Gesülze.
„Fein, dann können wir jetzt also mit dem Einflug in die Korona beginnen.“ Mit diesem Satz wechselte die Schicht auf der Brücke. Die Alpha-Schicht nahm ihren Dienst auf. Der Führungsstab, bis auf den Doctor und den Chef-Ing., nahm seine Plätze ein und die Nachtschicht verließ die Brücke.
Lt.-Cmdr. Tobak nahm den Platz an der OPS ein, Rogers den Stuhl an der Conn, Stuart besetzte die Taktische Station, Commander Novak setzte sich neben den Captain und zur Überraschung, fast aller nahm Miss Fraser auf dem Stuhl des Counselors Platz. Die Station der Sicherheit, die sich im hinteren Teil der Brücke zwischen Turbolift eins und zwei befindet, wurde von einem Offizier dieser Abteilung belegt. An Wissenschaftsstation zwei kam Lt. Ffolkes zum Einsatz, Wissenschaftsstation eins wurde an Lt.-Cmdr. Jones vergeben. Das Kontrollpult für den metaphasischen Schild besetzte Lt. Marok und die Station des Maschinenraums behielt Lt.-Cmdr. Austin im Auge. Damit war die Brücke voll besetzt und es hätte eigentlich losgehen können. Doch bevor die ATLANTIS in die Sonne einfliegen würde, sollte es noch eine kurze Ansage geben. Der Captain tippte auf die rechte eingelassene Schaltfläche in seinem Sessel und aktivierte den Ships-Intercom.
„An die Besatzung der ATLANTIS, wir werden jetzt mit dem Schiff in die Korona der Sonne einfliegen. Das heißt das Schiff wird einer enormen Belastung ausgesetzt. Dies ist aber notwendig, da wir den Bewohnern auf dem Planeten helfen wollen. Es könnte sein das einige Asteroiden den Planeten nur gestreift haben und in die Sonne gestürzt sind. Die Folgen daraus könnten noch verheerender sein als der Asteroidenschauer auf dem Planeten. Es wird mit Sicherheit zu Störungen und großen Interferenzen kommen, dennoch, ich baue auf ihre Zusammenarbeit und ihr Können, Thorndyke Ende.“
Alle schauten den Captain mit erwartendem Blick an. Jetzt war der Augenblick gekommen, wo die ATLANTIS ihrem Ruf gerecht werden musste.
„Steuermann, voller Impuls, bringen sie uns an den Rand der Sonne.“
„Aye, Sir. Kurs gesetzt, Geschwindigkeit eingegeben.“
„Lt.-Cmdr. McGillycuddy, kurz vor dem Eintreten in die Korona fliegen sie mit dem LAUNCHER, zwei Wissenschaftlern und zwei Maschinisten uns folgend in die Korona ein. Lt.-Cmdr. Austin sie fahren den metaphasischen Schild hoch, ich gebe ihnen dann ein Zeichen. Lt. Ffolkes behalten sie ihre Station gut im Auge. Und los geht’s.“
Die ATLANTIS verließ die Umlaufbahn um den Planeten herum und nahm Kurs auf die Sonne. Immer näher kam der gewaltig große gelbe Ball. Allmählich konnte man die gewaltigen Eruptionen an der Oberfläche erkennen. Die ATLANTIS hatte sich bis auf eine kurze Entfernung an die sonne genähert.
„Lt.-Cmdr. McGillycuddy, sie haben Startfreigabe.“
Kurz nach dem Ausspruch des Captains geht es Schlag auf Schlag. Die großen Tore in Shuttlerampe drei öffnen sich und im LAUNCHER aktiviert man den Antrieb. Die Bussard-Kollektoren leuchten in einem satten Rotton auf, die Warptreibwerke in einem hellen Blau und der Name des Shuttles sowie die Registrierung und der Schriftzug der ATLANTIS werden angestrahlt. Langsam setzt sich das Shuttle in Bewegung. Mit einer kleinen Rechtskurve steuert der LAUNCHER backbord an der ATLANTIS auf die Korona zu. Kurz vor dem Eintreten trennen sich die beiden Schiffe. „Alarmstufe rot. Lt.Cmdr. Austin fahren sie den Schild hoch. Höchste Aufmerksamkeit, wir fliegen jetzt in die Korona ein. McGillycuddy, viel Glück, wir sehen uns später.“
Auf dem Hauptschirm erschien für kurze Zeit das Innere des LAUNCHERS und das Gesicht der Chef-Ingenieurs mit einem wortlosen Nicken. Kurz danach verschwand es und man hatte wieder die Aussicht auf die Ausbrüche auf der Sonnenoberfläche. Die ATLANTIS trennte sich jetzt vom LAUNCHER und flog zur rechten Seite weg. Der LAUNCHER bog auf die linke Seite ein und dann flogen beide Schiffe noch tiefer in die Korona ein.
Die beiden Schiffe flogen bis zu einem bestimmten Koordinatenpunkt und stoppten.
„Computer-Logbuch der ATLANTIS, wir sind am Koordinatenpunkt 5643,241 angekommen. Per Computerübermittlung hat auch der LAUNCHER seinen Zielpunkt erreicht. Wir werden jetzt mittels gezielter Schüsse in die obere Photosphäre eine oder mehrere Eruptionen erwirken. Die Gründe hierfür entnehmen sie später meiner genauen Berichtsführung.“
Stuart tippte die berechneten Werte in die Konsole, um die Phaserermitter zum Beschuß auf die Oberfläche der Sonne zu richten. Die gleiche Vorgehensweise erledigte Mac an Bord des LAUNCHERS. Schon nach kurzer Zeit waren die Phaser ausgerichtet und es konnte losgehen. Beide Schiffe feuerten drei bis viermal in die obere Schicht der Sonne.
„Captain, Rumpftemperatur auf gleichbleibendem Niveau. Der Beschuß ist erfolgreich durchgeführt worden. Wir können die Korona alsbald möglich wieder verlassen.“
„Gut, Lt. Stuart. Ich hoffe, wir haben mit diesem Manöver Erfolg, denn einen weiteren Einflug habe ich nicht beabsichtigt.“
Nach diesem Beschuß setzten sich die ATLANTIS und der LAUNCHER wieder in Bewegung. Die ATLANTIS flog einen weiten Bogen aus der Sonne heraus. Der LAUNCHER flog etwas hinter der ATLANTIS und nach dem die sonne in sichere Entfernung gerückt war wurde die Landung des Shuttles eingeleitet.
Der Captain war froh, dass wenigstens nun auch diese Sache erledigt war.
Das Launcher-Shuttle wurde, wie sonst auch, mit dem Landeanflugstrahl an Bord der ATLANTIS geholt.
Das Shuttle setzte sich sofort in Bewegung, um dann auch postwendend in Shuttlehangar drei zu landen. Der Landeanflug war zwar etwas holperig, da man schon die ersten gezielten Ausbrüche merken konnte.
„McGillycuddy an ATLANTIS, sie haben die Kotrolle.“
Wieder öffneten sich die riesigen halbrunden Tore von Shuttlehangar drei und der LAUNCHER flog mittig ein.
Nachdem das Shuttle sicher und gut aufgesetzt hatte, beorderte Thorndyke die zwei Wissenschaftler und Mac in den Besprechungsraum. Die zwei Forscher stiegen über eine kleine Treppe aus dem riesigen Shuttle aus und gingen in Richtung Ausgang. McGillycuddy musste noch einige Daten vom LAUCHER in den Hauptcomputer der ATLANTIS überspielen. Die zwei Offiziere aus dem Maschinenraum, Lieutenant Harvey und Brandon kümmerten sich darum, das das Shuttle sofort wieder einsatzfertig gemacht wurde. Sie stiegen ebenfalls über die kleine Treppe aus dem Shuttle und machten sich gleich an die Arbeit. Harvey ging in den Kontrollraum, der oberhalb von der Landebucht war und Brandon ging in einen der angrenzenden Räume die direkt im seitlichen Bereich des Hangars lagen. Mac kam gut voran mit der Überspielung. Schon nach weniger als fünf Minuten war er fertig und konnte auch den LAUNCHER verlassen.
„Captain, ich bin jetzt hier unten fertig und komme gleich zu ihnen hoch. Ich muss nur noch schnell was im Maschinenraum erledigen.“
„Gut Mac, ich bereite schon mal alles vor.“
„Treffen der Brückenbesatzung und der zwei Wissenschaftler in zehn Minuten im Besprechungsraum. Miss Fraser kommen sie bitte auch mit. “
Mittlerweile waren die Daten aus dem Shuttle in den Computer der ATLANTIS überspielt worden und konnten jetzt ausgewertet werden. Die letzten Daten der Beobachtungssonde konnten allerdings erst nach einem Abklingen der Gaseruptionen ausgewertet werden.
Thorndyke war diesmal der Erste im Besprechungsraum. Sein Stab kam fast geschlossen von der Brücke in den Raum, mit einer Ausnahme. McGillycuddy kam aus Shuttlerampe drei und es sollte auch noch einen Moment dauern, bis der sich der Runde anschließen konnte. Die Plätze an dem oval verlaufenden Tisch waren nun alle belegt. Mac hatte endlich den Weg aus dem unteren Bereich des Schiffes nach oben geschafft.
„Meine Damen und Herren. Ich habe sie ja nun vor Einflug in die Korona nicht lange eingeweiht. Ich habe damit eine besondere Absicht verfolgt. Die Auswertungen dafür bekommen sie später.“
Alle sahen den Captain fragend an, da keiner so genau wusste, worauf er eigentlich hinaus wollte. Um ihn aber nicht in seinen Ausführungen zu unterbrechen, war für jeden im Raum von vorneherein klar, jetzt keine Frage zu stellen.
„Es ging mir in erster Linie darum, wie verhalten sie sich in einer Situation, die vorher nicht abgesprochen wurde. Ich muss sagen, ich bin mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Das Miss Fraser ebenfalls auf der Brücke anwesend war, werde ich ebenfalls zu bestimmter Zeit erklären. Aber im Moment haben wir erst mal noch ein anderes Problem zu lösen.“
Thorndyke gab seinem Stab viele Rätsel auf und das gleich bei der ersten Mission. Wer würde jetzt die erste Frage stellen? Doch es kam anders als erwartet. Die zwei Wissenschaftler aus dem LAUNCHER, Lt. Meyer eine sehr befähigte Solarwissenschaftlerin und Lt. Winter kamen kurze Zeit später zusammen mit Mac in den Besprechungsraum. Der Captain aktivierte den Wandschirm, wo man zuerst die Insignia der Föderation sah, danach lief der aufgezeichnete Bericht ab. Man sah wie beide Schiffe auf die sichtbare Oberfläche schossen. Der kurze Weiterflug beider Raumfahrzeuge wurde nicht gezeigt. Die sich mehr und mehr aufbauenden Eruptionen in der Photosphäre kamen jetzt deutlich zur Geltung und kurze Zeit später sah man, wie gewaltige Ausbrüche aus der oberen Schicht der Sonne austraten. Die Eruptionen, die eigentlich das Strahlungsniveau auf normale Werte dezimieren sollte, wurde nicht ganz erreicht. Stattdessen entwickelten sich noch mehr Eruptionen im Inneren der Sonne. Die Daten, die man aus der Sonde erwartete ließen sich Zeit, sodass diese Auswertung noch nicht bearbeitet werden konnte.„Brücke an Captain Thorndyke.“
„Was gibt es Lieutenant.“„Wir bekommen grade die Messdaten der Forschungssonde herein. Ich übertrage sie direkt in den Besprechungsraum.“
Es dauerte nur einen kleinen Augenblick, da änderte sich auch schon das Bild auf dem Wandschirm. Die Daten von Ffolkes besonderer Forschungssonde kamen zeitverzögert und immer wieder mit Störungen auf den Schirm.
„Lieutenant, was ist los. Wir bekommen hier nur teilweise Daten. Eigentlich mehr Störungen als was Brauchbares.“
„Captain, ich werde versuchen, die Störungen in der Übertragung zu minimieren, versprechen kann ich allerdings nichts. Ich vermute das die Sonde unter der hohen Hitze in Mitleidenschaft gezogen worden ist, auch wenn sie, wie Lt. Ffolkes sagt, aus hitzebeständigem Material ist.“
Die übertragenen Daten wurden jetzt deutlicher, aber immer wieder traten kleine Störungen auf. Auch Ffolkes kam jetzt zu der Einsicht, das die Sonde Schaden genommen hatte. Erklären konnte er sich das allerdings nicht, aber wenn höhere Gewalt im Spiel ist, dann kann man da sowieso nicht viel dran machen. Die Daten zeigten immer wieder Ausbrüche, hervorgerufen von gewaltigen Druckwellen. Die Kernfusion, die sich unter der Oberfläche bildeten, waren durch den Beschuß von Raumschiff und Shuttle, größer geworden als man zunächst annahm.
„Meine Damen und Herren, so wie die Lage aussieht, haben wir mehr getan als wir brauchten. Die Eruptionen, die sich noch immer bilde, werden den Bewohnern auf dem Planeten zwar nicht zum Verhängnis, aber wir müssen trotzdem noch mal runter. Denn meiner Ansicht nach, werden die Ausbrüche von der Sonne sich teilweise negativ auf den Planeten auswirken. Wie sie sehen hat die Anziehungskraft der Sonne zwar nachgelassen, aber die Eruptionen, werden starke Sonnenwinde nach sich ziehen. Auf dem Planeten kann es daher immer wieder zu orkanartigen Stürmen kommen. Damit die Bevölkerung nicht allein da steht, werden wir sie so schnell wie möglich informieren. Ich werde die U.S.S. YOSEMITE informieren, was hier Sache ist. Durch die Fehleinschätzung vom Hauptquartier und unserem etwas zu großem Mehraufwand, haben wir die Bevölkerung zwar vor dem Beschuß der Asteroiden gerettet, aber gleichenfalls haben wir ihnen eine neue, ich hoffe nicht all zu lange und risikoreiche Zukunft beschert. Diesen Fehler können wir zwar kaum wieder gut machen, aber wenn die Besatzung der YOSEMITE so gut ist wie ihr Ruf, dann brauchen wir kein zweites Raumschiff hierher zu entsenden. Ich habe da noch etwas, Miss Brianna Fraser, die Tochter von Admiral Henry hat mir gegenüber den Wunsch geäußert, hier an Bord der ATLANTIS zu bleiben. Ich selbst kann und werde darüber nicht entscheiden, aber falls ihrer Bitte folge geleistet wird, möchte ich sie schon mal ein bisschen auf das vorbereiten, was einem Individuum auf einem Raumschiff alles so passieren kann. Nummer eins stellen sie ein Außenteams zusammen, ich werde es führen und keine Wiederrede. Lt. Ffolkes, ich hoffe sie haben sich richtig entschieden. Meine Damen und Herren, ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit. Bitte besetzen sie nun wieder ihre Stationen.“
Thorndyke setzte sich in seinen Sessel im Besprechungsraum und tippte auf das kleine, im Tisch eingelassene Display. Die Daten, die er abrief zeigten nochmals den Beschuß durch die ATALNTIS und den LAUNCHER. Dann gab er dem Computer folgenden Befehl:
„Computer, wie können wir den Sonnenwinden entgegenwirken:“
„Befehl nicht ausführbar, bitte genaue Parameter eingeben,“ war die Antwort der freundlichen Computerstimme.
Thorndyke ballte beide Hände zu Fäusten, atmete tief ein und zog den Kopf hoch und hätte am liebsten schon wieder geflucht. Dann murmelte er vor sich, was der Computer voll und ganz mitbekam.
„Wie genau muss ich hier eigentlich alles formulieren?“
„Auch dieser Befehl ist nicht ausführbar.“„Ja, ja ich weiß genaue Parameter eingeben oder bitte spezifizieren sie ihre Eingabe. Lass mich nachdenken. Computer wie können wir die Bevölkerung auf dem Planeten vor auftretenden Sonnenwinden schützen.“
„Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Die Bevölkerung evakuieren oder umsiedeln.“
„Computer, wäre es möglich eine Subraum-Blase um den Planeten herum zu erzeugen,“ wollte Thorndyke wissen.
„Es ist möglich, aber die dafür benötigte Energie, kann der Planet nicht aufweisen. Die Alternative wäre ein Aufbau eines Kraftwerkes.“
„Könnte man von der Sternenflotte hierfür die notwenigen Materialien per Replikator herstellen und wenn ja wie lange würde es dauern?“
„Die Werkstoffe für einen Bau sind herstellbar. Die benötigte Zeit ca. ein halbes Jahr, da es nur drei Replikatoren gibt, die den Bau eines Kraftwerkes zulassen.“
„Wer bzw. wo sind diese Replikatoren.“
„Einer befindet sich im Sternenflotten-Hauptquartier, einer ist auf dem Außenposten des Jupiters und der dritte lagert auf Sternenbasis 212.“
„Computer sofort die U.S.S. YOSEMITE lokalisieren und eine Com-Leitung herstellen, ich muss mit dem Captain sprechen.“
„Com-Leitung steht.“
Binnen kürzester Zeit hatte der Computer eine sichere Kommunikationsleitung zur YOSEMITE hergestellt.
„Hier spricht Captain Thorndyke von der U.S.S. ATLANTIS. Machen sie bitte einen Zwischenstop bei Sternenbasis 212, ich habe den Stationsoffizier schon angewiesen, die Geräte, die wir hier brauchen, ihnen mitzugeben.“
„Hier spricht Commander Elliot Fredriksson, stellvertretender Kommandant der U.S.S. YOSEMITE. Ich werde den Kurs ändern lassen und ihrer Bitte folge leisten Captain Thorndyke. Was ist es denn was wir ihnen mitbringen dürfen?“
„Ein bestimmter Replikator und ein paar andere Gerätschaften, die wir und sie hier zum Bauen benötigen. Wie gesagt, der Offizier von Sternenbasis 212 ist informiert.“
Captain Thorndyke und das von seiner Nummer Eins zusammengestellte Außenteam begab sich zum Transporterraum eins auf Deck drei, um von dort aus, gleich auf den Planeten zu beamen. Lieutenant Ffolkes gehörte auch zu diesem Außenteam, das den Captain begleitete. Der Transporter-Chief gab die Koordinaten ein, um das Außenteam direkt vor die Überreste vom Stadtratsgebäude zu beamen. Die Gruppe betrat die Transporterplattform und der Captain zeigte mit einer Handbewegung die Bereitschaft zum Beamen an.
Der Chief tippte die Koordinaten in die Transporter-Konsole ein und fuhr mit der rechten Hand die Sequenzauslöser hoch. Das Außenteam dematerialisierte sich auf der Transporterplattform in einem hellblauen Lichteffekt, um dann wenige Sekunden später auf dem Planeten vor dem, was man noch Haus nennen konnte, wieder zu materialisieren. Die Gruppe war gerade auf den Planeten beamt worden, da standen auch schon der Rat des Planeten ihnen.
„Meine Herren ich habe Pflicht, ihnen eine unangenehme Nachricht mitzuteilen. Aufgrund unserer Aktion mit dem Einflug in die Korona der Sonne, wird es hier auf dem Planeten zu einer verstärkten Sturmaktivität kommen. Sie sollten die Bevölkerung daher warnen und ihre Hütten, das heißt was noch davon übrig geblieben ist gegen den heftigen Wind zu schützen oder die Häuser zu verlassen.“
„Ja Captain, warum müssen wir denn unsere Häuslichkeiten räumen. Die Sonne war doch vorher keine Bedrohung oder haben sie uns was verschwiegen.“
Der Älteste der Ratsmitglieder fragte mit einem seltsamen Blick im Gesicht. Verstärkt wurde dieser Anblick dadurch, das er seinen Kopf in eine schiefe Lage bewegte.
„Tja, wir haben diesen Effekt leider auch erst bemerkt als wieder an Bord unseres Raumschiffes waren. Durch den Abschuss einer speziellen Sonde sind wir darauf aufmerksam geworden, konnten aber die Folgen aus dieser Maßnahme vorher nicht abschätzen. Den Beschuss, den wir eingeleitet haben, bringt zwar die Sonnenaktivität wieder auf einen normalen Stand, aber dies passiert nicht von jetzt auf gleich. Außerdem muss die überschüssige Energie der Sonne ja auch irgend wo bleiben. Wir hatten nur zwei Möglichkeiten. Entweder steigt die Anziehungskraft der Sonne soweit hoch, das selbst der Planet unregelmäßig von ihr angezogen wird und sogar in die Sonne hinein stürzen kann. Oder wir setzen die überschüssige Energie frei, was zur Folge hat, das man jetzt mit starken Sonnenwinden rechnen muss. Die zweite Variante haben wir gewählt, da wir diesen Planeten nicht umsiedeln wollten. Ich denke mir mal wir haben da auch in ihrem Interesse gehandelt. Was die Aktivitäten eines Sturmes anbelangt, so werden wir ihnen tatkräftig zur Seite stehen und außerdem habe ich ein anderes Schiff beauftragt, ein Kraftwerk hier auf dem Planeten aufzubauen, welches eine Abschirmung gegen die erhöhte Sonnenaktivität darstellt. Für sie wird dies aber keine Nachteile mit sich ziehen. Die weiteren Ausführungen können sie in meinem Bericht lesen, den ich ihnen zur Verfügung stellen werde.
Die Regierungsbeamten waren von der Einsatzfähigkeit der Föderationsleute beeindruckt. Als sie vor langer Zeit auf den Planeten angesiedelt worden waren, befanden die Raumschiffe noch im Entwicklungsstadium. Aber selbst auf dem Planeten AMBROSIUS macht auch der Fortschritt nicht halt. Zwar gab es hier noch keine Raumfahrzeuge, aber die Personen hier auf dem Planeten wussten sehr wohl , wie sie aussahen, diese Raumschiffe. Und das auch nicht erst seit gestern.
Ffolkes und zwei Bedienstete von der Sicherheit durchkämmten das umliegende Gebiet, um nach einem zweckmäßigen Platz für das Kraftwerk zu suchen. Mit Hilfe der Scanner an Bord der ATLANTIS fanden sie sehr schnell einen zweckentsprechenden Standort. Sie markierten die Stelle mit einigen Phaserschüssen und einer extra dafür vorgesehenen Markierungsboje. Diese Boje versteckten sie ein wenig, damit die Jugendlichen von dem Planeten, aber auch die anderen Einwohner keinen Unfug damit trieben.
Commander Novak erhielt eine Nachricht von der YOSEMITE das sie die nötigen Baustoffe und den Replikator an Bord genommen hätten und sich nun auf den weg zu ihnen machen würden. Commander Novak bestätigte die Nachricht, während er in dem mintgrünem Sessel des Captains saß.
Ffolkes und die beiden Offiziere der Sicherheit kamen nach gut drei Stunden Fußweg wieder zurück.
„Captain, ich habe einen passenden Ort gefunden und markiert haben wir ihn auch. Allerdings hoffe ich so, das es niemand großartig bemerken wird. Wenn es ihnen recht ist, werde ich in der Nähe von dem Kraftwerk einen Beobachtungsposten errichten lassen, den ich dann später beziehen werde. Meine Entscheidung ist somit gefallen und ich werde als Beobachter und Berichtererstatter hier auf dem Planeten bleiben. Ich hoffe auch, Captain Thorndyke, das sie mit meinen Leistungen und Arbeiten zufrieden waren. Wenn auch der erste Kontakt nicht grade der allerbeste war, wünsche ich mir, das sie mich in guter Erinnerung behalten werden. Meinen Bericht für die Sternenflotte werde ich noch auf der ATLANTIS fertig stellen und ihn dann zu ihren Händen legen. Geben sie ihn bitte an meinen Mentor weiter. Ich muss sagen, es war für mich eine ganz besondere ehre unter ihrem Kommando zu dienen.“
„Lieutenant Ffolkes, den offiziellen Teil werden wir sowieso an Bord meines Schiffes erledigen. Was den Anfang an geht, so seien sie beruhigt, es klappt nicht immer alles beim Ersten Mal. Was die Aufgaben und Arbeiten angeht, so kann ich nur hinzufügen, sie haben ihrem Posten alle Ehre gemacht, auch wenn ich das manchmal etwas anders ausgedrückt haben mag. Aber als Captain eines Raumschiffes und Befehlshaber von mehr als 650 Personen, fällt es einem manchmal nicht sonderlich leicht, die richtigen Worte im richtigen Moment zu finden. Kommen sie bitte nachher, wenn wir wieder an Bord sind, in meinen Raum.“
Der Captain sagte dies mit einer sehr bedachten Stimme und man konnte fast zu der Ansicht kommen, es würde ihm leid tun, das Lieutenant Ffolkes bald die ATLANTIS verlassen würde.
„Meine Herrn Stadträte, ich lasse ihnen einen Kommunikator hier. Falls sie irgendwas benötigen oder es Unklarheiten gibt, drücken sie bitte hier in die Mitte auf dieses dreieckige Symbol. Der Kontakt mit unserem Raumschiff wird dann sofort hergestellt. Melden sie sich bitte mit Namen, damit wir gleich wissen wer von ihnen den Kommunikator bedient. So das wär’s erst mal. Außenteam bitte sammeln, wir beamen jetzt wieder an Bord.“
Das Außenteam versammelte sich um den Captain zu einem Halbkreis geformt und machte sich für das Beamen bereit. Der Captain verabschiedete sich von den Mitgliedern des Stadtrates und drückte mit seinem rechten Mittelfinger auf den Kommunikator.
„Thorndyke an ATLANTIS, Chief wir sind zum Beamen bereit, ENERGIE.“
Der Chief fuhr diesmal mit seiner rechten Hand über den Sequenzauslöser nach unten und die sechs Personen vom Außenteam hüllten sich wieder in diesen hellblauen Lichteffekt. Nach kurzer Zeit standen alle sechs Personen auf der Transporterplattform. Die Offiziere der sicherheit verschwand sofort zu ihren Dienstbereichen auf dem Schiff. Lieutenant Ffolkes ging zu seinem quartier und Thorndyke begab sich zur Brücke. Ffolkes ging in sein Quartier um den Bericht für die Sternenflotte und einen Extrabericht für seinen Mentor fertig zustellen. Nach einer halben Stunde war er dann endlich soweit. Thorndyke, der nach dem Außeneinsatz wieder auf seiner Brücke war, überließ Novak auch weiterhin das Kommando.
„Nummer eins kommen sie bitte gleich in meinen Raum, ich habe etwas mit ihnen zu besprechen.“
Novak zeigte nur mit dem rechten Zeigefinger auf Stuart, die sofort begriff, das er das Kommando an sie weitergeben würde. Kurz danach verschwand der Captain in seinem Raum, gefolgt von Commander Novak. Die Türen des Bereitschaftsraums des Captains schoben sich direkt hinter den beiden Offizieren zu.
„Commander, Lieutenant Ffolkes wird innerhalb kürzester Zeit von Bord gehen. Die Formalitäten werde ich hier gleich mit ihm erledigen. Bitte sorgen sie für einen angemessenen Abgang, auch wenn Ffolkes nicht zur offiziellen Besatzung gehört hat, so verdient er doch einen würdigen Abschied. Er mag sich nicht wie ein Gentlemen benommen haben, als er an Bord kam, aber ich bin in dieser Situation nicht nachtragend. Er bekommt die gleiche Verabschiedungszeremonie wie jeder andere Offizier hier an Bord meines Raumschiffes.“„Captain, ich habe sie verstanden. Ich werde alles vorbereiten. Wir treffen uns dann in Transporterraum zwei, in ca. einer halben Stunde.“
„OK, Commander, ich denke die zeit wird reichen, um ihn auf alles vorzubereiten.“
Ffolkes meldete sich über seinen Kommunikator bei Thorndyke und deutete ihm an, das er sich jetzt auf den Weg zu ihm in seinen Raum machen würde. Thorndyke bestätigte die Meldung. Ffolkes machte sich sogleich auf den Weg von seinem Quartier zum Bereitschaftsraum des Captains. Als er auf die Brücke kam durchschritt er diese wie gewohnt, obwohl es vielleicht schon sein letzter Gang durch diese Brücke hätte sein können. Die Türen glitten auseinander und Ffolkes trat gleich ein.
„Nehmen sie Platz Lieutenant.“
„Captain, hier sind die Berichte, einen an die Sternenflotte gerichtet und einen an meinen Mentor. Dem Bericht an Admiral Lindström habe ich noch eine persönliche Mitteilung hinzugefügt. Wenn sie zur Erde kommen, übergeben sie ihm bitte diesen Bericht persönlich. Ich wäre ihnen für diese Gefälligkeit sehr dankbar.“
„Lieutenant Ffolkes ich habe es auf dem Planeten schon angesprochen. Es war kein einfacher Start mit ihnen, aber dennoch muss ich sagen, die Zusammenarbeit mit ihnen war, und da spreche ich nicht nur für mich eine schöne Zeit. Wenn sie jetzt gleich zu ihrem Quartier zurückgehen und ihre Sachen packen, werde ich sie gleich von ihrem Quartier abholen und zu Transporterraum zwei geleiten.“
„Captain, ich danke ihnen.“
Ffolkes schüttelte Thorndyke die Hand, legte ihm die beiden Padd‚s mit den berichten auf seinen Schreibtisch und ging aus dem Raum des Captains mit leicht gesenktem Kopf über die Brücke. Die zwei Stufen in den oberen Bereich, wäre er fast hinauf gestolperte, da er sich ein letztes Mal die Brücke der ATLANTIS anschaute. Die Türen der Liftkabine fuhren auseinander und er trat ein. Als die Türen sich verschlossen hatten, gab er zum letzten Mal den Zielort zu seinem Quartier ein. Der Lift setzte sich mit dem üblichen leisen Schnurren in Bewegung und stoppte auf dem Deck mit den Mannschaftsquartieren. Langsam ging er in sein Quartier um seine Sachen zusammen zu packen. Als er fertig war, schaute er sich auch hier in seinem Quartier noch einmal um.
Thorndyke hatte an seine Führungsoffiziere, die noch an verschiedenen Stationen Dienst taten, den Befehl erteilt, einem Offizier der Besatzung, Garde zu stehen auf dem Flur zum Transporterraum zwei. Novak informierte er, das er sich jetzt auf den Weg machen würde, um Ffolkes von seinem Quartier ab zu holen.
Stuart und Thorndyke gingen zusammen zu Turbolift eins, traten ein und fuhren zusammen bis Deck sechs. Der Captain stieg aus und Stuart bedeutete ihm mit der Hand, das sie sich gleich wiedersehen würden. W.P. ging den kurzen Gang bis zum Quartier von Ffolkes. Er betätigte die Schaltfläche des Türöffners und im gleichen Augenblick stand Ffolkes auch schon vor ihm. Zusammen gingen sie den Flur entlang und jeder der ihnen begegnete grüßte freundlich mit einem „SIR“.
Ffolkes verstand im ersten Augenblick nicht so richtig warum. Als die Beiden in den Lift einstiegen und weiter nach Deck acht fuhren, dämmerte es Ffolkes, doch so richtig verstand er es nicht. Als er mit dem Captain auf dem Flur von Deck acht ausstieg wusste er warum. Da standen auf einmal die gesamten Offiziere in reih und Glied mit denen er zusammen an Bord der ATLANTIS gearbeitet hatte. Alle Offiziere strahlten ihn an und wünschten ihm Glück. Ffolkes war überwältigt von diesem Ehrenabschied. Er wusste genau, das so ein würdevoller Abschiedsgruß normalerweise nur einem Führungsoffizier zuteil würde. Die Türen von Transporterraum zwei öffneten sich und da stand der gesamte Führungsstab von Thorndyke. Mac stand als erster in der Reihe und reichte ihm die Hand, Rogers und Sato waren die Nächsten. Der Doctor, Stuart und Miss Fraser schlossen sich an. Novak zog mal wieder die Augenbrauen hoch und verabschiedete sich ebenfalls. Und jetzt ganz zum Schluss ergriff Captain Thorndyke noch ein mal das Wort.
„Lieutenant Ffolkes verlässt um 15.45 Uhr die ATLANTIS. Wir wünschen ihm auf all seinen Wege Glück, Gesundheit und Lebensmut. Ich danke ihnen im Namen der gesamten Besatzung. Lieutenant, machen sie es gut.“
Die Türen des Transporterraumes waren während der gesamten Verabschiedung nicht geschlossen worden und so konnte jeder die letzten Worte an den Lieutenant gerichtet mitbekommen. Ffolkes trat mit langsamen Schritten auf die Plattform des Transporters. Er schaute noch einmal in die Runde der vertrauten Gesichter. Dann sagte er mit einem Weinen im Gesicht:
„Ich danke für die tolle Zusammenarbeit und die Zeit hier an Bord der ATLANTIS. Ich schätze, ich werde nie wieder auf eine so verständnisvolle und gut eingespielte Crew treffen. Chief, ich bin bereit zum Beamen. ENERGIE.“
Ein letztes Mal hüllte der hellblaue Lichteffekt Ffolkes auf der Transporterplattform der ATLANTIS ein und dematerialisierte seinen Körper. Als er auf dem Planeten materialisierte meldete er sich kurz darauf.
Stuart, die jetzt direkt neben Thorndyke stand sagte, „Captain, so kannte ich Lieutenant Ffolkes gar nicht.“
„Commander ich auch nicht. Ich schätze wir alle haben ihn nicht so eingeschätzt. Diese Seite hat er vor uns allen bis heutigen Tage sehr gut verborgen gehalten. Ich denke wir hätten ihm, ach lassen das, jetzt ist es eh zu spät, darüber zu grübeln, wie wir uns vielleicht hätten verhalten sollen. Seine zurückhaltende und auch stellenweise stille Art hätte mir eher zu Denken geben sollen. Nun ja, jetzt kann ich es auch nicht mehr ändern. Ich hoffe, falls mir noch mal so eine Chance gegeben wir, das ich sie nutze. Besatzung weggetreten und besetzen sie wieder ihre Stationen. Nummer eins übernehmen sie das Kommando, ich werde mich ins Aboretum begeben. Miss Fraser wollen sie mich begleiten?“
Sie nickte nur und ging mit Thorndyke mit. Die anderen Offiziere begaben sich zu ihren Stationen, die sie zuvor bedient hatten. Mac machte sich auf zum Maschinenraum, der Doctor ging zurück zur Krankenstation und die Offiziere Rogers, Sato, Stuart und Novak begaben sich zur Brücke.
Ffolkes der nun auf dem Planet war, suchte nach der kleinen Hütte, die er vor wenigen Stunden noch mit den Offizieren der Sicherheit ausfindig gemacht hatte. Da stand sie, die kleine aus Holz gezimmerte Hütte. Als er eintrat, zog er das von Captain Thorndyke mitgegebene PADD aus seinem Rucksack. Darin lass er, das er den Kontakt zu den Bewohner vorerst auf ein Minimum begrenzen sollte. Nach und nach sollte er sich mit den Individuen auf dem Planeten bekannt machen. Außerdem würde ihm nach Abreise der ATLANTIS, die U.S.S. YOSEMITE zur Verfügung stehen. Er schaute sich weiter in dem Holzhäuschen um, was er denn noch so brauchen würde. Er machte eine kleine List fertig, um diese noch an die ATLANTIS weiter zu reichen oder sie später an die YOSEMITE zu leiten. Es dauerte nicht lange, da kam auch schon der Erste aus der Bevölkerung zu Ffolkes. Sich verstecken wäre jetzt erstens zu spät und zweitens wohl auch sehr unangebracht gewesen. Wer da denn nun kam, konnte er nicht genau sehen, aber das jemand auf sein neues Zuhause zu steuerte, war offensichtlich. Einer der Stadträte hatte sich den Weg gemacht, um zu sehen ob die kleine Hütte noch nicht verfallen war. Zu seiner Überraschung stellte er mit dem Öffnen der Tür fest, das die Hütte mittlerweile auch wieder bewohnt war. Beide Männer waren etwas erschrocken als sie ohne sich zu begrüßen direkt gegenüber standen.
„Was machen sie hier? Sie sind doch einer von diesem Raumschiff.
Sind sie derjenige der dieses neue Gebilde bauen soll?“
Fragen, nur Fragen ergossen sich über Ffolkes. Seine Herkunft konnte er nicht verbergen, denn die Angehörigen, die einem Außenteams zugeteilt wurden, trugen alle die üblichen Oberteile der Sternenflotte. Auch Ffolkes hatte diese Oberteil noch an. Zum Umziehen war er noch nicht gekommen.
„Ja, ich gehöre bzw. ich gehörte zu diesem Raumschiff. Ich werde jetzt allerdings hier auf dem Planeten verbleiben und werde auch, wie sie richtig erkannt haben, hier bleiben und mithelfen das Kraftwerk zu bauen. Ich gehe davon aus, das sie einer der Mitglieder vom Stadtrat sind, so wie ihre Kleidung ausschaut. Mein Aufenthalt hier muss nicht an die große Glocke gehängt werden. Wenn ihr Stadtrat davon in Kenntnis gesetzt wird, dann reicht das vollkommen aus. Bitte behandeln sie meine Aufforderung mit der entsprechenden Diskretion.“
„Ja, ich werde ihre Bitte an meine Kollegen weiterleiten und sie darüber informieren das sie jetzt da sind. Sie müssten uns allerdings auch einen Gefallen erweisen. Benachrichtigen sie bitte ihren Captain und teilen sie ihm mit, das der Rest des Rates eine Feierlichkeit veranstalten will, auch wenn ihre Mannschaft nicht grade die Beruhigung unserer Welt eingeleitet hat. Wir möchten uns erkenntlich zeigen dafür, das sie uns überhaupt geholfen haben.“
Das Mitglied des Rates sagte dies mit einer unzufriedenen Mine, wenn gleich er aber keine bösen Absichten daraus schließen wollte. Ffolkes nickte und gab dem Mann zu verstehen, das er sich seiner Bitte annehmen würde, auch wenn er es nicht mit sofortiger Wirkung tat.
An Bord der ATLANTIS war man inzwischen hergegangen und beamte die Besitztümer in die unmittelbare Nähe der kleinen Hütte von Ffolkes. Durch einen kurzen Ruf vom Transporterraum aus, wurde Ffolkes informiert, das die Materialien, die er mit an Bord der ATLANTIS gebracht hatte, nun auf den Planeten gebeamt würden. Er bestätigte den Ruf und machte sich gleich an die Arbeit.
Der Amtmann ging den weiten Weg wieder zurück in die Stadt, die eigentlich eher einem Schlachtfeld glich. Der Asteroidenschauer hatte doch einen erheblichen Schaden angerichtet. Auch wenn man schon vor einiger Zeit, mit Hilfe der Sternenflotte, die größten Schäden beseitigen konnte, so sah man trotzdem immer noch, was hier vor einigen Tagen geschehen war. Der Mann ging in das, wieder notdürftig aufgebaute Gebäude, welches früher mal der zentrale Punkt in dieser Stadt war. Er berichtete, das einer aus der Besatzung jetzt auf dem Planeten verweilte und auch derjenige sei, der m Aufbau dieses geplanten Gebäudes sei. Seine Kollegen nickten ihm zu, denn sie hatten den Bericht von Captain Thorndyke eingehend studiert. Ihm war auch zu entnehmen, das ein Mitglied aus seiner Besatzung zur Beobachtung auf dem Planeten bleiben würde. Allerdings würde diese Person für die erste Zeit sehr abgeschottet leben. Der Kontakt zu den Bewohnern sollte fürs Erste vermieden werden und erst später in einen gepflegten Zustand übergehen. Ffolkes tippte mit seinem rechten Zeigefinger auf seinen Kommunikator und rief Captain Thorndyke. Der hatte ihm ja eingeräumt, falls er Hilfe benötigen sollte, so lange die U.S.S. YOSEMITE noch nicht in der Umlaufbahn sei, sich vertrauensvoll an ihn zu wenden. Gesagt, getan.
„Lieutenant Ffolkes an Captain Thorndyke. Ich hatte eben Besuch von einem der Stadtratsmitglieder. Wie mir schien, wusste er noch nichts von dem Bericht, den sie an den gesamten Stadtrat haben aushändigen lassen. Mein Grund warum ich sie rufe. Die wollen doch tatsächlich eine Feier veranstalten und sie dazu einladen. Der Besucher von eben sagte mir, ich solle sie in Kenntnis und ihnen diese Einladung unterbreiten. Was halten sie davon?“
Als der ruf den Captain erreichte war er noch mit Brianna im Aboretum unterwegs.
„Lieutenant, also wenn ich ehrlich bin, ich halte überhaupt nichts davon. Erstens sind wir mit einer neuen Aufgabe betraut worden und zweitens mochte ich Feierlichkeiten aufgrund von geleisteter Hilfe noch nie. Ich werde mich mit dem Stadtrat in Verbindung setzen und ihm meine Meinung mitteilen. Ich danke ihnen Ffolkes, das sie mich umgehend informiert haben. Ich lasse es sie wissen, ob ich an der Feierlichkeit teilnehmen werde oder nicht, Thorndyke Ende.“
Der LAUNCHER stand in Shuttlerampe drei und Fähnrich Krämer tauschte mit Lieutenant Meyer einige Speichermodule aus. Meyer erklärte Krämer warum diese Module getauscht wurden. Krämer, der direkt nach seiner Abschlussprüfung das große Glück hatte auf ein Raumschiff versetzt zu werden, nahm die Herausforderung an, sich auf die ATLANTIS versetzen zu lassen.
Thorndyke der noch immer mit Miss Fraser durch das Aboretum spazierte überlegte, wie er sich aus dieser, für ihn nicht grade angenehmen Situation herausmogeln konnte. Als ihn Brianna etwas fragte reagierte er im ersten Moment überhaupt nicht. Sie stieß ihn etwas an und wiederholte nochmals ihre Frage.
Thorndyke, der vollkommen überrascht war und gar nicht mit einer frage von ihr gerechnet hatte, antwortete etwas seltsam.
„Hä was. Haben sie mich etwas gefragt? Seien sie so gut und wiederholen sie mir noch mal die Frage, ich war mit meinen Gedanken wo anders. Bitte entschuldigen sie bitte.“
Ich wollte eigentlich nur wissen, wie sie sich jetzt verhalten werden. Gehen sie zu dieser Feier oder wollen sie, sie sausen lassen. Das würde allerdings einen schlechten Eindruck hinterlassen. Captain?, hören sie mir überhaupt zu?“
Thorndyke war schon wieder abwesend. Er konnte sich einfach kein Bild darüber machen, warum diese Bevölkerung nun unbedingt eine Feier veranstalten musste. Kurzum entschloss er sich mit Commander Novak im Besprechungsraum zu treffen.
„Nummer eins kommen sie bitte in den Besprechungsraum, ich muss mit ihnen eine wichtige Entscheidung erörtern. Miss Fraser sie können weiterhin gern hier im Aboretum verbleiben. Oder nutzen sie ihre Zeit, so wie sie wollen. Ich muss gehen.“
William-Peter verließ das Aboretum und ging immer noch in Gedanken vertief zielstrebig zum nächsten Turbolift. Als die Türhälften auseinander fuhren trat er gleich ein und gab sein ziel dem Computer bekannt. „Beobachtungsraum, Deck zwei“. Eine kurze Tonfolge bestätigte das Ziel und der Lift fuhr los, ach einige Sekunden hatte er wieder gestoppt. Die Lifttüren öffneten sich und Thorndyke stand genau gegenüber der Tür zum Besprechungsraum. Er ging auf sie zu und sie öffneten sich im selben Augenblick. Novak, der von der Länge des Weges zwar ungefähr die gleiche Strecke zu bewältigen hatte, stand schon an einem der Aussichtsfenster und starrte hinaus auf die Weite des Alls. Thorndyke ging auf ihn zu und Novak, der ihn schon längst bemerkt hatte, drehte sich erst um als Thorndyke direkt hinter ihm stand.
„Commander, der Grund warum ich sie habe kommen lassen ist Folgender. Die Leutchen da unten auf dem Planeten wollen doch allen Ernstes einer Festlichkeit veranstalten. Was halten sie davon?“
„Captain, meine Meinung über solche Anlässe sind sehr verschieden. Einerseits beherzige ich solche Taten, denn sie lassen uns die Freundlichkeit dieser Bewohner spüren. Andererseits entziehe ich mich solchen feierlichen Angelegenheiten, sie bringen nicht sehr viel. Mir persönlich eigentlich gar nichts, da ich die emotionale Seite schon lange kaltgestellt habe.“
William-Peter‚s Gesicht überzog ein breites Grinsen, welches Novak durch ein hochziehen seiner Augenbrauen, als nicht verständlich deutete.
„Nummer eins, sie müssen nicht alles verstehen. Aber wir sind in der Behandlung zu den Feierlichkeiten, außer ihrer persönlichen Meinung dazu keinen Schritt weiter. Was meinen sie, sind die da unten sauer wenn wir nicht erscheinen. Oder nehmen sie es einfach hin?“
„Captain, ich glaube wir sollten der Bitte folge leisten und zu diesem Fest hingehen, auch wenn es einigen von uns nicht grade behaglich ist, dort aufzutauchen. Ich meine, wir haben diese Welt bzw. die Menschen vor größerem Schaden bewahrt, was Verletzte und Tote angeht. Was die Schäden auf dem Planeten angeht, so konnten wir nicht mehr tun. Aber die jetzt entstehenden Auswirkungen, die werden zu mit sicherheit nicht in aller Lobes Ehre gehalten.“
„Ich weiß Nummer eins. Aber hätten wir denn eine andere Möglichkeit gehabt, ohne das wir die Erste Direktive verletzen würden. Ich glaube nicht. Und ganz ohne Hilfe stehen die Bewohner ja nicht da. Ffolkes als Verbindungsmann zur YOSEMITE. Und ich hoffe das der bau dieses Kraftwerkes schnell voran geht. Sollten Problem bei der Dauer auftreten, so werde ich persönlich im Hauptquartier aufkreuzen und denen gehörig Dampf im Kessel machen.“
„Und sie meinen das hilft. Ich bin zwar Vulkanier, aber glauben sie mir, das die Sesselschieber im Hauptquartier nicht grade die allerschnellsten sind.“
William-Peter musste laut lachen und Novak, der sonst so kühl und verschlossen war, brachte tatsächlich auch ein breites Grinsen über seine Wangen. William klopfte dem Commander auf die Schulter und dann gingen sie beide über den Flur zu Turbolift eins, der sie anschließend zur Brücke fuhr. Novak übernahm wieder das Kommando, welches er zuvor an Rogers übergeben hatte. Thorndyke ging durch die Brücke, die zwei Stufen hinunter in den unteren Bereich der Brücke um dann anschließend in seinem Raum zu verschwinden.
„Computer-Logbuch Zusatzeintrag. Nach Absprache mit Commander Novak, wird eine kleine Delegation der Feierlichkeiten auf dem Planeten AMBROSIUS V beiwohnen. Außerdem werde ich Miss Fraser bitten, ebenfalls an dieser Feierlichkeit teilzunehmen. Eintrag Ende.“
Thorndyke ging zurück zur Brücke und aktivierte den Ships-Intercom: Der Führungsstab, Fähnrich Coburn und Stringer, sowie Miss Fraser kommen in fünf Minuten in die Konferenzlounge auf Deck acht, Thorndyke Ende.“
Die Delta-Schicht nahm gerade ihren Dienst auf, als der Captain die Mitteilung beendete.
